Nach der Kontrolle in den Tod

Kampf um Leben und Tod: Der einzige Überlebende wird mit dem Hubschrauber ins Klinikum geflogen. Foto reisner/unf

Rosenheim/Flintsbach - Nach dem furchtbaren Unfall, der am Montag auf der Inntalautobahn drei junge Rumänen in den Tod riss, blieb die Frage nach dem Warum auch gestern unbeantwortet. **Weitere Bilder und Video auf rosenheim24.de**

Bei zwei Rosenheimer Schleierfahndern ist die Betroffenheit besonders groß. Sie hatten die vier Freunde - einer überlebte schwerstverletzt - nur eine halbe Stunde vor der Tragödie am Irschenberg einer Kontrolle unterzogen.

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Ein sehr altes Auto, ein Überführungskennzeichen, im Wagen vier junge Männer mit südländischem Aussehen: Für die Schleierfahnder war es ein Routineeinsatz, als sie den auffälligen VW Golf - vorne rot und hinten weiß lackiert - am Montag um kurz nach 9 Uhr auf der A8 am Irschenberg stoppten. Und tatsächlich gab es nichts zu beanstanden: Das Auto - Baujahr 1989 mit einem Schätzwert von etwa 1000 Euro - war fahrtüchtig, der Fahrer ebenso. Also durfte das Quartett weiterfahren.

30 Minuten später war nur noch Costel D. (19), der auf der Rückbank hinten links saß, am Leben. Wie berichtet, hatte der 20-jährige Fahrer auf der A93 auf Höhe Flintsbach den Autobahnparkplatz "Gletschergarten" angesteuert und war ungebremst auf das Heck eines Lkw aufgefahren, der dort ordnungsgemäß auf der rechten Spur geparkt war.

Für die zwei Männer vorne und den Mitfahrer auf der rechten hinteren Rückbank kam jede Hilfe zu spät, der einzige Überlebende wurde mit dem Rettungshubschrauber ins Rosenheimer Romed-Klinikum geflogen. Der Gesundheitszustand des 19-Jährigen sei weiterhin ernst, aber stabil, hieß es gestern.

Den Grund, warum das Auto kerzengerade in den Lkw schoss, wird man wohl nur erfahren, wenn er wieder vernehmungsfähig ist. Um die Überführung seiner getöteten Freunde in ihr Heimatdorf in der Provinz Vaslui im Osten Rumäniens kümmert sich indessen das rumänische Generalkonsulat in München. Gestern wurden die Opfer noch in der Rechtsmedizin in München obduziert. Aufgrund der Kontrolle wurde dabei auf Alkohol- und Drogentests verzichtet. Diese Verdachtsmomente konnten durch die Überprüfung bereits ausgeschlossen werden.

Die Polizei sucht weiterhin Zeugen. Wer Angaben zu dem Unfall machen kann, meldet sich unter Telefon  0 80 35/90 68-0  bei der Verkehrspolizeiinspektion.

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