Landrat Wolfgang Berthaler zieht im Rosenheimer Kreistag positives Fazit seiner Amtszeit

Ein Trio, das ein positives Fazit zog: stellvertretender Landrat Josef Huber, Landrat Wolfgang Berthaler und der Sprecher der Landkreis-Bürgermeister, August Voit (von links).. Reisner
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Ein Trio, das ein positives Fazit zog: stellvertretender Landrat Josef Huber, Landrat Wolfgang Berthaler und der Sprecher der Landkreis-Bürgermeister, August Voit (von links).. Reisner

Am 1. Mai endet die Amtsperiode des jetzigen Kreistags. Bei der letzten Sitzung in seiner alten Zusammensetzung prägte ein Rückblick auf die Arbeit in den vergangenen sechs Jhren die Tagesordnung. Dankesworte zogen sich durch die Reden.

Rosenheim – Es war ein sehr emotionaler Moment – für Landrat Wolfgang Berthaler (CSU) und den Kreistag zugleich. Gut eineinhalb Jahre nach seinem schweren Unfall im Sommer 2018 (wir berichteten) nahm Berthaler am Mittwoch erstmals wieder an einer Kreistagssitzung teil – der voraussichtlich letzten in der laufenden Amtsperiode. Im Rollstuhl sitzend, nahm er in jenem Sitzungssaal Platz, in dem während seiner im Mai zu Ende gehenden Amtsperiode zahlreiche Entscheidungen getroffen wurden.

Über 100 Millionen Euro investiert

Berthaler war es vorbehalten, auf einige wichtige Meilensteine der vergangenen sechs Jahre zurückzublicken. Er sieht den Landkreis in vielen Bereichen „sehr auf aufgestellt“. Über 100 Millionen Euro seien in den vergangenen Jahren allein in die Berufsschulen investiert worden, rief er dem Gremium ins Gedächtnis. Die 23 Schulen, deren Sachaufwandsträger der Landkreis ist, sieht Berthaler am „absolut oberen Level“ positioniert.

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Wichtig war ihm auch, zu betonen, dass der Landkreis alles für den Erhalt der vier Krankenhausstandorte getan habe. Er ließ keine Zweifel daran, dass diese Vorgabe für den Landkreis weiterhin oberste Priorität habe. Er konnte sich in diesem Zusammenhang einen Seitenhieb auf die Kritiker der Schließung der Geburtenstation im Krankenhaus Bad Aibling nicht verkneifen. „Wir haben das Projekt nicht an ein paar Millionen Euro scheitern lassen“, beteuerte Berthaler. Es habe einfach an Fachepersonal gemangelt. Ausdrücklich nahm er den amtierenden Geschäftsführer des Klinikverbundes, Dr. Jens Deerberg-Wittram, in Schutz. „Die Schließung haben andere zu verantworten“, sagte der Landrat.

Schuldenstand gesenkt

Seine Freude darüber, dass es trotz erheblicher Investitionen in seiner Amtszeit gelungen ist, den Schuldenstand des Landkreises von rund 106 Millionen Euro auf aktuell 68 Millionen Euro zu senken, wollte er an diesem Tag nicht verbergen.

Letztlich prägten viele Dankesworte das Finale der Sitzung. Berthaler dankte seinen Mitarbeitern im Haus und würdigte zudem die insgesamt gute Zusammenarbeit im Kreistag – „auch wenn wir uns manchmal gestritten haben“. Ohne Namen zu nennen, konnte er sich eine Spitze auf den ein oder anderen aus der Bewerberschar, die sich um seine Nachfolge bemühen, nicht verkneifen. „Wenn ich lese, was da alles vorgeschlagen und gefordert wird, dann frage ich mich, ob so mancher schon mal im Amt war und die Aufgaben der Landkreisverwaltung kennt.“

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Ein positives Fazit zog auch Berthalers Stellvertreter Josef Huber (CSU), der ihn seit Juli vergangenen Jahres vertritt. Er verhehlte nicht, dass die Doppelbelastung als Berthalers Stellvertreter und als Bürgermeister von Babensham an seinen Kräften gezehrt habe. „Es war eine schwierige Zeit. Ich gebe gerne zu, dass ich mich auf den 1. Mai freue“, gestand Huber freimütig ein. An diesem Tag beginnt die Amtsperiode des neugewählten Landrat..

Langanhaltender Applaus

Abschließend ergriff noch der Ameranger Rathauschef August Voit, zugleich Sprecher der Bürgermeister im Landkreis, das Wort. Auch er bedankte sich bei Berthaler für das insgesamt sehr gute Miteinander. Auch das Klima, das in den vergangene sechs Jahren im Kreistag geherrscht habe, wertete Voit als positiv.

Nach den Worten des Rathauschefs wurde Berthalers Wirken vom Gremium mit langanhaltendem Applaus gewürdigt. .

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