Neue Corona-Regeln: Söder verschärft für Bayern nochmal – Region voll betroffen

Im Sommer waren die Fallzahlen niedrig, es ging bergauf. Doch mit dem Herbst klettern die Zahlen immer schneller, jetzt sogar auf einen Rekordwert. Die Politik stemmt sich mit neuen Auflagen dagegen, Bayern geht sogar noch einen Schritt weiter. Für die Region als Risikogebiet hat das starke Auswirkungen.

15. Oktober, 14.22 Uhr:

Ab jetzt gilt in Bayern zum Infektionsschutz vor dem Coronavirus zwingend – und trifft die Region:

Die allgemeine Maskenpflicht wird deutlich ausgeweitet:

Ab einer 7-Tage-Inzidenz von 35:

Ab der 5. Klasse müssen Schüler auch im Unterricht eine Maske tragen, die Maskenpflicht gilt auch an Hochschulen, in Horten und in Mittagsbetreuungen.

Auch unter freiem Himmel müssen die betroffenen Städte und Gemeinden an belebten Orten eine Maskenpflicht einführen. Somit müssen auch Rosenheim und Mühldorf in den Landkreisen prüfen, ob etwa in belebten Fußgängerzonen, auf Marktplätzen, in allen öffentlichen Gebäuden, aber auch auf Begegnungs- und Verkehrsflächen wie etwa in Fahrstühlen und in Eingangsbereichen von Hochhäusern die Maskenpflicht eingehalten wird. Auch an den Arbeitsplätzen, wo kein Abstand eingehalten werden kann, darf die Maske nicht mehr abgenommen werden.

Zudem gilt in der Region damit eine Maskenpflicht für Zuschauer bei sportlichen Veranstaltungen sowie durchgängig auf Tagungen, Kongressen, Messen und in Kulturstätten.

Ab einer 7-Tage-Inzidenz von 50:

Die Maskenpflicht im Unterricht wird auf alle Schüler, auch Grundschüler ausgeweitet. Auch das gilt aktuell für die Stadt Rosenheim und die Landkreise Rosenheim und Mühldorf.

Private Treffen werden beschränkt:

Ab einer 7-Tage-Inzidenz von 35:

Es dürfen sich nur noch zwei Hausstände oder maximal 10 Personen treffen.

Ab einer 7-Tage-Inzidenz von 50:

Bei einer Sieben-Tages-Inzidenz von mehr als 50 dürfen sich nur noch zwei Hausstände oder maximal fünf Personen treffen. Die Gesundheitsämter Rosenheim und Mühldorf müssen dies zwingend anordnen.

Sperrstunden in der Gastronomie:

Ab einer 7-Tage-Inzidenz von 35:

Bei mehr als 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen müssen Gaststätten um 23.00 Uhr schließen, zudem darf dann an Tankstellen kein Alkohol mehr verkauft werden, und es gilt dann ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen.

Ab einer 7-Tage-Inzidenz von 50:

Bei einer Sieben-Tages-Inzidenz von mehr als 50 gelten die Sperrstunde und die beiden anderen Verbote schon ab 22.00 Uhr. Auch das trifft damit die Städte und Landkreise Rosenheim und Mühldorf.

Die Regeln gelten für die kommenden 4 Wochen.

Söder sieht täglich wachsende Gefahr für zweiten Lockdown

München (dpa) - Angesichts des starken Anstiegs von Corona-Fällen auch in Bayern sieht Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eine täglich wachsende Gefahr für einen erneuten Lockdown. «Die Lage ist leider ernst, und sie wird jeden Tag ernster», sagte er am Donnerstag nach einer Sitzung des Kabinetts in München. Corona sei immer dramatischer in ganz Europa aktiv. Auch wenn es keinen Grund zur Panik gebe, sei die Situation sogar deutlich komplexer als im vergangenen Frühjahr. Denn jetzt stehe der Winter vor der Tür, und zugleich «explodieren die Zahlen in ganz Europa».

Söder betonte, dass sich Bayern auf Anfrage aus Tschechien bereit erklärt habe, Intensivpatienten aufzunehmen. Landesweit seit die Auslastung bei den Intensivbetten bereits bei mehr als 40 Prozent.

Söder betonte, die Staatsregierung werde alles tun, um einen Lockdown zu verhindern. Ob jedoch die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch in Berlin dafür ausreichten, sei zu bezweifeln.

Daher werden die Corona-Regeln angelehnt an das „Ampel-System“ und der 7-Tage-Inzidenz angepasst.

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15. Oktober, 14 Uhr:

Die Pressekonferenz mit Söder und Aiwanger

Berlin (dpa) - Mit härteren Corona-Auflagen hoffen Bund und Länder den rasanten Anstieg der Infektionszahlen insbesondere in deutschen Risikoregionen einzudämmen. Zugleich stellte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nach ihrem Treffen mit den Ministerpräsidenten am Mittwochabend mögliche weitere Verschärfungen in Aussicht. «Wir reden von Kontaktbeschränkungen», sagte Merkel dazu. Man müsse jetzt sehen, ob etwa die Sperrstunde 23.00 Uhr richtig sei, oder ob man sie bei 22.00 Uhr machen müsse.

Reichen die Beschlüsse aus?

Der Anstieg von 35 auf 50 passiere schnell, warnte insbesondere Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU): «Und deswegen ändern sich die Dinge in Tagen und nicht in Wochen.» Er sei sich nicht sicher, ob die getroffenen Beschlüsse ausreichten.

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Daher ist es möglich, dass am Donnerstag, 15. Oktober, zumindest für Bayern weitere Beschränkungen angekündigt werden. Der Ministerpräsident leitet die Sitzung des Ministerrats in der Staatskanzlei. Das Kabinett befasst sich im Schwerpunkt mit den Folgen der Corona-Pandemie und den Ergebnissen der Ministerpräsidentenkonferenz.

Über die wesentlichen Ergebnisse der Beratungen informieren Söder und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger im Rahmen einer Pressekonferenz gegen 14 Uhr. Sie können Sie an dieser Stelle live verfolgen.

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa

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