Zoff der Liftbetreiber am Sudelfeld: Gericht entscheidet für Bergbahnen-Gesellschaft

Dunkle Wolken sind bereits vor Jahren zwischen Liftbetreibern am Sudelfeld aufgezogen. Jetzt war der Streit sogar Gegenstand einer Gerichtsverhandlung. dpa

München/Oberaudorf. – Zumindest dieser Streit ist beigelegt, wenn auch gerichtlich: Das Landgericht München II hat jetzt eine Klage von Josef Berger gegen die Bergbahnen Sudelfeld GmbH abgewiesen.

Der Oberaudorfer hatte Schadenersatz haben wollen, weil er seinen Grafenherberglift (Kollaklift) nicht mehr hat. Der musste dem neuen Achter-Sessellift weichen. Daran – so sieht es das Gericht – ist Berger letztlich selbst schuld. Für die Bergbahnen ist dieser Teil der Auseinandersetzung damit ausgestanden. Zu tun bleibt freilich viel.

Irgendwie scheint die Gemengelage am Sudelfeld seit jeher besonders verworren. Aktuell fahren bekanntlich vier Schlepplifte nicht, einer davon ist der Rankenlift von Berger. Auch dessen Gaststätte unweit der Grafenherberge ist geschlossen. Der Oberaudorfer gehört seit dem vergangenen Winter nicht mehr dem Liftpassverbund an (wir berichteten). Mit Letzterem kommunizierte Berger, wenn überhaupt, schriftlich oder über das Gericht. Er sieht sich – vereinfacht gesagt – von der Bergbahngesellschaft ausgebootet.

Bei der Verhandlung jetzt ging es um die Verlängerung eines Pachtvertrags für den Grund, auf dem einst der Grafenherberglift stand. 2013 lief der Vertrag aus, eine Verlängerung kam nicht zustande. Und das geschah – so urteilte das Gericht – nicht auf Betreiben der Bergbahnen Sudelfeld. Genau das hatte Berger der GmbH vorgeworfen, und deshalb auf Schadenersatz geklagt.

Als Grund für die gescheiterte Verlängerung erkannte die Kammer vielmehr mangelnde Kommunikationsbereitschaft bei Berger. Aus diversen Schriftstücken und den Zeugenaussagen vor Gericht ging jedenfalls hervor, dass die Grundeigentümer einer Vertragsverlängerung alles andere als abgeneigt gewesen wären. Letztlich habe sich der Oberaudorfer zumindest unglücklich verhalten und sich somit die Zukunft seines Schlepplifts verbaut. Egid Stadler, Geschäftsführer der Bergbahnen Sudelfeld, sieht es so: „Die haben sich überworfen.“ Gut für die GmbH, die dann ihrerseits den Grund pachtete und somit alle Voraussetzungen für den Bau des Achter-Sessellifts hatte. Der Grafenherberglift musste weichen.

Der ursprüngliche Plan hatte anders ausgesehen. Der Achter-Sessellift sollte eigentlich auf der Trasse der beiden – jetzt ebenfalls abgebauten – Sudelfeldkopf-Lifte fahren. Das scheiterte am fehlenden Einverständnis eines anderen Grundeigentümers, einer Erbengemeinschaft. Und die Uneinigkeit dort hat heuer auch dazu geführt, dass Plattenlift und der Schlepper am Mittleren Sudelfeld nicht fahren (wir berichteten). Immerhin ist der Pistenbetrieb auf dem Gelände vertraglich gesichert.

Rund 200 000 Wintersportler

Trotz Gerichtsurteil bleibt für die Bergbahnen GmbH also noch genug zu tun. Stadler hofft, dass im Sommer sowohl mit Josef Berger – oder vielleicht der nachfolgenden Generation – als auch mit besagter Erbengemeinschaft eine Einigung erzielt werden kann. Denn an Kundschaft fehlt es dem Skigebiet nicht. Am Ende des Winters, vermutlich am 7. April, werden wohl wieder über 200 000 Skifahrer und Snowboarder das Sudelfeld besucht haben – trotz Katastrophenfall mit Lawinenabgang und gesperrter Bundesstraße sowie Sturm im Januar.

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