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BÜRGERINITIATIVEN SETZEN ZEICHEN

3.000 leuchtende Proteste gegen den Brenner-Nordzulauf

3.000 Fackeln und Feuer zeigten den Protest der Region gegen die geplanten Trassen des Brenner Nordzulaufs.
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3.000 Fackeln und Feuer zeigten den Protest der Region gegen die geplanten Trassen des Brenner Nordzulaufs.
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  • Alexandra Schöne
    Alexandra Schöne
  • Silvia Mischi
    Silvia Mischi
  • Johannes Thomae

Der Widerstand gegen die geplanten Trassen des Brennernordzulaufs ist nicht eingeschlafen. Er hat nur eine Pause gemacht, solange das Raumordnungsverfahren lief. Dies zu zeigen war der Sinn einer Mahnfeuerkette am Samstag. Mit vielleicht etwa 1.000 Feuern hatte der Hauptorganisator der Aktion, Ralf Exler von der Bürgerinitative „Nordzulauf Kolbermoor“ gerechnet.

Rosenheim– Über 3.000 sind es nach seinen Angaben geworden, die sich von Kirnstein bis Ostermünchen erstreckten. Die hohe Beteiligung der Bürgerinitaitiven und der Menschen entlang der Trassen begründet sich im Ergebnis des Raumordnungsverfahrens:

Die beiden die zwei großen Kernfragen, die alle Bürgerinitiativen umtreibt, nach wie vor nicht wirklich untersucht: Erstens: Wie wird sich der Zugverkehr in den nächsten Jahren tatsächlich entwickeln und zweitens: Lässt sich das erwartete Mehr wirklich nicht auf einer ausgebauten Stammstrecke abwickeln.

Über 3.000 Mahnfeuer gegen Brenner-Nordzulauf 

Mahnfeuer-brenner-nordzulauf-27-februar-2021
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Mahnfeuer-brenner-nordzulauf-27-februar-2021
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Über 3.000 Mahnfeuer gegen Brenner-Nordzulauf 

Der Unmut, dass sich bezüglich der Erkundung des tatsächlichen Bedarfs bei der Politik auch nach zehn Jahren nichts bewegt, ist offenbar groß. Zumal nach Ansicht der Menschen alle Fakten dafür zu sprechen scheinen, dass ein Großteil des Lkw-Verkehrs schon jetzt, ganz ohne neue Trassen, besser zu verteilen sei.

Zeichen, dass die Region zusammensteht

Thomas Unger, der sich beim Bürgerforum Inntal engagiert, verweist darauf, sich in Tirol wohl allein wegen der deutschen Kontrollen bei Kiefersfelden der Lkw-Verkehr auf der Brennerautobahn um ein gutes Drittel reduziert und auf die Tauernautobahn verlagert habe. Für Unger der Beweis dafür, „dass nur ein bisschen politischer Wille notwendig sei, um sofort etwas zu bewirken“.

„Eine Feuerstelle – ein Haushalt“ so lautete das Konzept der Aktion um sie in Einklang mit den Corona-Vorschriften zu bringen. Ein Plan, der nach Angaben der Veranstalter nicht nur hier in Kolbermoor sondern auch überall sonst aufging.

Vor allem aber: „den Verkehr, der im Moment die Tauernautobahn als Ausweichroute nimmt, hätte auch die derzeitige Bahnstrecke problemlos bewältigen können und das ganz ohne Ertüchtigung“. Tobias Wimmer, FWB-Gemeinderat in Prutting, sieht es ähnlich: „Es geht einfach nicht an“, so meinte er, „dass man eine Streckenführung plant, dabei aber die alles entscheidende Frage nach der Notwendigkeit außen vorlässt.

In Prutting fand sich übrigens nicht nur er in der Feuerkette, es hatten sich etliche andere Gemeinderäte eingereiht, auch Bürgermeister Johannes Thusbaß (CSU/Parteifrei). „Es ist wichtig, dass gezeigt wird, dass hier eine ganze Region zusammensteht, unabhängig von der direkten lokalen Betroffenheit“, meinte der Rathauschef.

Im Bereich zwischen Inn (Stadtgebiet Rosenheim) über Pfaffenhofen, Deutelhausen bis nach Mintsberg wurden rund 50 Feuerstellen im Abstand von 100 Metern aufgebaut. Zwischen den Feuerstellen wurden zudem über 100 Fackeln aufgestellt.

Bürger von den Nordzulauf- Plänen bedrückt

„Ich habe wegen des Brenner-Nordzulaufs viele bedrückte Bürger getroffen. Man kennt zwar die geplante Trasse auf dem Papier, aber wenn man den Verlauf in der Natur darstellt, wird einem das tatsächliche Ausmaß bewusst“, so Stefan Adam (CSU), Bürgermeister von Schechen.

In Schechen zeigten einzelne Fackeln und Feuerschalen die mögliche Trasse in der Gemeinde auf.

Er hatte ein besonders „nettes Erlebnis“ beim Ordnungsamt. „Als ich den Plan mit den geplanten Feuerstellen dem Kollegen vorstellte, meinte er, wir sollten im Bereich des Inndamms kein Feuer machen, weil sich dort ein Landschaftsschutzgebiet befinde und die Vögel nicht gestört werden sollen.

Ich hoffe, diese Worte klingen bis zu den Planern der Bahn und dem Bundestag durch“, so Adam. Die große Frage bei dieser Aktion war zunächst, ob sich das geplante corona-konforme Konzept auch verwirklichen lassen würde: keine großen Einzelfeuer, sondern eine Kette von einzelnen Feuerkörben oder Fackeln mit entsprechend Abstand, um die sich jeweils nur ein Haushalt versammeln sollte. Das Credo: „Ein Feuer – Ein Haushalt“.

Bürgerwiderstand ungebrochen

Mindestens 2.000 bis 2.500 Menschen zeigten an 3.000 Feuern auf: Der Widerstand gegen die Brennertrassen ist ungebrochen. Mit einem Ster Brennholz, gemeinsam gespendet vom Bezirksrat und stellvertretenden Landrat Sepp Hofer und dem Vorsitzenden der FW-Kreistagsfraktion, Sepp Lausch aus Tattenhausen, unterstützten die Freien Wähler die Mahnfeuer- Aktion der Bürgerinitiativen gegen den Brenner-Nordzulauf.

Auch in Fussen, eine Einöde der Gemeinde Stephanskirchen, haben sich Gegner des Brenner-Nordzulaufs entlang der Strecke einer möglichen Trasse positioniert. Ein Mann steht allein neben neun Kerzen, die er ins Gras gesteckt hat.

Georg Dangl wohnt nur rund 15 Meter neben der Strecke, wo die Trasse laufen könnte. „Mein Leben würde sich verändern“, so der 81-Jährige. Für ihn ist es deshalb umso wichtiger, dass Menschen zusammenkommen und „ein Zeichen setzen“.

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