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Urteil gefallen

Nach Tankstellen-Überfall in Rosenheim: Diese Strafen haben zwei junge Männer bekommen

Das Fahndungsfoto der Polizei nach dem Überfall auf die Tankstelle.
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Das Fahndungsfoto der Polizei nach dem Überfall auf die Tankstelle.
  • VonMonika Kretzmer-Diepold
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Ein 17-Jähriger versuchte, mit einer Softair-Pistole eine Tankstelle in der Äußeren Münchener Straße in Rosenheim zu überfallen – allerdings vergeblich. Die Jugendkammer Traunstein verurteilte ihn zu einer Jugendstrafe von eineinhalb Jahren mit dreijähriger Bewährung.

Traunstein/Rosenheim – Der 22-jährige Mittäter erhielt eine Erwachsenenstrafe von dreieinhalb Jahren. Bei ihm ordnete das Gericht mit der Vorsitzenden Richterin Heike Will zusätzlich die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an.

Beide Angeklagte hatten die Tat am 26. Februar 2021 gegen 23.12 Uhr in dem Prozess gestanden – der 17-Jährige sofort, der 22-Jährige mit Verzögerung. Die Männer hatten sich an jenem Tag nachmittags bei dem 17-Jährigen, der in einem Dorf im Landkreis Rosenheim wohnt, getroffen. Nach dem Konsum von Alkohol und Drogen wollten sie „noch was zum Kiffen “.

Nach Tankstelle gegoogelt

Der Plan entstand, eine Tankstelle zu überfallen. Der 17-Jährige googelte nach einer Station, die zu nächtlicher Stunde noch geöffnet war. Die beiden gingen die vielen Kilometer zu Fuß in die Stadt und holten die gut 20 Zentimeter lange Gaspistole des 22-Jährigen, die einer echten Waffe täuschend ähnlich sah, aus dessen Wohnung in Rosenheim. In der Tankstelle forderte der 17-Jährige die Kassierin mit vorgehaltener Waffe auf: „Kasse auf, Geld her“. Als ihr Kollege die Polizei rief, flüchteten die Täter – ohne Beute.

Staatsanwalt Ramin Filipov forderte für den fünffach vorbestraften 22-Jährigen mit langjähriger Drogenkarriere eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten sowie Unterbringung in einer Entziehungsanstalt. Der 17-Jährige solle eine Jugendstrafe von zweieinhalb Jahren erhalten. Eine Strafe dieser Höhe sei hilfreich, die positive Entwicklung des Jugendlichen fortzusetzen.

Verteidiger plädiert auf Bewährung

Verteidiger Dr. Georg Karl aus Regensburg beantragte für den älteren Angeklagten neben der Unterbringung zum Entzug eine Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren. Die Tat bewege sich „nahe der Beihilfe“. Der 17-Jährige habe freiwillig von der Fortsetzung der Tat abgelassen und habe ab September einen Ausbildungsplatz, trug Rechtsanwalt Alexander Kohut aus Rosenheim im Plädoyer auf 18 Monate Jugendstrafe mit Bewährung vor. Der Sachverhalt der Anklage mit einer „versuchten schweren räuberischen Erpressung“ habe sich bestätigt, betonte Vorsitzende Richterin Heike Will im Urteil.

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Der Überfall sei mittäterschaftlich erfolgt. Die Kammer gehe von einer „Nähe zum Rücktritt“, aber keinem strafbefreienden Rücktritt aus. Bei dem 17-Jährigen habe man – wie der Vertreter der Jugendgerichtshilfe Rosenheim – auf eine „Schwere der Schuld“ und „schädliche Neigungen“ erkannt.

„Gehen von einmaligem Ausrutscher aus“

Beiden Angeklagten rechnete das Gericht die Geständnisse strafmindernd an sowie eine gewisse Enthemmung durch Alkohol und Drogen. Dem stünden das planvolle Vorgehen und die echt wirkende Waffe entgegen. Die Jugendstrafe des 17-Jährigen habe man „unter Bedenken“ zur Bewährung ausgesetzt. Dazu die Vorsitzende Richterin: „Mit begründeter Hoffnung gehen wir von einem einmaligen Ausrutscher aus.“

Zu dem Tatbeitrag des 22-Jährigen stellte Heike Will fest: „Wir gehen von einem arbeitsteiligen Wirken aus. Sie sind ein bisschen pfiffiger und haben den Mitangeklagten die Drecksarbeit machen lassen.“ Wegen einer„Hangtat“ sei bei dem 22-Jährigen eine Unterbringung mit etwa zweijähriger Therapiezeit angeordnet worden.

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