Heim- oder Präsenzunterricht?

Neue Auflagen: Schulen in der Region Rosenheim stehen unter Druck

Abstand, Maskenpflicht und mehr: Die bayerische Staatsregierung verschärft bis zum 20. Dezember die Corona-Auflagen an den Schulen.
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Abstand, Maskenpflicht und mehr: Die bayerische Staatsregierung verschärft bis zum 20. Dezember die Corona-Auflagen an den Schulen.
  • Korbinian Sautter
    vonKorbinian Sautter
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Die bayerische Staatsregierung hat die Maßnahmen an Schulen bis zum 20. Dezember nochmals verschärft. Neben der Maskenpflicht und einer Notbetreuung droht die Aufteilung der Klassen. Schüler und Lehrer im Landkreis Rosenheim geraten dadurch zusehends an ihre Grenzen.

Rosenheim– Maskenpflicht ab einem Inzidenzwert von 50, geteilte Klassen ab 200 und eine Notbetreuung für den 21. und 22. Dezember. Das sind die neuen Herausforderungen, denen sich die Schulen in der Region Rosenheim stellen müssen. Die nochmals verschärften Corona-Maßnahmen der bayerischen Staatsregierung sorgen für eine erhöhte Belastung und stellen sowohl Schüler als auch Lehrer trotz guter Vorbereitung vor erneute Probleme.

„Bei mir klingelt durchgehend das Telefon wegen Corona-Nachfragen“, berichtet der Rosenheimer Schulamtsdirektor Edgar Müller. Er sieht durch die neuen Vorschriften eine Menge Arbeit auf die Schulen zukommen, die gerade den Lehrern zusätzlichen Aufwand bereiten wird. Denn wenn die Inzidenz auf einen Wert von 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner pro Woche steigt, soll gemäß der bayerischen Staatsregierung ab der achten Jahrgangsstufe Wechselunterricht durchgeführt werden. Für eine Klasse muss ein Lehrer dann sowohl den Präsenzunterricht für die eine Hälfte halten, als auch das Online-Material für die zweite Hälfte vorbereiten.

Ab der achten Klasse wird geteilt

Ein Szenario, das man in Bruckmühl schon kennt. Der Vorsitzende der Direktorenvereinigung der bayerischen Gymnasien, Walter Baier, hat das Hybridmodell bereits vor den Sommerferien an seinem Gymnasium durchgeführt und aus den bisherigen Erfahrungen gelernt. „Wir haben die Eltern bereits informiert und werden ab Donnerstag in den Jahrgangsstufen acht bis zehn täglich wechseln.“ Wichtig sei es, die Schüler dabei zu motivieren, auch von zuhause zu lernen und keine Ferienstimmung aufkommen zu lassen, wie es bei einem wöchentlichen Rhythmus im Sommer der Fall sei.

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Gelassen bleibt man an der Wasserburger Realschule. Dort hat Schulleiter Markus Hösl-Liebig die notwendigen Vorbereitungen getroffen und wartet auf eine eventuelle Vorgabe der Landkreisbehörde. „Sollten wir den Hybridunterricht durchführen müssen, könnten wir darauf gut reagieren.“ Die Lehrer sind demnach sowieso dazu angehalten, Online-Material zur Verfügung zu stellen, auf das die zuhause bleibenden Schüler zurückgreifen können. Viel mehr ins Gewicht fällt da schon, wenn eine ganze Klasse in Quarantäne muss, wie es derzeit bei dreien der Fall ist.

Mit neuer Technik gegen Corona

Mit diesem Problem hatte auch die Fach- und Berufsoberschule in Rosenheim in den vergangenen Monaten zu kämpfen. Nach zahlreichen Infektionsfällen sei man aber laut Schulleiter Dr. Marko Hunger wieder auf einem guten Weg. Den Grund dafür sieht er unter anderem in der Aufteilung der Schüler, die dort schon nach den Herbstferien eingeführt wurde. „Wir sind mit dem System bisher sehr zufrieden. Eine Hälfte ist in den Unterrichtsräumen und die andere kann per Livestream zuschauen, mitlernen und Fragen stellen.“ Trotz technischer Hilfsmittel sieht Dr. Hunger auch hier eine große Belastung der Lehrkräfte, die sich um zwei Gruppen gleichzeitig kümmern müssen. Nach dem Lockdown sei das aber schon fast „der ganz normale Wahnsinn“.

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Diesen würde man an der Franziska-Hager-Mittelschule in Prien gerne vermeiden. Rektor Marcus Hübl will hier den Präsenzunterricht so lange wie möglich erhalten. Vor allem die Abschlussklassen der neunten und zehnten Jahrgangsstufe sollten auf keinen Fall nur digital versorgt werden. Dementsprechend gering versucht man dort die Infektionsgefahr zu halten und hat die Turnhalle bereits zu weiteren zwei Lehrräumen umfunktioniert, um den Mindestabstand bei Bedarf zu vergrößern.

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Einfach hat es die Technische Hochschule in Rosenheim. Laut Sprecher Anton Maier muss man „nur den Schalter umlegen“, um die Vorlesungen, wie bereits im Frühjahr, wieder digital stattfinden zu lassen. Das sei gerade für die Erstsemester zwar sicher mit Schwierigkeiten verbunden, diese seien aber bereits frühzeitig informiert worden und konnten sich bereits auf das Online-Studium einstellen.

Notbetreuung an Schulen kein Problem

Ähnliche Gelassenheit herrscht an den meisten Schulen der Region beim Thema Notbetreuung vor Weihnachten. Eltern, die dringenden Betreuungsbedarf für Schüler der ersten bis sechsten Klasse haben, können ihre Kinder in die Obhut der Lehrer geben, die laut Schulamtsdirektor Müller sowieso im Dienst sind. So würde man den Montag und Dienstag vor Heiligabend auch noch gut gelöst bekommen.

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Auch wenn die meisten Schulen gut vorbereitet sind, hoffen die Direktoren, dass eine dauerhafte Aufteilung der Schüler nicht notwendig sein wird. Präsenzunterricht sei, da ist man sich einig, eben einfach nicht zu ersetzten.

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