Meridian dünnt Fahrplan wegen Corona aus – Pendlerin sorgt sich um Abstände zwischen Fahrgästen

Der Meridian reduziert infolge der Coronakrise Zugverbindungen. dpa
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Der Meridian reduziert infolge der Coronakrise Zugverbindungen. dpa
  • vonAlexandra Schöne
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Kann der notwendige Abstand zwischen den Fahrgästen noch eingehalten werden, wenn der Meridian seine Verbindungen aufgrund der Corona-Krise ausdünnt? Diese Frage treibt eine Pendlerin aus Großkarolinenfeld um. Das Bahnunternehmen beruhigt: Durch die sinkenden Fahrgastzahlen gäbe es da keine Probleme.

Rosenheim – Sie pendelt täglich nach München, um ihrer Arbeit in der Sozialverwaltung nachgehen zu können. Trotz Coronakrise ist für Susanne M. aus Großkarolinenfeld kein Homeoffice möglich – sie ist deshalb eine der wenigen Berufspendler, die noch auf die täglichen Züge des Meridians von und nach München angewiesen ist.

Spürbar weniger Fahrgäste

Jetzt hat das Unternehmen mitgeteilt, seine Zugverbindungen zu reduzieren. Ab sofort fährt nur noch ein Zug pro Stunde anstelle von zwei. In der vergangenen Woche seien es zwar schon spürbar weniger Fahrgäste gewesen, sodass genügend Abstand gehalten werden konnte. Die Sache beschäftigt Susanne M. trotzdem. „Meine Sorge ist, dass einfach mehr Leute in einem Zug sind, wenn diese Verbindungen ausgesetzt werden und man sich nicht ausreichend separieren kann“, sagt sie. „Vor allem, wenn die Züge auch noch einteilig sind, was durchaus manchmal vorkommt.“

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Sie hoffe einfach, dass die Verantwortlichen des Meridians so viel Augenmaß haben, die Bahnen entsprechend lang zu machen. Zudem sei bemerkbar, dass es für einige Menschen aus Gewohnheit schwer sei, sozialen Kontakt auch in der Bahn zu vermeiden.

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„Manche sitzen trotzdem noch in einem Viererplatz mit ihren Arbeitskollegen zusammen. Das ist vermutlich die Macht der Gewohnheit. Aber man muss jetzt einfach wirklich umschalten, sobald die Haustür hinter einem ins Schloss fällt“, betont sie.

Die gegenwärtige Corona-Situation beeinflusse die Menschen merklich, die Emotionen kochen hoch. „In der vorigen Woche gab es leichte Zusammenstöße zwischen Gästen. Es wurde nicht handgreiflich, aber es waren laute Auseinandersetzungen.“ Das sei unangenehm, vor allem da auch keine Zugbegleiter mehr durch die Wagen gehen würden, die im Ernstfall schlichten könnten.

Viele Freistellungen und Krankmeldungen

Ein Sprecher des Meridians begründet die reduzierten Zugverbindungen mit den Auswirkungen der Coronakrise im Personalbereich. „Wir müssen jetzt auf ein möglich stabiles Grundangebot ausweichen. Das liegt auch daran, dass wir unternehmensintern eine hohe Zahl an Freistellungen und Krankmeldungen haben.“

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Deswegen werde in dieser Woche der Zugbetrieb auf einen Stundentakt jeweils von und nach Salzburg sowie von und nach Kufstein zurückgehen. Laut dem Sprecher verzeichnet der Konzern aktuell einen Rückgang an Fahrgästen von rund 85 Prozent. Durch die zusätzlichen Ausgangsbeschränkungen seien die Fahrgastzahlen weiterhin rückläufig. Deshalb, so heißt es, rechnet man bei der Auslastung der Züge mit keinen Engpässen.

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„Im Fall von Corona-bedingtem Personalmangel wollen wir die bestmöglichste Grundversorgung sicherstellen. Deshalb bereiten wir zusammen mit der Bayerischen Eisenbahngesellschaft und dem Infrastrukturbetreiber DB Netz weitere Rückfallkonzepte vor“, so der Meridian-Vertreter.

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