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Kein Risikogebiet mehr

Reisebüros aus der Region Rosenheim erhalten erste Anfragen für Mallorca-Reisen

Leerer Strand auf der Insel: Auch ohne die Einstufung als Risikogebiet gilt für Sparziergänge auf Mallorca noch die Maskenpflicht.
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Leerer Strand auf der Insel: Auch ohne die Einstufung als Risikogebiet gilt für Sparziergänge auf Mallorca noch die Maskenpflicht.
  • Korbinian Sautter
    VonKorbinian Sautter
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Speziell in Hinblick auf die Osterferien bekommen die Reisebüros im Landkreis gerade viele Anrufe von urlaubsreifen Kunden. Doch was für die Reiseunternehmen ein Lichtblick ist, ist für die Tourismus-Branche in der Region eine schockierende Nachricht.

Landkreis Rosenheim –„Die Nachfrage für Mallorca ist explosionsartig gestiegen“, freut sich Ferit Gümüs vom Reiseunternehmen „travel and more“ in Raubling. Er merke extrem, wie sehr die Reiselust in der Region immer mehr gestiegen ist und bereitet sich darauf vor, möglichst viele Urlaubsangebote aus Gebieten mit „aktuell geringerem Risiko“ einzuholen.

Keine Quarantäne nach dem Flug

Auch Tanja Dittmar, Leiterin des Büros „Tui Travelstar RT-Reisen“ in Prien, hat bereits kurze Zeit nach der Ankündigung der Bundesregierung die ersten Anfragen erhalten. Aufgrund der dort sinkenden Infektionszahlen wurden die Balearen-Inseln, die Bahamas sowie Teile Portugals und Dänemarks von der Risikoliste des Robert Koch-Instituts gestrichen. Für einige Kunden aus dem Landkreis war dies laut Dittmar Grund genug, um sich für die Osterferien noch über kurzfristige Buchungsmöglichkeiten zu informieren. Für die regionalen Reisebüros sei dies ein gutes Zeichen, nachdem man zuvor so gut wie keine Planungssicherheit hatte.

Dass man wieder ohne Quarantäne und Testpflicht nach Mallorca fliegen könnte, sei jedoch mit Vorsicht zu genießen, wie Oliver Nowotny, vom Reisebüro Lohmann und Nowotny aus Kolbermoor, betont. „Es gibt immer noch kaum Flüge und nahezu keine Hotels, die wir im Moment anbieten können.“ Zwar hoffe er, dass die Anbieter nach der Ankündigung der Bundesregierung nun nachziehen und ein paar Urlaubsangebote ermöglichen. Wenn allerdings jetzt viele Leute nach Mallorca fliegen, wäre die Gefahr groß, dass dort in ein paar Wochen wieder „nix mehr geht“.

Dieses Problem sieht auch Klaus Stöttner, der Rosenheimer Landtagsabgeordnete und Tourismuspolitische Sprecher der CSU, auf die Region zukommen, wenn man jetzt nicht aufpasst. Er ist überzeugt: „Wenn jetzt viele Leute wegfliegen, wird die vermehrte Bewegung dafür sorgen, dass die Zahlen direkt wieder steigen“. Sich in ein Flugzeug zu setzen oder am Flughafen in lange Schlangen zu stellen und sich somit einem erhöhten Risiko aussetzen, sieht er daher äußert kritisch.

Lesen Sie auch: Chiemgauer Touristiker suchen nach neuen Strategien für die Zeit nach der Corona-Pandemie (Plus-Artikel ovb-online.de)

Für Maja Weiß ist es dennoch ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Die Rosenheimer lebt auf Mallorca und betreibt dort einen Verleih von Mobilfahrzeugen. Sie hofft sehr, dass bald wieder Touristen auf die Insel kommen und dadurch auch die dortigen Restriktionen wieder gelockert werden. Denn aktuell seien die meisten Hotels geschlossen und auch die Restaurants hätten nur bis 18 Uhr geöffnet. Hinzu käme außerdem eine nach wie vor strenge Maskenpflicht.

Tourismus in der Region stark getroffen

„Dass es dennoch wieder mit weniger Auflagen verbunden ist, ins Ausland zu reisen, ist für die schon am Boden liegende Tourismus-Branche ein Schlag ins Gesicht“, klagt die Geschäftsführerin des Chiemsee-Alpenland-Tourismusverbands, Christina Pfaffinger. Wenn man ohne Quarantäne wieder nach Spanien fliegen könne, während hier Existenzen bedroht sind, dann fehlen ihr einfach die Worte. Auch die Kreisvorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbandes Rosenheim (Dehoga), Theresa Albrecht, kann „diese Gemeinheit“ nicht verstehen. Es könne nicht sein, dass man gerade in der Zeit vor den Osterferien der Branche im Ausland die nötige Vorlaufzeit gibt, dabei aber die eigene Region vernachlässige.

So hat beispielsweise Anja Schweinsteiger vom Danner-Wirt aus Flintsbach weiter mit der „Perspektivlosigkeit zu kämpfen“. Während der Gasthof zu Ostern eigentlich viele Buchungen verzeichnen kann, kommen derzeit nur zögerlich vereinzelte Anfragen. Die Geschäftsführerin kann dabei schon nachvollziehen, dass viele Leute sagen: „Na dann gehe ich halt nach Mallorca, wenn es hier nicht geht.“ Eine Lösung für das aktuelle Problem sei dies jedoch nicht. Trotzdem blickt Schweinsteiger nach vorne und hofft sehr, ihre Gäste mithilfe eines Hygienekonzepts wenigstens an Pfingsten begrüßen zu dürfen.

Menschen auf der Suche nach Erholung

Die große Sehnsucht nach Urlaub bemerkt Jutta Mauritz, die Leiterin des Reisebüros am Marienplatz in Wasserburg, bei ihren Kunden. Demnach sei es vielen gerade in Zeiten des Lockdowns wichtig, einfach einmal rauszukommen, ohne mit großen Konsequenzen rechnen zu müssen. Ob das in Mallorca ohne Weiteres möglich ist, werde allerdings davon abhängen, wie schnell man auf der spanischen Insel reagiert, ist sich Mauritz sicher.

Ob demnächst vermehrt Hotels und Flüge zur Verfügung stehen, kann man laut den Reiseunternehmen im Landkreis erst in den kommenden Tagen beurteilen.

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