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Verstorbener Gründer der Chorgemeinschaft geehrt

Denkmal eingeweiht: Enoch zu Guttenberg hat den Namen Neubeuerns in die Welt getragen

Enoch zu Guttenberg, wie man ihn kannte:2010 dirigierte er im Vatikan eine Requiem-Messe von Giuseppe Verdi zu Ehren des Papstes.  dpa
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Enoch zu Guttenberg: 2010 dirigierte er im Vatikan eine Requiem-Messe von Giuseppe Verdi zu Ehren des Papstes. Dem Gründer der Chorgemeinschaft Neubeuern wurde nun im Ort ein Denkmal gesetzt.

Der verstorbene Dirigent Enoch zu Guttenberg hat den Namen Neubeuern zusammen mit seinem Chor in die Welt getragen. Ihm zu Ehren hat die Künstlerin Sabine Poll-Plonus ein Denkmal entworfen. Am Sonntag, 1. August, wurde dieses in Anwesenheit zahlreicher Gäste am Neubeurer Marktplatz eingeweiht.

Neubeuern – Er brachte Laienmusiker zusammen, die unter seinen Fittichen ein schier unglaubliches Niveau erreichten: Enoch zu Guttenberg. 1967 übernahm der Dirigent die Neubeurer Liedertafel und gründete aus dieser Institution die Chorgemeinschaft Neubeuern.

Der Name der Marktgemeinde wurde durch den Chor in die Welt getragen. Nach Guttenbergs Tod im Jahr 2018 beschlossen Bürgermeister und Gemeinderat 2020, dem Ehrenbürger der Gemeinde ein Denkmal am Marktplatz zu setzen. Dazu wurde ein Wettbewerb aufgerufen, bei dem sich Künstlerin Sabine Poll-Plonus durchsetzen konnte. Seit Herbst 2020 thront das Memorial nun gegenüber der Gästeinformation. Vergangenen Sonntag wurde das Denkmal feierlich eingeweiht.

Ein musikalisches Märchen

„Wir wollten eigentlich im Oktober schon die Einweihung machen“, berichtet Bürgermeister Christoph Schneider (Unabhängige Neubeurer). Doch aufgrund der Pandemie musste die Feier verschoben werden. Der neue Termin kam allerdings gelegen: Am 29. Juli wäre Guttenberg 75 Jahre alt geworden. Neben zahlreichen Ehrengästen waren die Mitglieder der Chorgemeinschaft geladen. Auch die Söhne des Dirigenten, Philipp und Karl Theodor zu Guttenberg, waren vor Ort.

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Am Sonntag wurde das Guttenberg-Denkmal feierlich eingeweiht: (von links) Ex-Landrat Josef Neiderhell, Johannes zu Guttenberg (Sohn von Philipp zu Guttenberg), Philipp zu Guttenberg, Karl Theodor zu Guttenberg, Dr. Elmar zur Hörst (Ehrenvorstand Chorgemeinschaft), Fürst Carl von Wrede, Künstlerin Sabine Poll Plonus und Neubeuerns Bürgermeister Christoph Schneider.

Schneider wies in seiner Ansprache darauf hin, dass Enoch zu Guttenberg neben der musikalischen Arbeit auch viel Privatvermögen in die Chorgemeinschaft investiert hatte. Für die Anliegen der Gemeinde habe er immer ein offenes Ohr gehabt und auch Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt. Schneider bedankte sich bei den Spendern, die zur Entstehung des Denkmals erheblich beigetragen haben.

Als nächster Laudator berichtete Landrat Otto Lederer (CSU), dass er im Archiv des Kulturreferats des Landkreises Rosenheim mehrere Artikel über das Wirken von zu Guttenberg mit der Chorgemeinschaft Neubeuern gefunden habe.

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„Beispielsweise erschien über einen Auftritt 1980 in Paris in der Zeitung „Le Monde“ eine Hommage, so Lederer. „In diesem Artikel heißt es unter anderem, dass es sich beinahe um ein musikalisches Märchen handelt: In dem oberbayerischen Dorf hält sich ein junger oberfränkischer Baron auf, der einen Chor übernimmt, der nur aus örtlichen Bewohnern besteht. Der wahrhaft schön anzusehen ist in seiner bayerischen Tracht und gleichzeitig von einem inneren Feuer, wie er sich voll in großen Chören entfaltet“.

Er hat Neubeuern geliebt

Im Jahr 1985 wurden Guttenberg und der Chorgemeinschaft der erste Kulturpreis des Landkreises Rosenheim und im 1987 der Kulturpreis des Bezirks Oberbayern verliehen.

„Mein Vater wäre heute gerührt gewesen.“ Mit diesen Worten begann Karl Theodor zu Guttenberg seine Rede. „Dieser Anlass ist ein Brückenschlag zwischen einem Menschen, der gegen den Willen seines Vaters nach Neubeuern kam und dem Ort, in dem er seine Heimat und sein Glück gefunden hat. Er hat dieses Neubeuern geliebt und immer versucht, diese Liebe zurückzugeben.“

Bei allem Erfolg habe sein Vater und die Neubeurer Chorgemeinschaft das Staunen nie verlernt. „Im Namen meiner Familie möchte ich mich bei Euch allen bedanken, dass ihr die Welt habt staunen lassen“, betonte Guttenberg. Weiter erzählte er, dass sein Vater fast nicht mehr aufhören konnte „zu trenzn“, als ihm das „Beurer Gwand“ geschenkt wurde. Denn da habe er sich angenommen und angekommen gefühlt.

Erinnerungen dürfen nicht verblassen

Als ehemaliger Vorsitzender der Chorgemeinschaft bedankte sich Dr. Elmar zur Hörst bei Bürgermeister Schneider, dass er der Chorgemeinschaft nochmal eine Stimme gegeben habe: „Wir leben von Erinnerungen und müssen darauf achten, dass diese Erinnerungen nicht verblassen“, betonte zur Hörst.

Und ein Stück Erinnerung sei dieses Denkmal, das ohne die Mithilfe vieler Helfer nicht zustande gekommen wäre.

Heimatmuseum im Schwirtlich-Haus wurde um ein Zimmer erweitert:

Ergänzend zum Denkmal wurde im Schwirtlich-Haus, dem Kulturhaus am Markt, das Heimatmuseum um ein Zimmer erweitert, in welchem nun Fotos, eine Chronik sowie Auszeichnungen und Preise, die Enoch zu Guttenberg und der Chor über fünf Jahrzehnte verliehen bekamen, zu sehen sind. Zusammengetragen wurden die Dokumente von den ehemaligen Mitarbeiterinnen Hildegard Eutermoser und Gertrud Dürbeck.

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