Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Klarer Trend erkennbar

Viele Absolventen nicht vom Bauernhof: Abschluss an Rosenheimer Land- und Hauswirtschaftsschule

Die Besten aus dem Bereich Hauswirtschaft: Magdalena Gilg (links) und Theresa Gschwendtner (Zweite von rechts) mit AELF-Leiter Georg Dr. Kasberger und Schulleiter Anna Bruckmeier.
+
Die Besten aus dem Bereich Hauswirtschaft: Magdalena Gilg (links) und Theresa Gschwendtner (Zweite von rechts) mit AELF-Leiter Georg Dr. Kasberger und Schulleiter Anna Bruckmeier.

Die Land- und Hauswirtschaftsschule Rosenheim hat jetzt ihre Absolventen verabschiedet. Über ein Viertel der Schüler kommen nach Angaben von Ausbildungsberater Karl Huber ursprünglich gar nicht aus einem landwirtschaftlichen Betrieb. Ein Trend, der anhalten könnte, wie Huber glaubt.

Rosenheim – „Ihr wisst nicht nur, wie’s geht, sondern auch, wie man’s macht“, stellte der neue Leiter des Amts für Ernährung, LandWirtschaft und Forsten (AELF) Rosenheim Dr. Georg Kasberger bei der Freisprechungsfeier der Land- und Hauswirtschaftsschule in Rosenheim fest. Praktisches Wissen sei in der heutigen Zeit gefragt. Er zeigte sich sicher, dass sich dieser Trend verstärken wird.

Musikalische Umrahmung

Coronabedingt wurden die Abschlusszeugnisse nicht wie sonst im Rahmen einer Feier mit den Ausbildern und den Familien der Absolventen übergeben. Stattdessen konnte Schulleiterin Anna Bruckmeier nur die neuen Hauswirtschafterinnen und Landwirte selbst sowie Vertreter der Berufsschule und der Prüfungsausschüsse in zwei getrennten Feiern in die Aula der Landwirtschaftsschule einladen. Quirin Schatz und Matthias Sanftl umrahmten den Abend mit Ziach und Gitarre.

„Unsere Ausbildungsbetriebe im Landkreis sind ein großer Schatz“, betonte Anna Bruckmeier. Auch Wolfgang Hampel, ehemaliger Leiter des Landwirtschaftsamtes und nun im Ruhestand erklärte, er habe Länder bereist, in denen die Ausbildung nicht so planvoll ablaufe. Dort funktioniere dann auch sonst nichts, da die Grundlagen fehlten.

Die Auszubildenden arbeiten, wie in der dualen Ausbildung üblich, im zweiten und dritten Lehrjahr in Praxisbetrieben mit. Eine Besonderheit in der Haus- und Landwirtschaft ist es, dass dies in der Regel zwei Betriebe sind, in denen die jungen Menschen jeweils ein Jahr bleiben.

Lesen Sie auch: Harte Arbeit in luftiger Höhe: So läuft der Alltag auf der Schweinsteigeralm am Sudelfeld ab

Wie bedeutend dies ist, war in den Interviews zu hören, die Anna Bruckmeier mit einigen der Absolventen führte. Alle betonten, wie wichtig es für sie war, breit gefächerte Einblicke in die Arbeitsabläufe ihrer erfahrenen Ausbilder zu erhalten. Bei den Landwirten waren dies verschiedene Strategien in der Betriebsführung oder die Unterschiede zwischen konventioneller und ökologischer Landwirtschaft, bei den Hauswirtschafterinnen zum Beispiel die speziellen Herausforderungen, wenn man eine große Kinderschar oder Senioren mit Demenz betreut.

Die Besten aus dem Bereich Landwirtschaft: (von links) Josef Huber, Franca Linder und Leonhard Wieser. Hanfstingl

Eine Fülle an Möglichkeiten

Die Ausbildung in der Hauswirtschaft biete eine Fülle an beruflichen Möglichkeiten, die einem zuerst oft gar nicht bewusst seien, meinte eine der Absolventinnen. Theresia Huber, die Bildungsberaterin Hauswirtschaft, stellte das neue Prüfungskonzept vor. Die Prüflinge können ihr Praxisthema dabei selbst entwerfen und ausarbeiten. Bewertet werden vor allem die Bereiche Kalkulation, Marketing, Reflexion und Präsentation.

Von den 37 angetretenen Prüflingen haben 35 bestanden. Den besten Abschluss erzielte Magdalena Gilg aus Aßling vom Ausbildungsbetrieb Dirnecker in Eiselfing, gefolgt von Maria Stölzle aus Rottach-Egern, die die Ausbildung über die Teilzeitschule und den Nachweis von Praxiszeiten durchlief, und Theresa Gschwendtner aus Bad Aibling vom Ausbildungsbetrieb Wöstner in Bruckmühl-Maxhofen.

Lesen Sie auch: Von Äpfel und Birnen viel Ahnung: Streuobstanbau hat im Kreis Rosenheim viel Tradition

Für den Ausbildungsberater in der Landwirtschaft, Karl Huber, war es die 25. Freisprechungsfeier. Er wird demnächst in den Ruhestand gehen, die Beratung rund um die landwirtschaftliche Ausbildung übernimmt Christian Tegethoff, der auch als Almfachberater tätig ist.

43 Lehrlinge seien zur Prüfung angetreten, von denen 40 bestanden haben, berichtete Huber. Er werde oft gefragt, welche Leute das denn seien, die heute Landwirtschaft lernten. Über ein Viertel des Prüfungsjahrgangs, nämlich elf Auszubildende, stammten selbst nicht aus einem landwirtschaftlichen Betrieb. Dieser Trend nehme eindeutig zu, betonte der Ausbildungsberater. Zehn der Lehrlinge konnten die Lehrzeit verkürzen, da sie zuvor einen anderen Beruf erlernt hatten. Heuer waren im Jahrgang auch neun junge Frauen, die die Ausbildung zur Landwirtin erfolgreich abschlossen. „Und passt auf, die sind richtig gut!“ wandte sich Huber an die männlichen Junglandwirte.

Lesen Sie auch: Kräftespiel um die Milch: Warum auch Rosenheimer Verbraucher Einfluss auf den Preis haben

Prüfungsbester bei den Landwirten war Josef Huber aus Bad Feilnbach vom Ausbildungsbetrieb Martin Gasteiger in Bad Feilnbach. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Franca Linder aus Oberaudorf vom Betrieb Martin Huber in Bad Feilnbach und Leonhard Wieser aus Großkarolinenfeld von der Koller-Wierl GbR in Bad Aibling.

Kommentare