Kreisausschuss überlegt

Bekommt das Landratsamt Rosenheim wegen Corona nun doch keinen 7. Stock?

Das Hauptgebäude des Rosenheimer Landratsamtes soll um ein Stockwerk erweitert werden, wenn der Kreistag seine Meinung nicht ändert.
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Das Hauptgebäude des Rosenheimer Landratsamtes soll um ein Stockwerk erweitert werden, wenn der Kreistag seine Meinung nicht ändert.
  • Norbert Kotter
    vonNorbert Kotter
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Bringen coronabedingte Einnahmeausfälle die Aufstockung des alten Landratsamtsgebäudes um ein siebtes Stockwerk ins Wanken? Entschieden ist nichts, in der Haushaltsdebatte des Kreisausschusses gab es allerdings Gedankenspiele in diese Richtung.

RosenheimLandrat Otto Lederer (CSU) und Kreiskämmerer Marcus Edtbauer betonten es im Verlauf der Sitzung nicht nur einmal: Wie es derzeit aussieht, dürften 2022 und 2023 die Jahre werden, in denen das Geld im Landkreis besonders knapp ist. Wenn an Einsparungen kein Weg vorbeiführen sollte, dann haben Fraktionssprecher Sepp Lausch von den Freien Wählern und AfD-Kreisrätin Michaela Eglseer eine Möglichkeit bereits fest im Blick: die geplante Erweiterung des Landratsamtes um ein siebtes Stockwerk, die der Kreistag heuer im Februar beschlossen hat.

Sie ist Teil eines Gesamtkonzeptes, das unter anderem auch die Innen- und Fassadensanierung des Bestandsgebäudes vorsieht. Erster Schritt wäre die Aufstockung, deren Kosten Gerhard Kippes, Leiter der Abteilung Hoch- und Tiefbau im Landratsamt, damals mit rund sechs Millionen Euro angab. Mit der derselben Summe kalkuliert Kippes auch für die Innen- und Außensanierung.

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Aufstockung und Außenwirkung

„Brauchen wir das siebte Stockwerk überhaupt? Ich glaube, die Aufstockung des Landratsamtes hätte in Zeiten, in denen das Geld knapp wird, eine schlechte Außenwirkung“, meinte Eglseer. Sie gehörte dem Gremium noch nicht an, als der einstimmige Beschluss für das Sanierungs- und Erweiterungskonzept gefasst wurde. Im Gegensatz zu Fraktionssprecher Sepp Lausch von den Freien Wählern, der hinter sein Ja von einst mittlerweile auch ein Fragezeichen hinter der Notwendigkeit der Aufstockung macht.

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Landrat Otto Lederer (CSU) betonte, die Planungen für die Baumaßnahme würden gemäß dem Votum des Kreisausschusses erst einmal fortgesetzt, „Wir packen das in den Haushalt für 2021 rein. Letztlich muss der Kreistag entscheiden, ob es bei der Aufstockung bleibt.“ Lederer verwies darauf, dass Personal der Landkreisverwaltung nach wie vor in Außenstellen arbeite und wegen Corona allein im Bereich des Gesundheitsamtes eine deutliche Aufstockung der Mitarbeiter erfolgt sei.

18 Millionen für Aufstockung

Auf die Außenstellen, die im Zuge einer Erweiterung des Hauptgebäudes aufgelöst werden könnten, hatte bei der Debatte im Februar auch Ulrich Sedlbauer, der Geschäftsleitende Beamte des Landratsamtes, verwiesen. Die derzeit in Bad Aibling tätigen Mitarbeiter des Veterinäramtes und die Bediensteten des in der Prinzregentenstraße in Rosenheim befindlichen Gesundheitsamtes könnten dann ins Haupthaus ziehen, lediglich die Kfz-Zulassung wäre von der Neuorganisation nicht betroffen. Sedlbauer hob damals die Synergieeffekte hervor, die zu jährlichen Kosteneinsparungen von rund 100. 000 Euro führen dürften.

Apropos Kosten: An der Grobschätzung von 18 Millionen Euro hat sich laut Gerhard Kippes nichts geändert, dennoch blieb er bei der Debatte im Gremium vorsichtig. „Ich kann mich da nicht genau festlegen, da wir noch keine belastbaren Daten haben.“

Fraktionssprecher Dieter Kannengießer (Parteiunabhängige) hält von der Überlegung, auf das siebte Stockwerk vorerst zu verzichten, gar nichts. „Das wäre viel zu kurzsichtig gedacht, wenn wir das nicht machen.“ Sebastian Friesinger (CSU) sieht im Moment ebenfalls keinen Grund für diese Debatte. „Die Aufstockung ist im Moment nur eine Planungsoption, mehr nicht, Wir sollten dann reden, wenn wir konkrete Zahlen haben.“

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