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PROZESS AM LANDGERICHT TRAUNSTEIN FORTGESETZT

Mord in Bergen: Wurde das Opfer mit diesem goldenen Buddha erschlagen?

Die angebliche Tatwaffe, eine 719 Gramm schwere Buddha-Figur.
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Die angebliche Tatwaffe, eine 719 Gramm schwere Buddha-Figur.
  • VonMonika Kretzmer-Diepold
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Der Traunsteiner Schwurgerichtsprozess gegen einen 61-Jährigen an, der eine 59-Jährige am 9. Januar 2020 in Bergen ermordet haben soll, wurde fortgesetzt. Zu Wort kamen im Zeugenstand Wohnungsnachbarn der Verstorbenen. Außerdem wurden Details über die Tatwaffe bekannt.

Traunstein/Bergen – „Sie war total verliebt in den Mann, erzählte von ihm nur das Beste, beschrieb ihn als gut situiert und gemachten Mann.“ Das gab eine Wohnungsnachbarin im Traunsteiner Schwurgerichtsprozess gegen einen 61-Jährigen an, der eine 59-Jährige am 9. Januar 2020 in Bergen ermordet haben soll. Der Täter hat bereits gestanden, die Frau in einem Wutanfall erwürgt, ihre Leiche zerstückelt und die Teile in einem Wald nahe Traunstein vergraben zu haben. Einen Tötungsvorsatz verneinte er jedoch.

Opfer und Täter hatten sich Ende 2019 über ein Internetportal kennengelernt. Die 59-Jährige, die sich als „wohlhabende Privatière“ bezeichnet hatte, lud den im oberösterreichischen Pöndorf lebenden gebürtigen Traunsteiner zu sich nach Bergen ein. Die Tat soll sich am Morgen des 9. Januar 2020 beim Sex im Schlafzimmer ereignet haben. Während Staatsanwalt Markus Andrä von einem Schlag mit einer goldenen Buddha-Statue gegen den Kopf der 59-Jährigen ausgeht, berief sich der Angeklagte auf eine Art Unfallgeschehen mit Fallen des Kopfes gegen eine Kante.

Geschlagen und gewürgt

Als das Opfer ihn daraufhin in den Rücken getreten habe, habe er die schreiende Frau geschlagen und gewürgt, bis sie sich nicht mehr bewegte. Die 59-Jährige erlitt schwerste Rücken- und Kopfverletzungen bis hin zu Hirnblutungen. Nach ihrem Tod holte der 61-Jährige mit dem – nach seinen Worten „zufällig“ gefundenen – Tresorschlüssel Bargeld in Höhe von über 85 000 Euro, Schmuck und Gold aus dem Safe im Schlafzimmer. Er fuhr nach Österreich, kehrte aber zurück. In der Nacht des 10. Januar 2020 schleppte er die Leiche in den Keller, zerlegte sie nach seinen Worten mit einem gelben Cuttermesser, verpackte die Teile einzeln und schaffte sie später mit dem Auto der Getöteten fort.

Der Pkw wurde am 30. Januar 2020 in Traunstein gefunden. Nach der Festnahme Anfang März 2020 führte der 61-Jährige die Ermittler in Gegenwart seines Verteidigers Harald Baumgärtl aus Rosenheim selbst zu der Stelle, an der er die Leichenteile in Sporttaschen vergraben hatte.

Vielfach vorbestraft wegen Vermögensdelikten

Der gelernte Tischler, vielfach vorbestraft wegen Vermögensdelikten, hatte laut Anklage von Staatsanwalt Markus Andrä und Staatsanwältin Karin Hahn zur Tatzeit massive finanzielle Probleme. Seine dritte Ehefrau hatte ihn verlassen, Mietschulden häuften sich, die Kündigung drohte, sein Auto war defekt. Nach der Tat beglich er Schulden, kaufte ein anderes Auto, Elektronik und Möbel.

Das Schwurgericht mit Vorsitzendem Richter Erichs Fuchs hörte gestern Wohnungsnachbarn der Verstorbenen in dem Fünfparteienhaus an. Eine 45-Jährige schilderte die 59-Jährige, eine Frührentnerin und Witwe eines Goldschmieds, als „offene, freundliche, hilfsbereite Frau - die gerne wieder einen Partner gehabt hätte, der für sie sorgt“. Die 45-Jährige erfuhr von der Nachbarin über den Angeklagten: „Er hat eine Tischlerei in Österreich, verdient gut. Er ist ein gemachter Mann, ist sportlich und taucht.“ Die Zeugin informierte weiter, die 59-Jährige habe auch vielen anderen Leuten von ihrem Tresor erzählt: „Sie hat ihren Safe geliebt. Er stammte von ihrem verstorbenen Mann.“

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Gelebt habe das Opfer bescheiden. Hätte ein Mann von ihr Geld haben wollen, wäre sie „hellhörig“ geworden: „Sie hätte sich nie mit jemand eingelassen, der kein Geld hat.“ Eine andere Mieterin betonte, sie habe die 59-Jährige mehrmals gewarnt vor Internetbekanntschaften. Offensichtlich wussten mehrere Hausbewohner von wechselndem Männerbesuch bei der Mieterin im ersten Stock.

„Nur einen Mord gemacht“

Der Angeklagte hatte in der Zeit, in der er die 59-Jährige traf, und auch nach deren Tod Kontakte mit anderen Frauen aus einem Dating-Portal. Eine Traunreuterin wirkte ziemlich beeinträchtigt bei ihrer Vernehmung. Sie wurde auf ihren Wunsch von einer Justizwachtmeisterin abgeschirmt in Richtung Anklagebank. Über das Internet verabredete sich der 61-Jährige damals auch mit einer Österreicherin. Ihr schickte er ein Foto von seiner neuen Ledercouch. Auf ihre Frage, „ob er im Lotto gewonnen oder eine Bank ausgeraubt habe“, erklärte er: „Nein, ich hab nur einen Mord gemacht.“

Der Prozess wird am 22., 23., 25. und 26. März, jeweils um 9 Uhr, fortgeführt.

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