Zu wenig Platz für Abstand im Klassenzimmer

Maskenpflicht an Rosenheimer Schulen: Nur wenige können die Lockerungen umsetzen

Heiß diskutiert: die Maskenpflicht. Die Mund-Nase-Bedeckung könnte aber bald abgenommen werden. dpa/FOS/BOS
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Heiß diskutiert: die Maskenpflicht. Die Mund-Nase-Bedeckung könnte aber bald abgenommen werden. dpa/FOS/BOS
  • vonAnna Hausmann
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Ab dem 21. September dürfen Rosenheimer Schüler ihre Maske am Sitzplatz abnehmen. Allerdings nur, wenn die Schulen genügend Abstand gewährleisten können. Ansonsten gilt die Maskenpflicht noch zwei Wochen bis zum 2. Oktober. Das Gesundheitsamt stellt nun weitere Lockerungen in Aussicht.

Update 18. September:

Rosenheim: Warum die Maske weiter aufbleiben muss

Das Rosenheimer Gesundheitsamt hat trotz gesunkener Infektionszahlen nur den Grundschülern Lockerungen ab dem 21. September versprochen, Schüler weiterführender Schulen sind teilweise weiter an eine Maskenpflicht im Unterricht gebunden. Warum das so ist: Hier halten wir Sie auf dem Laufenden!

17. September:

Rosenheim – Gute Nachricht für die Rosenheimer Schüler: Die Maske darf ab dem 21. September am Sitzplatz abgenommen werden. Allerdings nur, wenn die Schulen einen Mindestabstand von 1,5 Metern gewährleisten können. Das schreiben das Gesundheitsamt und das Schulamt in einer Präzisierung ihrer Hygieneregeln fest. Doch ist das überhaupt an allen Schulen möglich? Wo die Klassenzimmer nicht groß genug sind, wird die Maskenpflicht bis 2. Oktober verlängert.

Grundschüler in Fürstätt müssen weiter Maske tragen

Kai Hunklinger, Rektor der Grund- und Mittelschule Fürstätt, bedauert für seine Einrichtung: „Eine einheitliche Umsetzung ist bei uns leider nicht möglich.“ Besonders in den Grundschulklassen mit bis zu 25 Schülern sei die Einhaltung des Mindestabstands schwierig. Sie werden wohl weiter mit Maske die Schulbank drücken müssen. Man entscheide nach Klassengröße. Anders auf dem Schulhof: In der Pause dürften die Kinder bei ausreichend Abstand die Masken abnehmen. Der Schulleiter hofft auf eine weitere Lockerung des Gesundheitsamtes. Nach wie vor sei aber die Stimmung der Schüler gut. „Nur langsam merkt man, dass die Konzentrationsfähigkeit der Kinder in der letzten Schulstunde nachlässt, besonders bei hohen Temperaturen.“

Raumprobleme in Westerndorfer Schule

Vor ähnlichen Raumproblemen steht die Grund- und Mittelschule Westerndorf St. Peter, wie Rektor Robert Mayr schildert: „Unsere Klassenzimmer sind zu klein.“ Nur auf den Pausenhof dürfen die Kinder die Maske abnehmen. Die Schulleitung hätte bereits viele Gespräche mit besorgten Eltern gehabt. „Uns bleibt aber keine Wahl. Wir müssen die zwei Wochen einfach durchhalten.“

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Finsterwalder-Gymnasium klagt über Platzmangel

Die gleiche Lage am Sebastian-Finsterwalder-Gymnasium: „Damit unsere Schüler die Maske abnehmen könnten, dürften höchstens 15 Schüler im Zimmer sein“, erklärt Georg Suttner, Mitarbeiter in der Schulleitung. Also: weiter Unterricht mit Maske.

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Lockerungen bei kleineren Gruppen

Doch wie ergeht es Schülern in der Ganztagsbetreuung? Auch die Grundschule Happing sucht nach Lösungen. Nachmittag mit weniger Kindern dürfe die Maske abgenommen werden, berichtet Rektorin Andrea Ostermann. „Wenn es möglich ist, teilen sich vormittags zwei Lehrer eine Klasse.“ So dürfen auch diese Klassen auf eine Maske verzichten.

Ebenfalls für kleinere Gruppen kann die Städtische Realschule für Mädchen den Mindestabstand gewähren, etwa in den Französisch- oder Spanischkursen. Ansonsten: Maske auf. Schulleiterin Magdalena Ramm: „Die Schüler haben sich sehr über die Lockerungen für die kleineren Kurse gefreut.“ In den Pausen hält die Schule an den bisherigen Regeln fest: Die Maske darf nur zum Essen abgenommen werden.

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Karolinen-Gymnasium setzt auf Zerstreuung

Im Karolinen-Gymnasium setzen die Lehrer auf individuelle Pausen. „Anders ist das mit 1100 Schülern nicht machbar“, so Schulleiterin Sigrid Rechenauer. Wenn die Schüler genügend Abstand halten, dürfte die Maske auch runter. Im Zimmer muss sie laut Schulleitung wieder rauf. „Zumindest die Lehrer können die Maske abnehmen.“ Das sei insbesondere im Fremdsprachenunterricht wichtig, wo die Mimik entscheidend sei.

Die FOS/BOS geht auf Nummer Sicher

Einem eigenen Hygieneplan folgt die FOS/BOS Rosenheim. Stefan Schellenberger, stellvertretender Schulleiter, sagt: „Vor dem 2. Oktober nehmen wir die Masken sicherheitshalber nicht ab.“ Seit Donnerstag vergangener Woche ist eine 12. Klasse laut Angaben der Schule nach einem Corona-Fall für 14 Tage in Quarantäne (wir berichteten). Damit die Schüler dem Onlineunterricht folgen können und zu Hause mit Schulbüchern ausgestattet sind, haben sie von ihren Lehrern kurzerhand eine persönliche Buchlieferung nach Hause bekommen – unter Einhaltung der Hygiene- und Quarantäne-Vorschriften.

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Das Schulamt bittet um Nachsicht

Trotz kleinerer Lockerungen bleibt das Thema Maskenpflicht ein Spannungsfeld. Dessen ist sich auch Schulamtsdirektorin Angelika Elsner bewusst. Sie appelliert an die Eltern: „Wir müssen uns an die Schmutzmaßnahmen halten, es geht um die Gesundheit der Kinder.“ Die Lehrer seien sensibel, arbeiteten mit hohem pädagogischen Geschick.

Die Präzisierungen im Überblick

Für zwei weitere Wochen, bis zum 2. Oktober, müssen alle Personen aller Schulen, sofern keine Ausnahmen bestehen, laut Schulamt weiterhin die Maske auf dem gesamten Schulgelände tragen – ebenso in Ganztagsbetreuungsangeboten. Für die Schulen im Landkreisgebiet gilt eine Empfehlung. Elternabende können nur unter Hygienemaßnahmen stattfinden, auch die Teilnehmerzahl muss auf 50 Menschen begrenzt werden.

Weitere Lockerungen möglich

Aufgrund der Durchmischung der Kindergartengruppen kann in der Stadt Rosenheim der Vorkurs Deutsch nicht stattfinden. Derzeit prüfe das Gesundheitsamt weitere Lockerungen für die nächste Woche, wie Sprecherin Ina Krug auf Nachfrage mitteilte. Die Entscheidung werde dem Schulamt und den Schulleitungen rechtzeitig zugesandt.

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