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Kopf-an-Kopf-Rennen im Stimmkreis Rosenheim-West

Nominierungskrimi: Mit diesen Kandidaten zieht die CSU in den Landtags-Wahlkampf

Einstimmig gewählt: CSU-Kreisvorsitzender Klaus Stöttner (links) gratulierte Daniel Artmann und Marianne Loferer.
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Einstimmig gewählt: CSU-Kreisvorsitzender Klaus Stöttner (links) gratulierte Daniel Artmann und Marianne Loferer.
  • Norbert Kotter
    VonNorbert Kotter
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Während die CSU im Stimmkreis Rosenheim-Ost Daniel Artmanns Kandidatur für den Landtag einstimmig unterstützte, kam es im Stimmkreis Rosenheim-West in der Stichwahl zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Bezirksrat Sebastian Friesinger aus Albaching und dem Bad Aiblinger Ortsvorsitzenden Dr. Thomas Geppert.

Rosenheim – Gewählt wurden bei den Delegiertenkonferenzen auch die Bewerber für die Bezirkstagswahl. Im Stimmkreis Rosenheim-Ost setzt die Partei einstimmig auf stellvertretende Landrätin Marianne Loferer aus Riedering. Für Rosenheim-West geht der JU-Kreisvorsitzende Matthias Eggerl aus Rott ins Rennen. 96,2 Prozent der Delegierten votierten für ihn.

Fünf Bewerber im Westen

Die gespannte Erwartung im Saal war förmlich spürbar, als sich die fünf Bewerberinnen und Bewerber für den Stimmkreis Rosenheim-West vorstellten, Sebastian Friesinger (60) sprach in seiner Rede auch sein Alter an. „Die alte 60 ist die neue 50. Drum mache ich das“, sagte er und bezeichnete sich als gut verwurzelten Politiker, „der die Menschen in der Region versteht“. Netzwerken sei das A und O in der Politik. Werde er gewählt, sei er bereit, im Landtag dicke Bretter zu bohren.

„Wir müssen unsere Kernwähler ansprechen und nicht Bäume umarmen“, ließ er kritische Töne in Richtung eigene Partei nicht aus. Sich um Mittelstand und Handwerk mehr zu kümmern, für bezahlbaren Wohnraum zu sorgen und die Planungen zum Brenner-Nordzulauf waren weitere Themen, die er bei seiner Vorstellung streifte. „Wir lassen uns nicht für ein Europa-Projekt unsere Landschaft zerstören“, kündigte er harten Widerstand gegen die Planungen der Bahn an. „Ohne Teamwork geht es nicht“, bat er die Delegierten um Unterstützung im Falle seiner Wahl und bezeichnete sich selbst als optimale Ergänzung für Daniel Artmann.

Kopf-an-Kopf-Rennen

Lag er nach dem ersten Wahlgang noch mit 42 zu 31 Stimmen vor Geppert, wurde es nach dem Ausscheiden von Katharina Kern, Evi Faltner und Katharina Hüls bei der Stichwahl eng. Als der CSU-Kreisvorsitzende Klaus Stöttner das Ergebnis bekanntgegeben hatte, ging ein kurzes Raunen durch den Saal. Enttäuschung im Geppert-Lager, große Freude bei Friesingers Unterstützern – die erwartbaren Reaktionen.

Als ob er ein Kopf-an-Kopf-Rennen vorausgeahnt hätte, richtete Landrat Otto Lederer bereits vor Beginn der Abstimmung einen eindringlichen Appell an die Delegierten. „Wer heute auch immer gewinnt, wir müssen danach alle geschlossen unseren Kandidaten unterstützen.“

„Unglaublich fairer Umgang miteinander“

Da befand er sich auf einer Wellenlänge mit dem CSU-Kreisvorsitzenden Klaus Stöttner, der wie Lederer insbesondere auch den „unglaublich fairen Umgang miteinander“ würdigte, den die fünf Bewerber im Vorfeld der Delegiertenkonferenz an den Tag gelegt hätten.

Ebenfalls erfolgreich: (von links) Klaus Stöttner mit Matthias Eggerl und Sebastian Friesinger nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses.

Die Nominierung für den Stimmkreis Rosenheim-Ost wurde für den Rosenheimer Vizebürgermeister Daniel Artmann (34), der ohne Gegenkandidat antrat, tags zuvor dagegen gleichsam zu einem Heimspiel. Dass er im nächsten Jahr nach 20 Jahren Arbeit im Landtag Platz für einen Jüngeren machen wolle, sei eine selbstbestimmte Entscheidung gewesen, sagte Klaus Stöttner. Artmann bezeichnete er als idealen Kandidaten, „weil er kompetent und fleißig ist und Anstand hat“.

In seiner Vorstellungsrede gab Artmann ein Versprechen ab. Falls er nominiert werde, wolle er sich mit voller Kraft für die Region einsetzen. Wichtig sei, dass die Menschen wieder Vertrauen in die Politik bekämen. Um dieses wiederherzustellen, sind aus seiner Sicht drei Dinge entscheidend, die er im Falle seiner Wahl bei seiner Arbeit als Parlamentarier in den Vordergrund stellen möchte: zuhören, anpacken, die wahren Probleme der Menschen lösen sowie standhaft bleiben und nicht dem Zeitgeist nachgeben. „Der Zeitgeist mag grün sein, aber die Mehrheit der Menschen hat andere Sorgen und Interessen.“

Forderung nach „klarem Kompass“

Selbstkritische Töne fehlten in seiner Rede ebenfalls nicht. „Auch die CSU hat zuletzt Vertrauen verloren. Deshalb müssen wir wieder zurück zu unserem Markenkern ‚Näher am Menschen‘. Wir brauchen einen klaren Kompass und kein wildes Blinken in alle politischen Richtungen. Wir müssen verlorene Wähler durch ernsthafte und pragmatische Politik zurückgewinnen.“

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