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Mit 163 km/h im Tempo-80-Bereich geblitzt - Messung erfolgte zu früh - Staat zahlt

Lichtreflexe helfen Oliver Kahn

Darf sich über die Einstellung des Verfahrens freuen: Oliver Kahn, der auf der A8 bei Bergen geblitzt worden war.
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Darf sich über die Einstellung des Verfahrens freuen: Oliver Kahn, der auf der A8 bei Bergen geblitzt worden war.

Bergen/Traunstein - Schon 2009 blitzte die Polizei den ehemaligen Nationalspieler Oliver Kahn auf der A8. Erst jetzt gibt es in diesem Fall ein endgültiges Urteil:

Der Fahrer eines viel zu schnellen getunten weißen AMG-Mercedes, der am Nachmittag des 21. Oktober 2009 auf der Autobahn A 8 bei Bergen eine Geschwindigkeitsmessung auslöste, kam der Polizei bei der Auswertung bekannt vor. Tatsächlich saß Oliver Kahn, dreimaliger Welttorhüter des Jahres und Fußballexperte des ZDF, am Steuer des 650-PS-Boliden, der laut Messung mit 163 km/h statt der erlaubten 80 km/h über die frühere Bergener Talbrücke, Landkreis Traunstein, in Richtung München bretterte.

Nach Abzug der Messtoleranz blieben 158 Stundenkilometer übrig, was dem mittlerweile 43-Jährigen ein Bußgeldverfahren vor dem Amtsgericht Traunstein bescherte. Das verblüffende Ergebnis einer Verhandlung am 18. März 2011 gegen den Ex-Torwart mit drei Verkehrsdelikten im Bundesverkehrsregister lautete "Freispruch" (wir berichteten). Seit einigen Tagen steht fest: Dabei bleibt es auch. Das Amtsgericht Traunstein hat das Verfahren endgültig eingestellt. Alle Kosten - einschließlich Anwälten und mehrerer Gutachten - muss die Staatskasse tragen.

In der mündlichen Verhandlung vom März 2011, zu der Kahn nicht persönlich erscheinen musste und auch nicht auftauchte, präsentierte ein messtechnischer Gutachter seine erstaunlichen Erkenntnisse. Demnach war ein "vorauseilender Lichtreflex" verantwortlich für die gemessene hohe Geschwindigkeit. Die Theorie: Die Messung begann dadurch, noch ehe das Fahrzeug die Messlinie erreicht hatte.

Der Sachverständige, Professor Dr. Jochen Buck aus München, sprach von einem "noch nie da gewesenen Sonderfall". Dass der Promi-Fußballer am Steuer des Mercedes saß, das bejahte sein Anwalt Peter Christ aus München. Weiter äußerte er sich namens seines Mandanten nicht zu dem Fall.

Im Einspruch gegen den anfänglichen Bußgeldbescheid des Amtsgerichts vom 15. Dezember 2009 hatte Oliver Kahn behaupten lassen, er sei vorschriftsmäßig mit Tempo 80 über die Bergener Brücke gefahren. Ein von Kahn und seinen Anwälten eingeschalteter Privatgutachter präsentierte dann erstmals die "vorauseilenden Lichtreflexe", die der vom Gericht beauftragte Sachverständige gut zwei Jahre später in der Verhandlung bestätigte.

Den Freispruch vom März 2011 akzeptierte die Staatsanwaltschaft Traunstein nicht und legte Rechtsbeschwerde ein. Das Oberlandesgericht München stellte sich auf die Seite der Anklagebehörde, hob das Urteil im März 2012 auf und verwies die Sache zurück an das Amtsgericht zur erneuten Verhandlung.

Dazu kam es jedoch nicht mehr. Der Grund: Richterin Sandra Sauer ordnete im Vorfeld ein weiteres Gutachten an. Das gelangte zu dem Fazit, die Geschwindigkeitsmessung vom Oktober 2009 sei "gerichtlich nicht verwertbar wegen nicht ausschließbarer Messfehler".

So wurde das Verfahren mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft gemäß Paragraf 47, Absatz 2, des Ordnungswidrigkeitengesetzes eingestellt. Das teilte jetzt der Pressesprecher des Amtsgerichts Traunstein, Dr. Michael Weigl, auf Anfrage unserer Zeitung mit.

kd

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