Ermittlungen gegen unmenschliche Schleuser

Notdurft in Plastikflaschen

Rosenheim/Oberaudorf - Fahnder der Bundespolizei haben am Sonntag auf der A93 nahe Oberaudorf einen Pkw mit italienischer Zulassung aus dem Verkehr gezogen. Zusammen mit dem moldauischen Fahrzeugführer waren vier Personen unterwegs, die nach ersten Erkenntnissen eine schreckliche Reise hinter sich hatten.

Wie sich bei der Personenkontrolle herausstellte, konnte sich lediglich der Fahrer, ein 26-jähriger Moldawier, gegenüber den Bundespolizisten ausweisen. Seine vier Mitfahrer hatten weder Pässe noch Aufenthaltsgenehmigungen für Deutschland dabei. Es handelte sich nach eigenen Angaben um drei irakische und einen iranischen Staatsangehörigen.

Zwei der Iraker waren mit 16 und 17 Jahren noch nicht einmal volljährig. Ehe sie mit dem Mann aus Moldawien im Auto fuhren, seien sie tagelang auf der Ladefläche eines Lkw eingesperrt gewesen, eingepfercht in einem engen Ladungszwischenraum. Für ihre Notdurft hätten ihnen lediglich ein paar Plastikflaschen zur Verfügung gestanden. Trotz dieses menschenunwürdigen und zweifellos auch gefährlichen Transports soll die illegale Tour nach Europa insgesamt rund 13000 Dollar gekostet haben.

Die Beamten nahmen alle fünf Personen fest. Die vier unerlaubt eingereisten Männer wurden wegen unerlaubter Einreise angezeigt. Drei von ihnen konnten nach Abschluss aller polizeilichen Maßnahmen inzwischen der Obhut einer Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge anvertraut werden.

Der aus Moldawien stammende Fahrer musste sich am Montag wegen des Verdachts der Einschleusung am Amtsgericht in Rosenheim verantworten. Der zuständige Ermittlungsrichter ordnete Untersuchungshaft an. Die Rosenheimer Bundespolizei ermittelt gegen den mutmaßlichen Schleuser sowie die Hintermänner des ebenso illegalen wie auch unmenschlichen Transports. re

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