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2023 neuer Versuch

Nicht wegen Corona: Was Christian Fahrenschon zur Absage des Volksfests in Penzberg gezwungen hat

Christian Fahrenschon gibt lieber ein Volksfest auf, statt sich wegen Personalmangels den guten Ruf zu ruinieren.
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Christian Fahrenschon
  • Sylvia Hampel
    VonSylvia Hampel
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„Es ist meine beste Veranstaltung im Jahreslauf“, sagt Christian Fahrenschon über das Volksfest in Penzberg. Und doch hat er das Fest jetzt abgesagt.

Rosenheim – Bisher sei er gut durchs Jahr und durch seine Feste gekommen, sagt Christian Fahrenschon, Festwirt und/oder Organisator vieler Volksfeste in der Region, zumal seine Tochter beim Auftun von Personal ziemlich findig sei, aber nun war Schluss. „Ich bräuchte 40 bis 50 erfahrene Servicekräfte im Zelt. Ich habe aber nur zehn.“ Und keine Chance auf mehr.

Das große Problem: Ende August/Anfang September nehmen sich die großen Volksfeste in Bayern gegenseitig das Personal weg. Rosenheimer Herbstfest, Landshuter Dult, Gillamoos in Abensberg, Volksfeste in Erding, Regensburg, Freising, Herbstvolksfest Nürnberg und Augsburger Plärrer, sie alle laufen nahezu parallel. 3000 Service-, Schank- und Küchenkräfte sind in der kurzen Zeit gleichzeitig gefragt. „Im Festzelt brauche ich andere Leute, als in der Wirtschaft“, so Fahrenschon.

Löcher in der Personaldecke der Gastronomie

Und selbst in den Wirtschaften klaffen Löcher in der Personaldecke. 127 offene Stellen in der Gastronomie, dazu 53 in der Hotellerie, sind laut Pressesprecherin Silke Stichaner bei der Rosenheimer Agentur für Arbeit für Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet. Und das sind die offiziellen Zahlen. Da ist noch keine 450-Euro-Kraft dabei, noch kein Student, der sich das Taschengeld aufbessert, und keine junge Krankenschwester, die sich so den Urlaub finanziert.

Urlaub vor großen Festen und Münchner Wiesn

Fahrenschon jedenfalls war sich sicher, dass er in den nächsten Wochen das fehlende Personal nicht bekommt. „Viele machen jetzt, vor den großen Volksfesten und dem dann folgenden Oktoberfest, auch erstmal Urlaub“, so Fahrenschon.

Das Festzelt zu verkleinern, das war für Fahrenschon keine Option. Das Zelt sei ab mittags durchwegs gut besetzt „und wen lasse ich dann nicht rein?“. Stammgäste nähmen es sicher übel, stünden sie vor verschlossenem Zelt. Und welcher Betrieb geht beim Tag der Betriebe leer aus, bekommt keinen Tisch? Biergartenbetrieb, jeder holt sich selber? „Bei 3000 Menschen im Zelt logistisch nicht zu machen. Da bräuchte man mindestens sechs Schänken – und so viele Schankkellner habe ich dann auch wieder nicht.“

Erwartungshaltung ist groß

Seine Truppen mit ehrenamtlichen Helfern aufstocken? Schwierig, sagt Fahrenschon. Denn zum einen könnten die Meisten nur abends, was ihm nur bedingt helfe. Und zum anderen „ist Festzelt eine ganz eigene Baustelle.“ Seine Familie habe sich in Jahrzehnten in Penzberg einen guten Namen gemacht. Den wolle er nicht aufs Spiel setzen. „Wenn ich das mache und irgendwas läuft nicht, gibt es sofort Kritik, weil die Gäste es anders gewöhnt sind.“ Da sei einfach die Erwartungshaltung groß. Hinzu komme, dass er an seinem Standard festhalten wolle. Deswegen verzichtet er schweren Herzens auf das Penzberger Volksfest 2022 und wartet auf 2023.

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