Ein leuchtendes Zeichen auf der Kampenwand

Rosenheim - Wenn es auf hohe Feste der Christlichkeit zugeht, kehrt in vielen Häusern Besinnlichkeit ein.

Nicht so bei Daniel Reichel, Dekan für Bad Aibling, Rosenheim und Chiemsee.„Ich persönlich merke noch gar nichts davon, dass es ruhig wird. Es ist viel zu organisieren und zu machen.“

Zum Beispiel für eine Aktion, die Menschen und Kirche mit Blick auf das Osterfest miteiander verbinden soll. In vielen Gemeinden des südlichen Oberbayerns stellen die Pfarrer am Abend des Karfreitags Kreuze vor ihre Kirchen, die sie anleuchten. Das höchste dieser Karfreitagskreuze wird auf der Kampenwand erstrahlen. „Das ist ganz stark“, freut sich Daniel Reichel. Auch die Gläubigen ruft er auf, für ein Leuchten zu sorgen. „Es wäre toll, wenn Menschen auch noch ein Kreuz ins Fenster stellen könnten“, sagt Reichel. „Es wäre schön, wenn diese Kreuze in die Welt rausleuchten, als Hoffnungszeichen, als Zeichen der  Verbindung zwischen Himmel und Erde, aber auch zwischen uns Menschen.“

Ein Erfolg sind die Texte für so genannte Hausgottesdienste, die man allein oder im Kreise seiner Familie im Wohnzimmer feiern kann. Reichel: „Das läuft wirklich ganz positiv: Wir hatten begonnen, in einem kleinen Kreis Senioren eine Kopie des Hausgottesdienstes mit nach Hause zu geben. Das hat sich herumgesprochen und das Interesse hat sich so gesteigert, dass wir eine Riesenauflage haben.“

Die Texte finden sich - neben vielem anderen - im Internet unter kirchenamwasen.de. Auch für die Kinder ist dort gesorgt - zum Beispiel Ausmalbilder, die von der Geschichte Jesu und von Ostern erzählen, gestaltet von Mitarbeiterinnen der Pfarrei. eit Dienstag liegen in der Stadtteilkirche zudem Segenspakete auf, mit Salz, mit Osterwasser und der Osterkerze – für die Hausgottesdienste.

„Die heutigen  technischen Mittel ermöglichen es uns, Kontakte zu pflegen, ohne dabei ein Gesundheitsrisiko weiterzugeben“, sagt die evangelische Dekanin Dagmar Häfner-Becker. Gläubige, Ehrenamtliche, Pfarrer, alle freuten sich auf eine Rückkehr zu halbwegs normalen Zuständen. Aber es funktioniert auch vieles. „Das eine oder andere, das wir in den vergangenen Wochen digital einführte, könnte möglicherweise bleiben.“

Auch die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Rosenheim hat für die Feiertage ein Angebot vorbereitet. An Gründonnerstag, Karfreitag und Ostersonntag bietet sie Online-Gottesdienste an. Die Links dazu werden zu den Feiertagen auf rosenheim-evangelisch.de veröffentlicht.

Die Evangelische Jugend Rosenheim verbringt die Osternacht in einer Videokonferenz mit Gesprächen und Andachten. Das Entzünden des Osterlichts wird per Video übertragen. Die Teilnehmer können sich von zu Hause aus in die digitale Zusammenkunft zuschalten.

Auch die einzelnen Gemeinden setzen Akzente. In der Kirchengemeinde Prien etwa verschickt Pfarrerin Sabrina Hoppe täglich Impulse zur Fastenzeit über Whatsapp, in der Karwoche sind dort außerdem täglich Passionsandachten auf der Homepage zu lesen, unter prien.evangelisch.de.

Auch die evangelische Kirche hat gute Erfahrungen mit Hausgottesdiensten gesammelt. In Großkarolinenfeld zum Beispiel ist der Text mit der Sonderaufgabe des Gemeindebriefs verteilt worden, mit Vorschlägen auch für Gründonnerstag, Karfreitag und Ostersonntag. Weitere Angebote im Dekanatsbezirk findet man auf unter dekanat-rosenheim.de/ostern2020.

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