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Corona-Impfstoff mit Zyklon B – Fehlverhalten auf Demo in Regensburg

Nach Rauswurf bei der AfD: Rechter Rosenheimer Aktivist Bauer zu Geldstrafe verurteilt

Vor der Gedenkstätte Mauthausen spielte Stefan Bauer seinen skandalösen Clip ein.
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Vor der Gedenkstätte Mauthausen spielte Stefan Bauer seinen skandalösen Clip ein.
  • Mathias Weinzierl
    VonMathias Weinzierl
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  • Michael Weiser
    Michael Weiser
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Vor der KZ-Gedenkstätte Mauthausen verglich er die Corona-Impfstoffe mit dem Nazi-Gift Zyklon B und verharmloste den Holocaust. Dafür hat die AfD den Rosenheimer Youtuber Stefan Bauer rausgeworfen. Nun ist er zu einer Geldstrafe verurteilt worden – wegen seines Verhaltens bei einer Demonstration in Regensburg.

Update 13. Oktober: Amtsgericht Regensburg verhängt Geldstrafe gegen Bauer

Rosenheim/Regensburg – Nach dem Rauswurf aus der AfD nun der nächste Rückschlag für den rechten Rosenheimer Youtuber Stefan Bauer: Nach Angaben des News-Portals regensburg-digital.de ist Bauer vor dem Amtsgericht Regensburg zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Nach Angaben der Nachrichtenseite hatte Bauer bei einer Querdenker-Demo das Polizeiaufgebot gefilmt, die Aufnahmen veröffentlicht und dabei nach Einschätzung des Gerichts das Kunsturhebergesetz verletzt.

Bauer soll nun eine Strafe von 20 Tagessätzen zu je 15 Euro – also insgesamt 300 Euro – zahlen. Eine Einstellung des Verfahrens gegen die Zahlung einer Geldauflage an eine gemeinnützige Einrichtung hatte der 47-Jährige abgelehnt und ein Urteil gefordert. Dagegen wolle er nun in Revision gehen.

In der jüngeren Vergangenheit hatte Bauer unter anderem mit der Verharmlosung des Holocausts und einem kruden Vergleich auf sich aufmerksam gemacht. So verglich er vor der österreichischen KZ-Gedenkstätte Mauthausen die Corona-Impfstoffe mit dem Nazi-Gift Zyklon B.

Bauer kann sich, wie er den OVB-Heimatzeitungen mitteilte, nach seinem Ausschluss aus der AfD die Partei „die Basis“ als neue politische Heimat vorstellen. Die neue Partei aber tritt da erstmal auf die Bremse. Der Kreisverband behalte sich stets die Prüfung der „Gesinnung und des Werdegangs einzelner Antragsteller“ vor, stellte Kreisvorsitzende Vroni Herwegh klar. „Totalitäre, diktatorische oder gewalttätige Bestrebungen“ lehne man ab.

Der ursprüngliche Artikel vom 5. Oktober

Rosenheim – Die AfD und der Youtube-Aktivist Stefan Bauer gehen endgültig getrennte Wege. Das ergab eine Anfrage bei Stefan Bauer. „Das Ausschlussverfahren ist durch“, sagte Bauer den OVB-Heimatzeitungen. Der Bundesvorstand der „Alternative für Deutschland“ bestätigte den Rauswurf des Rosenheimers.

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Bauer hatte im März dieses Jahres als Anti-Corona-Propagandist an der KZ-Gedenkstätte Mauthausen mit einem Videoclip für einen Eklat gesorgt. In seinem Clip hatte AfD-Aktivist Bauer die Covid-Schutzimpfung mit dem Einsatz des Giftgases Zyklon B verglichen.

Bauer stand einst für die AfD auf der Kandidatenliste

Mit dem Ausschluss Bauers, der für die AfD sogar für den Rosenheimer Stadtrat kandidiert hatte, zieht die AfD die Konsequenz aus dem Skandal und die Empörung, die sich an ihm entzündete. Und Bauer fühlt sich von der AfD offenbar verraten. „Ich scheide mit Groll von der AfD“, sagte er den OVB-Heimatzeitungen.

Der Rosenheimer nahm seinen Clip vor den Toren der Gedenkstätte Mauthausen unweit der Stadt Linz auf. In seinem Beitrag zog er Parallelen zwischen NS-Regime und Bundespolitik. „Wir hoffen alle, dass sich so eine Zeit nicht mehr wiederholt“, sagte er, „dementsprechend hoffen wir auch nicht, dass irgendjemand vorhat, wieder Konzentrationslager einzurichten, auch nicht für Leute, die die Impfung verweigern oder sich nicht testen lassen wollen.“

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Außerdem seien die Corona-Impfstoffe das neue Zyklon B. Eben mit diesem Gift hatten die Nationalsozialisten in Konzentrationslagern massenhaft Menschen ermordet. Viele Österreicher reagierten empört. So nannte Österreichs Innenminister Nehammer die Äußerungen „widerwärtig und kriminell“.

AfD-Bundesvorsitzende forderten Rausschmiss Bauers

Die AfD äußerte sich ebenfalls ungehalten und distanzierte sich von Bauer. Bundessprecher Jörg Meuthen sprach von „absurden und zutiefst abstoßenden Vergleichen“. Meuthens Co-Bundesvorsitzender Tino Chrupalla forderte den Rausschmiss Bauers. Von der Ankündigung bis Ausschluss ist es allerdings ein weiter Weg, der in diesem Fall bis zum Bundesvorstand führte.

Stefan Bauer ist in der Querdenkerszene vernetzt und genießt als selbst ernannter „Aufklärer“ einen gewissen Bekanntheitsgrad.

Stefan Bauer war an der Seite von Attila Hildmann

Schon vor dem Mauthausen-Video trat er an der Seite des aggressiven Verschwörungstheoretikers Attila Hildmann auf. Schon da sei die Entfremdung zwischen Bauer und der AfD schon so weit vorangeschritten, dass man ihm die Mitgliedschaft habe entziehen wollen, sagte nach dem Mauthausen-Vorfall der AfD-Kreisvorsitzende Andreas Winhart. Der Landesvorstand habe danach lediglich auf ein Mediationsgespräch gedrungen. Ansonsten hätte man die Angelegenheit bereits im Sommer 2020 „erledigen“ können.

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Stefan Bauer selbst will aktiv bleiben. „Vorstellbar ist einiges“, sagt er. Er sei immer gern dabei, wenn etwas Neues auftrete, die Altparteien seien diskreditiert. Seine Zukunft könnte bei der „Basis“ liegen. Er habe bereits einen Wahlaufruf für die Partei gemacht. Corona sei das wichtigste Thema, und die neue Partei habe sich da bereits verdient gemacht.

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