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OVB-Serie „Landwirtschaft im Wandel“

Salat, Milch und Co.: Hier kann man in der Region Rosenheim beim Produzenten einkaufen

Theresia Dirnecker bietet in ihrem Hofladen in Eiselfing bei Wasserburg selbstgebackenes Brot, Eier, Kartoffeln und vieles mehr an. Ihr Hofladen ist nur einer von vielen in der Region Rosenheim.
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Theresia Dirnecker bietet in ihrem Hofladen in Eiselfing bei Wasserburg selbstgebackenes Brot, Eier, Kartoffeln und vieles mehr an. Ihr Hofladen ist nur einer von vielen in der Region Rosenheim.
  • Alexandra Schöne
    VonAlexandra Schöne
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Hofläden, Eierautomaten, Solidarische Landwirtschaften: Die Möglichkeiten, Produkte direkt vom Erzeuger zu kaufen, sind in Rosenheim endlos. Für die siebte Folge der Serie „Landwirtschaft im Wandel“ haben wir einen Überblick zusammengestellt.

Rosenheim – Lebensmittel beim Produzenten einzukaufen, ist vor allem in den vergangenen eineinhalb Jahren der Corona-Pandemie wieder zum Trend geworden. „Das wurde auf alle Fälle mehr in Anspruch genommen“, sagt Maria Bichler, Rosenheims stellvertretende Kreisbäuerin. Aber neu ist das Konzept nicht. Bevor es Supermärkte gab, waren die Höfe der Landwirte und deren Bauernmärkte die Anlaufstellen für Kunden. Mittlerweile gibt es mehr als das, wie die Übersicht zeigt. Maria Bichler freut sich. „Es ist auf alle Fälle positiv, dass viele ihre Produkte selbst an den Mann bringen, mit einem besseren Preis.“

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Solidarische Landwirtschaften :

Das Konzept einer Solidarischen Landwirtschaft (Solawi) ist simpel: Die Mitglieder finanzieren die Kosten für den Anbau und teilen sich den Ertrag. Im Raum Rosenheim gibt es mehrere solcher Initiativen, zum Beispiel in Bad Endorf, Bruckmühl und auch in Stephanskirchen. Dort, im Ortsteil Landlmühle, hat das Architekten-Ehepaar Rudolf und Maria Finsterwalder die Genossenschaft Solawi Landlmühle gegründet. Diese sei mittlerweile auf rund 100 Mitglieder gewachsen, sagt Rudolf Finsterwalder. Auf mehreren Hektaren baut ein Gärtner Obst und Gemüse an, zum Beispiel Salat, Artischocken oder auch Melonen. Die Mitglieder der Genossenschaft erhalten wöchentlich eine Erntekiste, die sie vor Ort abholen. Beim Anbau können sie sich beteiligen. „Das Miteinander ist toll“, berichtet Finsterwalder. Das Ziel der Solawi ist, lange Lieferwege zu vermeiden und sicherzustellen, dass regionale Produzenten ein stabiles Gehalt bekommen. „Ich bin total beeindruckt vom Anbau und vom Ertrag“, sagt er.

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Hofläden mit Milch-und Eierautomaten:

Hofläden gibt es in der Region mittlerweile viele, manchmal sogar mehrere in einer Gemeinde. Die Familien bieten dort aber nicht nur Milch oder Eier an. Im Laden von Theresia Dirnecker aus Eiselfing gibt zusätzlich selbstgebackenes Brot, Eierlikör aus eigener Herstellung und Nudeln aus den Eiern der Hofhühner. Werden diese geschlachtet, stellt sie Suppe daraus her. Alles soll verwertet werden. Familie Dirnecker betreibt den Hofladen seit 2009. „Wir haben 2007 mit Hühnern angefangen und wollten unsere Produkte selbst an den Mann bringen“, sagt sie. Besonders gefällt ihr die Wertschätzung für die Erzeuger, welche die Kunden mitbrächten.

