Noch Tage Stillstand auf Schiene

Dichte Menschentrauben versammelten sich am Rosenheimer Bahnhof an den Bussen, die gestern als Schienenersatzverkehr im Einsatz waren. Fotos Schlecker (2), Aerzbäck
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Dichte Menschentrauben versammelten sich am Rosenheimer Bahnhof an den Bussen, die gestern als Schienenersatzverkehr im Einsatz waren. Fotos Schlecker (2), Aerzbäck

Sturmtief Niklas hat in der Stadt und im Landkreis Rosenheim Millionenschäden angerichtet, deren Höhe gestern noch nicht konkreter zu beziffern war. Klar ist, dass die Bahnkunden noch länger unter den Auswirkungen des Orkans leiden werden.

Auf der Strecke Holzkirchen-Rosenheim verkehren wegen Sturmschäden voraussichtlich bis nach Ostern keine Züge, auch auf der Strecke Rosenheim-München kommt es weiter zu erheblichen Einschränkungen.

Rosenheim/Traunstein - Thomas Vogl, der Leiter der Rettungsleitstelle in Rosenheim, kann bereits eine genaue Bilanz ziehen. Insgesamt 631 witterungsbedingte Einsätze musste die Leitstelle am Dienstag koordinieren. 386 entfielen auf Orte im Landkreis Rosenheim, 68 auf die Stadt Rosenheim und 177 auf den Landkreis Miesbach.

Mit ersten Zahlen wartete auch das Polizeipräsidium Oberbayern Süd in Rosenheim auf. In seinem gesamten Zuständigkeitsbereich wurden aufgrund des Sturms zwölf Personen verletzt - durch herabfallende Äste, umherfliegende Teile oder witterungsbedingte Verkehrsunfälle. Die Polizei- Statistik weist zudem 235 umgestürzte Bäume auf, von denen acht zu Beeinträchtigungen des Strom- und Schienennetzes führten.

Die Feuerwehren im Landkreis Traunstein wurden zu insgesamt 350 Einsätzen gerufen. Deren Pressesprecher Peter Volk berichtete gestern davon, dass das Orkantief mit Spitzengeschwindigkeiten bis zu 120 Kilometern pro Stunde über die Region hinweggefegt sei. In Chieming registrierte der Deutsche Wetterdienst um 18 Uhr Böen mit einer Geschwindigkeit von 119 Kilometern pro Stunde.

Teilweise chaotische Szenen spielten sich am Mittwoch am Rosenheimer Bahnhof ab. Menschentrauben versammelten sich um Busse, die im Rahmen des Schienenersatzverkehrs eingesetzt wurden, am Informationsschalter bildeten sich ebenfalls lange Schlangen. Deutsche Bahn und Oberlandbahn setzten verstärkt Personal ein, um die Reisenden mit aktuellen Informationen zu versorgen und ihnen bei Bedarf Hilfestellungen zu geben.

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