Nach Zusammenschluss von Transnet und GDBA wollen Gewerkschaften weiter gute Tarifpolitik betreiben

"Neue Struktur mit Leben füllen"

Rosenheim - Rückläufige Mitgliederzahlen bereiten der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) Probleme. "Es kommen zwar immer wieder neue Mitglieder dazu, aber sie können die Zahl derer, die ausscheiden, nicht mehr ausgleichen", bedauerte die Rosenheimer Ortsvorsitzende Ursula Fleischmann bei der Mitgliederversammlung im Gasthaus Mail-Keller.

Der Ausdruck "Historisches Ereignis" fiel an diesem Abend oft. Grund: Es war die erste gemeinsame Sitzung und damit auch die ersten gemeinsamen Wahlen der Quellgewerkschaften Transnet und GDBA, die sich vor einigen Monaten zur Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft zusammenschlossen.

Insgesamt verzeichnet die EVG aktuell 1545 Mitglieder. Der Altersdurchschnitt ist relativ hoch. Darum kommt der Seniorenarbeit große Bedeutung zu, wie Ursula Fleischmann in ihrer Rede feststellte. Außerdem gäbe es bei der Gewerkschaft aber auch viele aktive Frauen, die sich weit über die vorgeschriebenen Sitzungen hinaus engagieren würden.

Die Gewerkschaft habe sich auch im vergangenen Jahr wieder mit ganzer Kraft für ihre Mitglieder eingesetzt. Allein zum Thema "Familien - Rechtsschutz" seien 50 Anträge eingegangen.

Fleischmann begrüßte den Zusammenschluss von Transnet und GDBA. Beide Gewerkschaften hätten über Jahre hinweg eine gute Tarif- und Sozialpolitik betrieben.

Die Wahlen gingen reibungslos über die Bühne. Die neue Vorstandschaft setzt sich nun aus folgenden Mitgliedern zusammen: Ursula Fleischmann, Vorsitzende des Ortsverbandes, Peter Görlach, stellvertretender Vorsitzender des Ortsverbandes, Alfred Rechenauer, Vorsitzender der Seniorengruppe, und Josefine Sewald, stellvertretende Vorsitzende der Seniorengruppe.

Am Schluss der Versammlung stand ein Vortrag von Gewerkschaftssekretär Philipp Zettel auf dem Programm. "Nach der Gründung der gemeinsamen Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft geht es nun darum, die neue Struktur mit Leben zu füllen", sagte er. Diese Entwicklung benötige aber Zeit.

Er forderte eine Reform der Finanzmärkte und sprach sich für einen Pakt zum Beschäftigungsschutz aus. "Gerechte Löhne müssen eine Selbstverständlichkeit sein", betonte er. Es selbst kenne Fälle von Bahnangestellten mit drei Kindern, die von ihrem Gehalt nicht leben können: "Dies muss man der Politik immer wieder vor Auge führen!" wu

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