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„Müssen das Problem in den Griff bekommen“

Mehr Rettungseinsätze, weniger Personal: Rosenheimer Zweckverband legt brisante Zahlen vor

Ein Patient wird in der Notaufnahme des Rosenheimer Romed-Klinikums eingeliefert. Derzeit kommt es immer wieder vor, dass die Notaufnahme kurzzeitig keine Patienten mehr annehmen kann.
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Ein Patient wird in der Notaufnahme des Rosenheimer Romed-Klinikums eingeliefert. Derzeit kommt es immer wieder vor, dass die Notaufnahme kurzzeitig keine Patienten mehr annehmen kann.

„Der Rettungswagen kommt noch, aber die Einsatzzahlen steigen deutlich an.“ Das war die Kernaussage der Versammlung des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung. Die Einsatzzahlen haben sich erhöht, gleichzeitig stellt fehlendes Personal in Kliniken auch die Einsatzdienste vor Probleme.

Rosenheim – Auf die Brisanz der erhöhten Einsatzzahlen im Rettungsdienstbereich wies die Geschäftsleiterin des Verbandes, Nina Hoover, hin: „Das beschäftigt uns sehr. Wir haben eine der höchsten Auslastungen im Krankentransport in Bayern. Hier wurden bereits gemeinsam mit den Krankenkassen und den Durchführenden des Rettungsdienstes Maßnahmen ergriffen, um dem zu begegnen. Wir müssen das Problem in den Griff bekommen“, betont sie die Dringlichkeit weiterer Maßnahmen.

Der Fokus hier liege derzeit auf der Beibehaltung der bisher erreichten Steigerung der Vorhaltestunden der Rettungsmittel.

Fünf zusätzliche Stellen bei der Leitstelle

Auch in der Integrierten Leitstelle ist zusätzliches Personal zur Bewältigung der gesteigerten Einsatzzahlen notwendig. Deshalb stimmte die Versammlung dem Antrag der Stadt Rosenheim als Betreiber der Integrierten Leitstelle zu, die Kosten für fünf zusätzliche Stellen dort zu übernehmen. Drei dieser Stellen sind für zusätzliche Disponenten zur Bewältigung der Aufgaben in der Einsatzzentrale notwendig. Zudem sind aufgrund der zunehmenden technischen Komplexität auch zwei IT-Stellen genehmigt worden.

Die steigenden Einsatzzahlen sind das eine, die Personalsituation das andere. Mit den anhaltenden und steigenden Personalausfällen bei Ärzten und Pflegepersonal, gebündelt mit den erhöhten Patientenzahlen zeichnete der Landesbeauftragte Ärztlicher Leiter Rettungsdienst in Bayern und Chefarzt der Zentralen Notaufnahme im Romed-Klinikum Rosenheim, Dr. Michael Bayeff-Filloff, im Anschluss ein kritisches Bild: „Wir haben in der Notaufnahme mehr Patienten als vor Corona, in Rosenheim sind wir wieder auf dem Patientenstand von 2019. Die Covid-Patienten kommen weiterhin noch oben drauf“, erläuterte er. Dies führe zwangsläufig dazu, dass Notaufnahmen kurzzeitig schließen, also vom System abgemeldet werden müssten.

Die Folge dieser Situation: Rettungswagenteams können diese Notaufnahmen nicht mehr anfahren. Wenn Patienten stabil seien, werde bis nach Trostberg gefahren. In dieser Zeit fehle aber der Rettungswagen natürlich für die Notfallrettung in Rosenheim und Miesbach.

Positiv hervorgehoben wurde von allen Beteiligten die gute und kompromissbereite Zusammenarbeit aller beteiligten Organisationen. Christof Vornberger vom ZRF betont die einheitliche Ausbildung. „Wir trennen keine Landkreise: Im Ernstfall helfen wir alle da, wo Hilfe nötig ist.“ Es sei zwischen allen Kooperationspartnern ein Miteinander, kein Gegeneinander.

Ein weiteres wichtiges Thema der Sitzung war die Umstellung auf die digitale Alarmierung. Der Landkreis Rosenheim hat bereits 2015 begonnen, auf den Digitalfunk umzustellen. Im nächsten Schritt soll nun auch die Alarmierung der Einsatzkräfte digital werden. Dies soll in mehreren bayerischen Landkreisen passieren. Um in diesen Prozess aufgenommen zu werden, wird die Geschäftsleitung nun stellvertretend für den Verband die Absichtserklärung zur Einführung der digitalen Alarmierung unterzeichnen.

Landrat lobt „gute Zusammenarbeit“

Landrat Otto Lederer bedankte sich bei allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit und bei der Stadt Rosenheim und dem Landkreis Miesbach für das gute Miteinander. Der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Rosenheim umfasst die Stadt Rosenheim sowie die Kreise Miesbach und Rosenheim.

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