Gutachten zum Rettungsdienst im Rettungszweckverband vorgestellt

Im Notfall schnell versorgt

Rosenheim/Landkreis - In Stadt und Landkreis Rosenheim, aber auch im Landkreis Miesbach, werden zu viele Fahrzeuge für den Krankentransport vorgehalten. Das ist ein Ergebnis der Trend- und Strukturanalyse Rettungsdienst, die jetzt in der Versammlung des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung im Landratsamt Rosenheim vorgestellt wurde.

Das Institut für Notfallmedizin hatte die Studie erst vergangene Woche an den Zweckverband übergeben. Die wesentlichen Resultate stellte der stellvertretende Geschäftsführer des Zweckverbands, Stefan Forstmeier, vor. Demnach werden in Stadt und Landkreis Rosenheim werktags bis zu elf Krankentransportfahrzeuge bereitgehalten. Auf Basis des tatsächlichen Bedarfs empfiehlt das Institut für Notfallmedizin, ihre Zahl auf sieben zu verkleinern. Auch am Samstag sollen zwei statt bisher drei ausreichen.

Der Verbandsvorsitzende, Rosenheims Landrat Josef Neiderhell, wies darauf hin, dass dies eine Empfehlung sei, über die man sich Gedanken machen müsse. Michael Bayeff-Filloff, einer der vier Ärztlichen Leiter Rettungsdienst, will diesem Problem mit einem Management der Fahrzeugflotte begegnen. Mit Einbeziehung der Krankenhäuser könne die Situation sogar noch besser dargestellt werden als bisher, ist Bayeff-Filloff überzeugt. Seit dem letzten Gutachten aus dem Jahr 2004 sank die Zahl der von öffentlich-rechtlichen Hilfsorganisationen durchgeführten Krankentransporte um rund 12000 auf zuletzt 21600 im Jahr 2010.

Im zweiten Teil der Studie hatte das Institut für Notfallmedizin die Notfallrettung begutachtet. In den Landkreisen Rosenheim und Miesbach sowie in der Stadt Rosenheim seien in knapp 90 Prozent aller Notfälle innerhalb von zwölf Minuten Rettungssanitäter oder Notärzte vor Ort. Das sei im bayernweiten Vergleich ein Spitzenwert. Trotzdem untersuchte das Institut im Auftrag des Rettungszweckverbandes mehrere Versorgungsbereiche detaillierter. Während in den übrigen Bereichen kein Handlungsbedarf bestehe, so die Detailauswertung, könne in Feldkirchen-Westerham in etwa zwei Drittel aller Einsätze die Zwölf-Minuten-Fristen nicht eingehalten werden. Das Institut für Notfallmedizin empfahl daher, im Ortsteil Feldkirchen einen Stellplatz für einen Rettungswagen zu errichten und diesen von 8 bis 20 Uhr zu besetzen.

Eine wesentliche Verbesserung des Rettungsdienstes wird die von der Verbandsversammlung beschlossene Anschaffung von GPS-Geräten für Notarzt- und Rettungswagen bringen. Die Rettungsleitstelle wird dadurch in die Lage versetzt, jederzeit den tatsächlichen Standort eines Einsatzfahrzeuges zu erkennen. Im Notfall können die Einsatzmittel so noch gezielter eingesetzt werden.

Eine positive Bilanz der Arbeit des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung zog Geschäftsführer Ronald Zillmer. Im Bereich der Wasserrettung werden Wasserwacht, DLRG und Feuerwehr zukünftig auf einem gemeinsamen Funkkanal senden. Die Umsetzung erfolge demnächst, so Zillmer.

Ein großes Lob zollte der Geschäftsführer der Kreiswasserwacht Rosenheim. Um die Rettungskräfte besser einsetzen zu können, habe sie einen Plan für die Mangfall erstellt, in dem unter anderem alle Zugangswege aufgelistet und Einsatzabschnitte festgelegt wurden. Dieser Plan soll bis zum Tegernsee fortgeschrieben werden.

Die Zuständigkeiten von Bergwacht und Rettungsdienst sind endgültig geklärt. Laut Zillmer wurden Berg-, Landrettungs- und Mischgebiete festgelegt. Die Leitstelle in Rosenheim habe in diesem Sommer mehrere Bewährungsproben bestanden. An den drei Unwettertagen im Juni und Juli hätten jeweils über 1000 Anrufe bearbeitet werden müssen.

Ganz generell lobte Zillmer den freundlichen Umgang und die Wertschätzung zwischen den hauptamtlichen und ehrenamtlichen Kräften. Das ist nicht selbstverständlich, sagte der Geschäftsführer des Rettungszweckverbands. Auch Landrat Josef Neiderhell bedankte sich abschließend für die gute Arbeit der Rettungskräfte: Hier gelten die Landkreise Rosenheim und Miesbach sowie die Stadt Rosenheim bayernweit als Vorbild. jre

Kommentare