Wettstreit im TV: Welcher Chiemgauer Wirt hat bei "Mein Lokal, Dein Lokal" die Nase vorn?

Warten auf die Entscheidung am Freitag bei der Sendung „Mein Lokal, dein Lokal“, die gerade auf Kabel 1 ausgestrahlt wird: Tobias und Diana Hartmann, Wirte des Gasthaus „Weingarten“ in Rimsting. re
  • Elisabeth Sennhenn
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  • Martin Tofern
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„Wir wissen, was wir können“. Fabian Eiben, 31, Junior-Gastgeber des Garden Hotels Reinhart in Prien, zeigt sich selbstbewusst. In der TV-Serie „Mein Lokal, Dein Lokal“ auf Kabel eins tritt der 31-Jährige derzeit gegen vier andere Wirte aus dem Chiemgau in einem Kochwettbewerb ab.

Prien/Rimsting – In dieser Staffel sind neben Eiben und dem Garden Hotel noch Christian Sundt-Johannesen von der Meindl Alm in Bergen, Tobias Hartmann vom Weingarten in Rimsting, Korbinian Mayer vom Schellenberg in Bergen, und Alexa Strasser vom Schnitzelbaumer in Traunstein vertreten.

Rindercarpaccio und Hummer-Cannelloni

In jeder Folge ist ein Wirt der Gastgeber und serviert seinen Kollegen ein Menü. Die anderen Wirte müssen das Essen beurteilen und mit Punkten bewerten. Gleich in der ersten Folge waren Fabian Eiben und das Garden Hotel Reinhart dran und gleich mächtig abgeräumt: Eiben und sein Koch Christian Amtmann, 26, holten 35 von 40 möglichen Punkten. 

Zeigt sich selbstbewusst: Fabian Eiben, Junior-Gastgeber aus Prien.

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Da standen so exklusive Gerichte wie Krustentierschaumsuppe, Rindercarpaccio oder Hummer-Cannelloni auf dem Speiseplan. „Christian hat schon in Sternehäusern gearbeitet, unter anderem beim Winkler in Aschau“, erklärt Eiben. Nach dem guten Start hofft er natürlich, vorn zu bleiben.

Wirt erklärt Regeln

Um das zu erreichen, hätte Eiben bei den Testessen bei den anderen Wirten möglichst wenig Punkte geben können. Doch diese Möglichkeit verneint Eiben deutlich: „Es gibt da gewisse Regeln. Wenn man etwa nur sechs von zehn möglichen Punkten vergibt, dann muss man das auch begründen.“ Es sei also nicht so einfach, die anderen schlecht zu bewerten.

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Die Motivation bei der kleinen Serie mitzumachen, war eine Portion Neugier und das Kalkül, dass man sich „diese kostenfreie Werbung nicht entgehen lassen darf“. Außerdem war sich Eiben sicher, dass „hier keiner bloßgestellt wird.“

Die Drehs für die fünf Folgen der Serie brauchten jeweils einen ganzen Tag. „Das war ganz schön anstrengend“, erklärt Eiben. „Das ging von 10 Uhr Vormittag bis 12 Uhr nachts“, sagt Eiben. Nach dem eigentlichen Testessen seien am Abend noch die verschiedenen Interviews gedreht worden.

Kleine Aufwandsentschädigung vom TV-Sender

Und der Lohn für die TV-Arbeit neben der kostenlosen Werbung? Eine kleine Aufwandsentschädigung und das Lob der anderen Wirte, das Eiben und seinem Koch ja niemand mehr nehmen kann.

Diese Erfahrung teilt er mit Tobias Hartmann und dessen Frau Diana – die Pächter des Gasthauses „Weingarten“ in Rimsting hatten gestern abend ihren TV-Auftritt und sind entsprechend nervös, was die Entscheidung am Freitag bringt. „Der Dreh fand ganz knapp vor dem Lockdown statt“, erinnert sich Tobias Hartmann, „es war ein ganz schöner Stress. Am Freitag war noch das Kamerateam da, am Samstag mussten wir schon schließen.“ Das ist nun vorbei, und die Hartmanns freuen sich über die zusätzliche, öffentliche Aufmerksamkeit, das die Ausstrahlung mit Sicherheit bringen wird.

Wenn der Schmarrn zu lange stehen muss

Ob sie es schaffen und als Sieger hervorgehen? Hartmann seufzt: „Naja, ich glaube, die anderen fanden, unsere Wildschweinlende war noch zu rosa, dabei ist das heutzutage durchaus üblich, Schwein nicht ganz durchzugaren.“ Auch will er im Gäste-Feedback gehört haben, dass der als Nachtisch servierte Kaiserschmarrn nicht fluffig genug gewesen sei. „Dafür können wir leider nichts, wegen der Dreharbeiten musste das Dessert einige Zeit stehen, ehe es serviert wurde.“ Möglicherweise hat das die Hartmanns wertvolle Punkte gekostet.

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„Ach, die Bewertung ist am Ende doch irgendwie zweitrangig“, findet „Inselbräu“-Wirt Daniel Hagen. 2016 hat er bei der Sendung mitgemacht und ging – zusammen mit dem „Romanicum“ aus Raubling als Sieger hervor. „Die Leute merken sich eher, ob du als Wirt sympathisch rüber gekommen bist“, ist Hagen überzeugt. Ihm hat der Gewinn damals, auch wenn er das Preisgeld von 3000 Euro mit dem „Romanicum“ teilen musste, hinterher mehr Besucher gebracht.

Der Sender hatte ihn angerufen

Er glaubt aber, das wäre auch ohne den ersten Platz so gekommen, weil er sich vor der Kamera genauso gegeben habe, wie er nun mal sei. Er sei damals vom Sender angerufen worden, ob er mitmachen wolle, und er habe spontan zugesagt. „Obwohl es dann ein ganz schöner Aufwand war, eine ganze Woche lang jeden Abend bei einem anderen Wirt essen gehen und das dann bewerten“, schmunzelt er: „Vom Mauracher aus Traunstein kam ich zum Beispiel um 2.30 Uhr in der früh nach Hause und musste dann selbst gleich wieder um 8 Uhr in meinem Betrieb stehen.“

Sieg 2016 geht auf die Fraueninsel und nach Raubling

Eine bleibende Erinnerung an den Gewinn sieht man beim „Inselwirt“ auf der Fraueninsel übrigens nicht: Kein Extra-Möbelstück, das er sich davon gegönnt hat, keinen gravierten Bierkrug oder ähnliches. Die Hälfte des Preisgelds, das ihm zustand, habe er ganz normal als Betriebseinnahme versteuern müssen, lacht Hagen: Eigentlich hätte er sich davon einen Kurzurlaub leisten wollen. Aber, typisch Gastwirt, sei es am Ende anders gekommen: „Das ist einfach alles in die Buchhaltung gewandert.“

Die kommenden Sendezeiten von "Mein Lokal, dein Lokal" 2020

30. Juni 2020, 17:55 Uhr: Gasthaus Weingarten in Rimsting 

1. Juli 2020, 17:55 Uhr: Gasthaus Schellenberg in Bergen 

2. Juli 2020, 17:55 Uhr: Brauerei-Ausschank Schnitzlbaumer in Traunstein 

3. Juli 2020, 17:55 Uhr: Meindl Alm in Bergen

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