DISTANZ-, PRÄSENZ- UND WECHSELUNTERRICHT

Lehrerin aus Oberaudorf berichtet: Das sind die Probleme der Schulen im Corona-Alltag

Alleine vor der Tafel: Grundschullehrerin Sabine Stelzer musste ihren Unterricht coronabedingt umgestalten.
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Alleine vor der Tafel: Grundschullehrerin Sabine Stelzer musste ihren Unterricht coronabedingt umgestalten.
  • Korbinian Sautter
    vonKorbinian Sautter
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Ständig wechselnde Vorgaben und technische Hürden: Auch für Lehrkräfte ist die Corona-Pandemie eine besondere Herausforderung. Dennoch gelingt es Lehrern wie Sabine Stelzer aus Oberaudorf, mit Sprachnachrichten und Einzelgesprächen die Nähe zu den Schülern – trotz räumlicher Distanz – herzustellen.

Rosenheim – Auf Distanz, vor dem Bildschirm, in Präsenz oder im Wechsel: Der Unterricht an den Schulen im Landkreis Rosenheim muss sich immer wieder neu an den geltenden Corona-Maßnahmen orientieren. Für Sabine Stelzer, Lehrerin an der Grundschule Oberaudorf, bedeutet das viel zusätzliche Arbeit. Während sie sich jetzt auf den kommenden Wechselunterricht vorbereitet, sorgt die Halbierung von Klassen an anderen Schulen der Region weiterhin für Probleme. Mit einer flexiblen Umsetzung der Faschingsferienzeit, in der heuer eben keine Ferien sind, wird daher versucht, sowohl Lehrer als auch Schüler zu entlasten.

Grundschüler kommen zurück

„Es ist eine tierische Freude, die Kinder nächste Woche endlich wieder im echten Leben begrüßen zu dürfen“, freut sich Stelzer und blickt auf die außergewöhnliche Zeit während des Distanzunterrichts zurück. Die Klassenleiterin der 4a hat, zusammen mit ihrer Kollegin Uschi Staudt, viel investiert, um das vorgegebene Homeschooling bestmöglich umzusetzen.

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Mit hunderten von Sprachnachrichten, Einzelgesprächen und Arbeitsaufträgen entwickelte sie ein Konzept, bei dem der Lernstoff möglichst flexibel an die Kinder übermittelt wurde, ohne die spielerisch Aspekte aus den Augen zu verlieren. „Wir haben es sogar geschafft, regelmäßig mit unseren Kindern zu singen und zu tanzen“, berichtet die Oberaudorferin stolz.

In guter Zusammenarbeit mit der Leitung der Grundschule Oberaudorf ist man so der Herausforderung entgegengetreten, die auch an den anderen Schulen in der Region immer wieder zu Schwierigkeiten führt: Die Schaffung einer digitalen Infrastruktur. Das W-lan auf dem Schulgelände war laut Stelzer häufig so instabil, dass an dauerhafte Videokonferenzen kaum zu denken war. Und auch die Textnachrichten konnten nur zu bestimmten Zeiten an die Schüler versendet werden. Eine hohe Belastung für Lehrer, Schüler und Eltern war damit unvermeidlich.

Technische Umsetzung ein Problem

Die technische Umsetzung ist auch am Gymnasium Bruckmühl nach wie vor ein Problem. Der Schulleiter und Vorsitzende der Direktorenvereinigung der bayerischen Gymnasien, Walter Baier, wirbt seit Beginn das Wechselunterrichts dafür, das Prinzip nicht weiter auszuweiten, da es das mittlerweile eingespielte System mehr belastet als unterstützt. Er begrüßt daher die Möglichkeit, ab der kommenden Woche die zwölften Klassen wieder in voller Stärke vor Ort unterrichten zu können, auch wenn nur 15 Schüler gleichzeitig in einem Klassenzimmer zugelassen sind. Gleichzeitig glaubt er allerdings nicht daran, die anderen Jahrgangsstufen noch vor Ostern wiederzusehen.

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Wie es genau für die Grund- und Mittelschulen weitergeht, kann auch der der Rosenheimer Schulamtsdirektor Edgar Müller noch nicht sagen, da sich die aktuellen Vorgaben jede Woche ändern. Er geht jedoch davon aus, dass zumindest in der laufenden Woche der bisherige Distanzunterricht fortgeführt wird, zumal er nichts Gegenteiliges von den Schulen gehört habe.

Eltern klagen über hohe Belastung

Aufseiten der Eltern wünscht man sich eine möglichst schnelle Lösung, die dafür sorgt, dass ihre Kinder wieder zur Schule gehen können, wie Martin Löwe, der Landesvorsitzende des Bayerischen Elternverbandes, verdeutlicht: „Die Rolle des Ersatzlehrers führt teilweise schon zur Verzweiflung bei den Eltern.“ Je älter die Kinder sind, desto reibungsloser liefe es zwar. Doch mit normalen Unterricht sei dies eben einfach nicht zu vergleichen.

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Aus diesem Grund ist auch Stelzer froh, dass die Grundschüler wenigstens wechselweise wieder in die Schule kommen. Auch wenn das weitere logistische Planungen mit sich bringt. „Mit hoher Disziplin können wir das schon schaffen“, ist sie sich sicher. „Rumjammern hilft in jedem Fall auch nichts.“

Keine Faschingsferien: Schulen gehen unterschiedlich damit um

„Vom 15.-19.2.2021 findet statt den Faschingsferien eine zusätzliche Unterrichtswoche statt.“ So lautet die Vorgabe des Bayerischen Kultusministeriums. Aufgrund der hohen Belastung an den Schulen wird diese Vorgabe im Landkreis Rosenheim allerdings unterschiedlich umgesetzt. Die Oberaudorfer Grundschullehrerin Stelzer nennt es beispielsweise „eine Woche mit Wiederholungen“, während Elternverbandvorsitzender Martin Löwe von „einer lockeren Woche mit Aufgabenblättern“ berichtet. Auch am Ludwig-Thoma-Gymnasium in Prien hat man laut Schulleiter Andreas Schaller zwei „bildschirmfrei Tage“ eingeplant, an denen die Lehrer keine Konferenzen abhalten, sondern Arbeitsblätter an die Schüler weitergeben.

Das Kultusministerium weiß um die Schwierigkeiten der aktuellen Maßnahme und verweist deshalb darauf, dass die konkrete pädagogische Ausgestaltung innerhalb des Konzepts bei den Schulen liegt. Allerdings sollte diesen bewusst sein, dass angesichts der Einschränkungen jede zusätzliche Unterrichtszeit wertvoll ist.

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