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„Nimm‘s RegRonal“ GmbH:

„Nimm‘s RegRonal“ ist ein Gütesiegel für regionale Lebensmittel und deren Qualität im Raum Rosenheim-Chiemsee. Nur wer seine Produkte in der Region erzeugt, verarbeitet und somit hiesige Arbeitsplätze sichert, wird in die Produktpalette aufgenommen. Das Ziel des Unternehmens ist, regionale Lebensmittel großflächig und professionell im Einzelhandel anzubieten und somit der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Wer kommt schon immer auf einen Bauernmarkt oder zum Direktvermarkter?“, sagt Elisabeth Widauer, Geschäftsführerin der „Nimm‘s RegRonal“. Momentan gibt es „RegRo“-Produkte in verschiedenen Edeka-Märkten. Rewe-Märkte sollen bald folgen. Wer Produkte doch beim Direktvermarkter kaufen möchte, kann mit der App „Frisch vom Hof“ nach ihnen suchen. Darin sind Anlaufstellen wie Hofläden und Märkte in der Region aufgeführt. Auch lokale Brennholzproduzenten zum Beispiel zeigt die App an. Das neueste Projekt der Gesellschaft ist das Verkaufsmobil „Frisch vom Hof und Nimm‘s RegRonal“. Dieses steht immer dienstags und mittwochs von 8 Uhr bis 13 Uhr auf dem Ludwigsplatz in Rosenheim. Dort gibt es Biobrot und -käse, Geräuchertes, Mehl, Kaffee, Eier und Öle. Das Mobil können Gemeinden auch für Projekte vor Ort anfordern.

Bauernmärkte:

Genau wie Hofläden sind auch Bauernmärkte in der Region Rosenheim weit verbreitet. Bei der Schmankerlstraße in Rosenheim, die jedes Jahr im September stattfindet, gibt es mehr als nur Wurst, Fleisch, Milch und Käse. Auch Fisch, Obst, Honig, Spirituosen, Seifen und Wollprodukte bieten die Aussteller. Aber nicht nur wegen der Lebensmittel ist die Schmankerlsstraße bekannt. Sondern auch weil „königliche Gäste“, wie die Bayerischen Apfel-, Milch-, Honig- und Wollköniginnen, den Markt jedes Jahr besuchen. Noch bekannter ist aber der Bad Feilnbacher Apfelmarkt. Er ist der größte seiner Art in Bayern. Rund 250 Erzeuger präsentieren dort ihre Ware, die jedoch nicht nur aus verschiedenen Apfelsorten besteht. Es gibt Säfte, Brände und Schnäpse, außerdem Marmeladen und Apfelessige. Auch Gemüse und Käse verkaufen die Aussteller. Kleinere Bauernmärkte, wie die am Stephanskirchner Rathausplatz, in Baierbach und der Grüne Markt am Ludwigsplatz in Rosenheim, gehören ebenfalls zum Bild der Region.

Marktschwärmer:

Die europaweit agierende Online-Plattform „Marktschwärmer“ vermittelt und liefert Lebensmittel direkt vom Erzeuger. Auch in Rosenheim gibt es eine „Marktschwärmerei“ im Café Stellwerk 18. Dort wurden im vergangenen Dezember die ersten Lieferungen verteilt. Verbraucher müssen die Produkte davor online bestellen und bezahlen. Mit-Initiatorin des Projekts ist Stephanie Wimmer. „Ich hatte das Gefühl, dass die Lebensmittel nichts mehr wert sind, weil alles im Supermarkt immer verfügbar ist“, sagt sie. Durch die „Marktschwärmerei“ will sie wieder mehr Bewusstsein schaffen – für regionale Nahrungsmittel, aber auch für diejenigen, die sie produzieren. „Ich will einen Draht zwischen der Stadtbevölkerung und den Erzeugern herstellen.“

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