Mann drohte sich anzuzünden

Durch beherztes Einschreiten von Polizeibeamten im Traunsteiner Gerichtsgebäude konnte gestern Vormittag Schlimmeres verhindert werden. Ein 45-Jähriger hatte gedroht, sich anzuzünden.

Traunstein - Der Mann hatte sich in einer Kabine in der Gerichtstoilette eingeschlossen und mit Benzin übergossen. Als er die Anwesenheit einer weiteren Person in der Herrentoilette wahrnahm, verlangte er laut nach dem "obersten Richter" und drohte, sich selbst anzuzünden. In der Toilette befand sich zufällig ein Polizeibeamter, der das Benzin roch und die Flüssigkeit bemerkte, die unter der verschlossenen Kabinentür herauslief. Schnell holte er Hilfe und brach zusammen mit drei weiteren im Gerichtsgebäude anwesenden Kollegen das versperrte Toilettenabteil auf. Der 45-Jährige ließ sich widerstandslos festnehmen. Die Beamten fanden bei ihm ein Feuerzeug.

Die Kripo Traunstein hat nun Ermittlungen aufgenommen. Der offenbar verzweifelte Mann hatte 1993 seine Frau bei einem Verkehrsunfall verloren. In der Folge war es zu mehreren Prozessen gekommen. Die Tat des Mannes dürfte im Zusammenhang mit einer in der vergangenen Woche abgewiesenen Schadenersatzklage stehen. Der 45-Jährige wurde in ein Bezirkskrankenhaus eingeliefert.

Wie Staatsanwalt Andreas Miller, Sprecher der Staatsanwaltschaft Traunstein, bestätigte, hatte der Gerichtsbesucher eineinhalb Liter Brandbeschleuniger mit in die Toilette genommen. re

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