Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


"Leuchtende Vorbilder" wurden geehrt

61 Persönlichkeiten aus Bayern hat der Ministerpräsident gestern den Bayerischen Verdienstorden verliehen (siehe auch "Menschen"-Seite") - unter ihnen Luise Fichtl aus Wasserburg, Dr. Erich-Georg Prinz von Lobkowicz aus Tuntenhausen und Monsignore Franz Niegel aus Marquartstein. Horst Seehofer würdigte sie bei einem Festakt im Antiquarium der Residenz München als "leuchtende Vorbilder, die sich in beeindruckender Weise verdient gemacht haben".

München/Rosenheim/Traunstein - Luise Fichtl aus Wasserburg hat sich gestern aus Anlass der Ordensverleihung ausnahmsweise einen freien Tag gegönnt: Denn die 72-Jährige, die selber vier Kinder groß gezogen hat und zu deren Familie heute auch acht Enkel gehören, ist derzeit noch "Mutter auf Zeit" für zahlreiche Ferienkinder aus Rumänien. 19 Mädchen und Buben aus zwei Heimen, die der von Luise Fichtl gegründete Verein "Hilfe für rumänische Waisenkinder e.V." gegründet hat, verbringen gerade ihren Urlaub in den Landkreisen Rosenheim und Mühldorf. Vier bis sechsmal im Jahr reist Luise Fichtl auch persönlich nach Rumänien, wo der von ihr 1996 gegründete Wasserburger Verein derzeit 25 Kinder, die verwaist oder von ihren Eltern verlassen worden sind, betreut und fördert. Regelmäßig organisiert sie außerdem Hilfstransporte nach Rumänien und nimmt immer wieder besonders hilfsbedürftige Kinder, die eine intensive Förderung benötigen, bei sich daheim auf. Für dieses Engagement zeichnete sie der Ministerpräsident gestern mit dem Bayerischen Verdienstorden aus - eine Ehrung, die Luise Fichtl persönlich freut, die sie jedoch auch als Chance sieht, einer breiten Öffentlichkeit die Arbeit ihres Vereins noch bekannter zu machen. "Denn die Not der verlassenen rumänischen Kinder ist nach wie vor sehr groß,", so die frischgebackene Ordensträgerin, die 1990 als Mitarbeiterin der Roten Kreuzes erstmals das Leid der rumänischen Waisen miterlebt hat.

Seine rare freie Zeit stellt seit vielen Jahren auch Dr. Erich-Georg Prinz von Lobkowicz in den Dienst des Nächsten. Der Geschäftsführer der Maxlrainer Betriebe und Hausherr von Schloss Maxlrain in Tuntenhausen ist Präsident der Deutschen Assoziation des Malteser Ritterordens. Von 1990 bis 2007 war er als Landesbeauftragte der Malteser für Bayern zuständig, von 1994 bis 2007 auch zuständig für die Diözese München-Freising. In dieser Zeit hat von Lobkowicz gemeinsam mit seinem Team die Anzahl der Helfer im Freistaat verdreifacht. Heute sind hier 10 000 Ehrenamtliche im Einsatz. "Ich nehme den bayerischen Verdienstorden stellvertretend für all unsere engagierten ehrenamtlichen Helfer an und sehen ihn als Würdigung für unsere gemeinsame Arbeit", gibt Lobkowicz die Auszeichnung symbolisch an seine Mistreiter weiter. Sein persönliches Engagement für die Malteser wurzelt in familiären Bindungen, die weit in die Familiengeschichte zurückreichen und in einer tiefen christlichen Überzeugung. "Die Nähe zu den Menschen ist die Maxime der Malteser, die auch mein Engagement für den Orden stets geprägt hat", bringt der Malteserritter seine Motivation auf den Punkt. Lobkowicz empfindet es, obwohl beruflich und familiärer stark gefordert, als "große Freude", den Maltesern, die sich in Deutschland traditionell im Rettungswesen, im Katastrophenschutz, der Krankenpflege, in Sozialdiensten und bei der Betreuung von Altenheimen, Schulen und Kindergärten engagieren, vorzustehen.

Orden für den "Volksmusikpfarrer"

Aus gesundheitlichen Gründen konnte gestern Monsignore Franz Niegel aus Marquartstein den bayerischen Verdienstorden nicht persönlich entgegennehmen. Der Ehrenbürger von Unterwössen ist im Freistaat als "Volksmusikpfarrer" bekannt geworden. Zeit seines Lebens hat sich der heute 85-jährige für echte bayerische Volksmusik eingesetzt, sie intensiv auch in das religiöse Leben integriert. Seine alpenländischen Messen, Andachten und Gottesdienste, die stets von traditioneller bayerischer Musik und heimatlichem Liedgut untermalt wurden, zogen früher Gäste aus dem ganzen Freistaat an. Bekannt über die Grenzen des Freistaates hinaus wurde der Pfarrer, dessen Primizrede 1954 der heutige Papst hielt, auch mit zahlreichen Aufführungen der Bauernmesse von Annette Thoma und Fernsehübertragungen der von ihm belebten geistlichen Volksmusik. duc

Kommentare