Normalität ohne Verspätung

Salzburg als Zielort taucht jetzt wieder auf den Anzeigetafeln im Rosenheimer Bahnhof auf. Der Meridian fährt wieder regelmäßig in die Mozart-Stadt. Foto Aerzbäck
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Salzburg als Zielort taucht jetzt wieder auf den Anzeigetafeln im Rosenheimer Bahnhof auf. Der Meridian fährt wieder regelmäßig in die Mozart-Stadt. Foto Aerzbäck

Reibungslos und ohne Verspätungen ist am Wochenende die Wiederaufnahme des grenzüberschreitenden Zugverkehrs von und nach Salzburg verlaufen. Der Meridian befährt wieder sein komplettes Streckennetz.

Fahrgäste, die von der Mozart-Stadt in Richtung Rosenheim wollen, dürfen die Züge jedoch nur mit gültigen Reisedokumenten betreten und müssen mit Passkontrollen durch die Polizei rechnen. Weiterhin eingestellt bleibt jedoch der Fernverkehr der Deutschen Bahn zwischen München, Rosenheim und Salzburg.

Rosenheim/Salzburg - Rund sechs Wochen lang war die Hauptbahnstrecke zwischen Rosenheim und Salzburg unterbrochen. Es waren harte Zeiten für auf grenzüberschreitenden Zugverkehr angewiesene Schüler, Studenten und Pendler, aber auch für alle anderen Fahrgäste. Aufgrund der behördlichen Anweisungen in Folge von Grenzkontrollen waren die Reisenden gezwungen, auf Busse des Schienenersatzverkehrs umzusteigen, lange Fußwege in Kauf zu nehmen, den Linienverkehr der Stadt Salzburg zu nutzen und vor allem deutlich mehr Zeit einzuplanen (wir berichteten). In der Folge gingen die Fahrgastzahlen in den Keller. Spontane Wochenend-Ausflüge nach Salzburg strichen die Menschen, andere stiegen auf den privaten Pkw um oder bildeten Fahrgemeinschaften, um in die Arbeit oder zur Uni zu kommen. Für die Bayerische Oberlandbahn GmbH (BOB), die den Rosenheimer Meridian betreibt, eine große Herausforderung.

Ende vergangener Woche dann die Wende: Seit Freitagfrüh, 3.55 Uhr, fährt der Meridian wieder ohne Einschränkungen zwischen Salzburg und Bayern. Zu Zwischenfällen oder überfüllten Zügen aufgrund der hohen Zahl an Flüchtlingen - am Samstagabend hielten sich nach Angaben eines Pressesprechers bis zu 1600 in Salzburg auf - kam es nicht. Auch außergewöhnlich lange Verspätungen verzeichnete der Meridian bis Redaktionsschluss keine. "Wir können unsere Kunden endlich wieder im Regelbetrieb bequem und umsteigefrei nach Deutschland fahren, da hat sich schnell gute Laune im Zug ausgebreitet", so Dr. Bernd Rosenbusch, Vorsitzender der BOB-Geschäftsführung, der sich am vergangenen Freitag selbst ein Bild von der Lage vor Ort machte. Die Ausnahmesituation der vergangenen sechs Wochen habe allen, auch den Mitarbeitern, viel abverlangt. Die ursprünglichen Beförderungszahlen habe das Unternehmen zwar noch nicht erreicht. "Wir hoffen ..

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Normalität...

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...aber, dass sich bald wieder Normalität einstellt", so Rosenbusch.

Einige Einschränkungen wird es jedoch noch geben: In Salzburg dürfen Reisende in Richtung Rosenheim die bereitgestellten Züge nur mit gültigen Reisedokumenten betreten. Die österreichischen Behörden sowie vom Meridian beauftragte Sicherheitskräfte kontrollieren die Fahrgäste beim Zustieg. Am Bahnhof Freilassing - dort haben die Züge in der Regel ein paar Minuten Aufenthalt - führen Beamte der Rosenheimer Bundespolizei zudem sogenannte Sichtkontrollen durch. "Betrieblich funktioniert die Organisation mit den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) und der Bundespolizei bestens", so Fabian Amini, technischer Geschäftsführer der BOB. Da vor allem in den Hauptverkehrszeiten und an den kommenden Wochenenden viele Reisende erwartet werden, bittet er die Fahrgäste, unbedingt frühzeitig in Salzburg am Bahnsteig zu sein. "Wir stellen unsere Züge meist schon 20 Minuten vor Abfahrt bereit, damit die Einschränkungen durch die Einstiegskontrollen möglichst gering bleiben", so Amini.

Auch die ÖBB fahren inzwischen wieder planmäßig mit der S-Bahn zwischen Freilassing und dem Salzburger Hauptbahnhof. Einzige Ausnahme vom aktuell gültigen Kursbuch: Der Zug M 79050 mit der Planabfahrt um 23 Uhr in Salzburg kann die Haltestellte Mülln-Altstadt vorerst nicht anfahren. Der Fernverkehr zwischen München, Rosenheim und Salzburg bleibt nach Angaben der ÖBB aufgrund der Grenzkontrollen und der damit unkalkulierbaren Fahrplansituation bis auf Weiteres eingestellt.

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