Freude auf der Fraueninsel: "Inselbräu-Wirt" darf seinen Biergarten nun doch erweitern

Schöne Lage, schlechte Lage: die idyllische Fraueninsel. Dort sieht sich Inselwirt Daniel Hagen in der Corona-Krise vom Freistaat benachteiligt. Foto: dpa
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Schöne Lage, schlechte Lage: die idyllische Fraueninsel. Dort sieht sich Inselwirt Daniel Hagen in der Corona-Krise vom Freistaat benachteiligt. Foto: dpa
  • Michael Weiser
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Erst nein, dann ja zu mehr Biergarten für den Inselbräu. Und nun: Das endgültige: Ja.

Update 23. Juni

Inselbräu darf Biergarten definitiv erweitern 

Die Bayerische Schlösserverwaltung gab dem Wirt am späten Dienstagnachmittag die Erlaubnis, Tische und Bänke auf einen Streifen Grund auszudehnen, der der Schlösserverwaltung gehört. Eine derartige Erweiterung hatte die Behörde ihrem Pächter zuvor verweigert, und zwar mit Hinweis auf Wettbewerbsverzerrung. 

Daniel Hagen, der wie andere Gastronomen auch durch die Erweiterung einen Teil der Sitzplätze wiedergewinnen will, die durch die Corona-Abstandsregeln wegfallen, kann nunmehr auf rund 80 Quadratmetern neun Tische unterbringen. "Da freut sich der ganze Betrieb", sagte er den OVB-Heimatzeitungen.

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Update 19. Juni

Nun also doch: Inselbräu darf Außenbereich offenbar erweitern

Daniel Hagen wird den Außenbereich seiner Gastronomie auf der Fraueninsel nun wohl doch erweitern dürfen. Nachdem der Verpächter der Fläche, der Freistaat Bayern mit der Bayerischen Schlösserverwaltung, sich zunächst dagegen gesperrt hatte, gibt es nun andere Signale aus München.

Die Schlösserverwaltung werde "nochmals auf alle Beteiligten zugehen wird, um eine unbürokratische Lösung auch im Sinne des Pächters zu finden", heißt es in einer Antwort auf eine Anfrage der OVB-Heimatzeitungen. Falls notwendig sollen bestehende Verträge angepasst werden um "eine schnelle und für alle zufriedenstellende Einigung zu erzielen".

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Die Erstmeldung vom 18. Juni

Chiemsee - Hört sich gut an, schaut nur in der Praxis manchmal anders aus. Denn „antragsstellerfreundlich“ zeigt sich der Freistaat selber nicht, wie Daniel Hagen jetzt erfahren musste. Dem Wirt des „Inselbräu“ wurde die Erweiterung seiner Biergartenfläche jetzt verweigert. Von der Bayerischen Schlösserverwaltung. Einer Behörde, die dem Bayerischen Finanzministerium unterstellt ist.

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Sie ist Besitzer der Fläche, auf die Daniel Hagen erweitern wollte. Und lehnte ab, mit Hinweis auf drohende Wettbewerbverzerrungen, sagt Hagen.

Über Facebook hat Daniel Hagen die Öffentlichkeit über die Verweigerung der Erlaubnis informiert. „In unserer Situation macht leider der Erfinder dieses Gedankens nicht mit“, schreibt er. „Auf der Wiese vor unserem Lokal sind wir leider nur Pächter. Der Eigentümer ist der Freistaat Bayern, und genau dieser hat uns die gastronomische Nutzung abgelehnt... traurig aber wahr!“

Kommunen großzüger als der Freistaat?

Viele Kommunen sind dem Aufruf indes gefolgt, vielerorts genehmigt das KVR schnell und verhältnismäßig. In manchen Städten sorgt die Erweiterung der Freiflächen für geradezu südländisches Flair.

In Rosenheim besuchten nach Auskunft eines Sprechers Vertreter der Verwaltung die Fußgängerzone und klärten vor Ort ab, wo um wie viel erweitert werden könne. Anfragen würden weiterhin großzügig behandelt.

Erweiterung auf der Fraueninsel nur in kleinem Umfang

Anders auf der Insel im Chiemsee. Er fühle sich schon stark benachteiligt, sagt Daniel Hagen, nur weil er einen anderen Vertragspartner als andere Wirte habe. Dabei sei es um lediglich 80 Quadratmeter gegangen, ausreichend für „neun Tische, eigentlich lächerlich“.

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Erweitern durfte der Klosterwirt – weil dort der Besitzer keine Einwände hat: Das Anwesen gehört der Benediktinerinnen-Abtei Frauenwörth. Eine Erweiterung auf Gemeindegrund aber genehmigte die Gemeinde nicht. Mit Rücksicht au den „Inselbräu“, vermutet Geschäftsführer Michael Leiner.

Isolierte Lage bringt große Probleme

Daniel Hagen sieht die Wirte auf den Inseln ohnehin in schwieriger Lage. Unter anderem, weil die Schifffahrt auch nach der Lockerung erst einmal mit einem Not-Fahrplan wieder einsetzte. Nunmehr könne man einen schönen Sommer durchaus brauchen.

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Eine Anfrage beim Finanzministerium brachte nur einen Verweis auf die Schlösserverwaltung. Die sei für die Angelegenheit zuständig. Die Anfrage der OVB-Heimatzeitungen hatte die Behörde bis Redaktionsschluss noch nicht beantwortet.

Klaus Stöttner (CSU) plädiert für Prüfung der Angelegenheit

Eingeschaltet hat sich der Landtagsabgeordnete Klaus Stöttner. Der tourismuspolitische Sprecher der CSU-Fraktion und Vorsitzender des Tourismusverbands Oberbayern sagte auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen, er habe sich mit einem Schreiben an das Finanzministerium gewandt. Es solle die Angelegenheit prüfen.

Wenn sich nichts ergebe, wolle er sich an den Finanzminister selbst wenden.

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