"Marktanteil erneut steigern"

Der Renault Wind, ein Cabrio-Sportwagen, lässt auch einen Automanager nicht kalt, wie das Erinnerungsfoto an den Antrittsbesuch von Achim Schaible (links) bei Freilinger und Geisler mit Geschäftsführer Georg Rohrmoser zeigt.  Foto duczek
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Der Renault Wind, ein Cabrio-Sportwagen, lässt auch einen Automanager nicht kalt, wie das Erinnerungsfoto an den Antrittsbesuch von Achim Schaible (links) bei Freilinger und Geisler mit Geschäftsführer Georg Rohrmoser zeigt. Foto duczek

Seine Ernennung zum Vorsitzenden des Vorstandes der Renault Deutschland AG galt 2009 als Sensation: Denn Achim Schaible ist der erste Deutsche in diesem Amt, das bis dahin traditionell immer von einem Franzosen besetzt worden war. Gestern stattete der 42-jährige Automanager dem Vertragshändler Freilinger und Geisler aus Rosenheim, Mitglied der Auto Eder-Gruppe, persönlich einen Besuch ab.

Rosenheim - Seine Bewährungsprobe hat Achim Schaible bereits bestanden: Unter seiner Leitung gelang es Renault in Deutschland im schwierigen Jahr Eins nach der Abwrackprämie den Marktanteil von 3,9 auf 4,2 Prozent zu steigern. Vor dem Hintergrund eines rückläufigen Absatzes, der 2010 die Zahl der Gesamtzulassungen in Deutschland um eine Million Fahrzeuge auf 2,9 Millionen verringerte, ist dies ein erster Erfolg. An ihn will Renault 2011 anknüpfen, berichtete Schaible im Gespräch mit der Geschäftsführung von Freilinger und Geisler und Auto Eder. Die Branche rechnet nach Schaibles Angaben für heuer mit 3,1 Millionen Zulassungen. Renault Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt, den eigenen Marktanteil noch einmal um 0,3 Prozent auf dann 4,5 Prozent zu steigern, teilte der Vorsitzende des Vorstandes mit.

Dass es bereits im schwierigen Jahr 2010 gelungen ist, sich besser als der Markt weiter zu entwickeln, führt Schaible auf ein 2009 aufgestelltes Unternehmenskonzept zurück. Es sieht nach seinen Angaben unter anderem vor, die letzen Lücken im Händlernetz zu schließen. Dazu passte die 2009 getroffene Entscheidung von Freilinger und Geisler, die Marken Renault und Dacia in das Produktfolio aufzunehmen. Schaible besichtigte auch den Umbau des Händlers an der Ebersberger Straße - in seinen Augen "eine Investition, die das Vertrauen in die Zukunft unserer Branche und unserer Marke zum Ausdruck bringt". Renault sieht sich nach Schaibles Einschätzung gut aufgestellt für das wieder erwachte Konsuminteresse der Bürger. "Wir verfügen über eine wettbewerbsfähige Modellpalette, die wir in den nächsten Jahren konsequent weiter ausbauen werden", berichtete er. 2012 wird nach seinen Informationen der neue Renault Clio, 2013 der neue Renault Twingo auf den Markt kommen, danach soll sukzessive die Mittelklasse weiter entwickelt werden. Die neuen Modelle unterliegen einer neuen Designstrategie: Noch markanter soll die Marke durch die Gestaltung auftreten, noch dynamischer der Auftritt auf deutschen Straßen sein.

Die Wachstumsprognosen für den deutschen Markt beruhen außerdem auf einer nach Angaben von Schaible erfolgreich eingeführten Vertriebsoffensive: Sofort reagiere Renault - unter anderem über die Internetseite, die 2010 acht Millionen Besuche gezählt habe - auf Kundenwünsche nach Broschüren, Probefahrten oder Besprechungsterminen im Autohaus vor Ort.

Der Vorstandsvorsitzende sieht durch das Engagement des französischen Autobauers bei der Entwicklung von Elektrofahrzeugen auch das Image der Marke Renault weiter verbessert. "Wir sind der Hersteller, der am konsequentesten auf diese neue Technik setzt", unterstreicht Schaible. Eine Palette mit vier Fahrzeugen - ein Elektrolieferwagen, eine viersitzige Limousine, ein Zweisitzer und ein Kleinwagen - sind nach seinen Angaben in Vorbereitung und sollen bis 2013 auf den Markt kommen. 2020 rechnet die Branche schließlich damit, dass bereits eine Million Elektrofahrzeuge im deutschen Gesamtbestand, der sich derzeit bei 44 Millionen befindet, vorhanden sein werden. Bis dahin ist der Weg jedoch noch beschwerlich: Damit die Technologie für die breite Masse bezahlbar werde, müsse das Volumen vergrößert werden. Kaufanreize wie eine staatliche Förderung sind nach Überzeugung von Schaible ein Hebel, der betätigt werden könnte, um diesen Prozess in Gang zu bringen.

Rosenheim kannte der 42-jährige neue Deutschlandchef von Renault bisher "leider nur vom Vorbeifahren über die Autobahn".

Der Sitz der Deutschlandzentrale liegt schließlich in Brühl bei Köln, vor seinem Amtsantritt als Vorstandsvorsitzender war Schaible 15 Jahre lang in unterschiedlichen Funktionen - unter anderem als Verkaufsdirektor für die Schweiz - für Renault tätig.

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