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Stimmen von Stadt und Vorsitzendem des Ärztlichen Kreisverbandes Rosenheim

Impffortschritt im Landkreis stockt noch immer: „Erstimpfungen sind es relativ wenig“

Im Landkreis Rosenheim werden seit 7. Juni nur vereinzelt Erstimpfungen durchgeführt.
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Im Landkreis Rosenheim werden seit 7. Juni nur vereinzelt Erstimpfungen durchgeführt.
  • Max Darga
    VonMax Darga
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Im Landkreis Rosenheim füllen sich die Biergärten und doch braucht es noch viele Impfungen, bis an Entspannung bezüglich der Pandemie zu denken ist. Das sagen die Stadt Rosenheim und der Vorstand des Ärztlichen Kreisverbandes Rosenheim, Dr. Fritz Ihler, über den Stand der Impfkampagne im Landkreis.

Landkreis Rosenheim - Wie das Gesundheitsamt Rosenheim im Wochenbericht vom 11. Juni schreibt, wurden bislang 136.920 Impfungen im Landkreis Rosenheim verabreicht. Diese wurden vor allem in Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern und im Impfzentrum auf der Loretowiese durchgeführt. 82.773 davon waren Erstimpfungen, 54.147 Zweitimpfungen. Auch die Einbindung der Hausärzte sorgt für das stetige Wachsen der Zahl von Geimpften. Seit dem 31. März bis einschließlich 10. Juni haben niedergelassene Ärzte der Region im Zuge dessen bereits 67.549 Erst- und Zweitimpfungen durchgeführt.

Termine für Erstimpfungen nach wie vor Mangelware

Nach wie vor stehen die Chancen aber schlecht für diejenigen, die auf einen Termin zur Erstimpfung hoffen. Seit 7. Juni werden nämlich aufgrund fehlender verfügbarer Impfdosen fast nur noch Zweitimpfungen durchgeführt.

Das zeigt sich deutlich an den Zahlen der Erst- und Zweitimpfungen im Juni. Laut dem stellvertretenden Pressesprecher der Stadt Rosenheim, Christian Schwalm, wurden im Juni bis einschließlich der Kalenderwoche 23 am Impfzentrum in Rosenheim gerade einmal 1707 Erstimpfungen verabreicht. Dem gegenüber stehen für denselben Zeitraum insgesamt 12.766 Zweitimpfungen.

Ob und wann der Liefer-Engpass für Impfstoff überwunden sein wird, hinge „von der bundes- beziehungsweise landesweiten Versorgungslage mit Impfstoffen ab und kann von hier aus nicht seriös prognostiziert werden“, so Schwalm. Geduld ist also weiterhin gefragt.

Auf die Frage, unter welchen Umständen derzeit Erstimpfungen erfolgen, erklärt Schwalm: „Um einen effizienten Betrieb der Impfstraßen möglichst ohne Leerlauf und Materialverlust zu gewährleisten, werden vereinzelt Erstimpfungen durchgeführt.“

Trotz schwieriger Lage für Impfungen registrieren

Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Gesundheitsamtes Rosenheim, ruft trotz der momentan nur vereinzelt erfolgenden Erstimpfungen dazu auf, sich weiterhin zu registrieren: „Ich rate dringend allen Personen, die ein Impfangebot erhalten und bei denen nicht eine medizinische Kontraindikation nach wissenschaftlichen Kriterien besteht, den Impftermin auch wahrzunehmen.“

„Wir dürfen uns nicht täuschen lassen, es werden sich alle Personen, die nicht geimpft sind, an dem Virus anstecken. Eine Herdenimmunität durch eine hohe Zahl an Geimpften wird nicht dazu führen, dass der Rest der Bevölkerung, der nicht gegen das Coronavirus immun ist, verschont wird. Kein Mensch kann sicher sein, dass bei ihm nicht eine schwere Verlaufsform der Infektion auftritt oder langwierige und belastende Folgesymptome durch Long-COVID verbleiben“, so Hierl.

Alle Bürger können sich für die Impfung gegen COVID-19 unter https://impfzentren.bayern registrieren. In Ausnahmefällen ist dies auch telefonisch unter der Rufnummer 08031/365 8899 möglich. Bei Impfungen durch Ärzte wird um die zeitnahe Löschung des Accounts im Registrierungsportal gebeten.

Kapazitäten der Hausärzte im Landkreis Rosenheim noch lange nicht ausgeschöpft

„Die Zweitimpfungen werden fast immer ganz geliefert. Erstimpfungen sind es relativ wenig“, erklärt Dr. Fritz Ihler, Vorstand des Ärztlichen Kreisverbandes Rosenheim, auf die Anfrage von rosenheim24.de hinsichtlich der Impfstoff-Lieferungen an die lokalen Hausärzte. Seiner Aussage nach seien diese jedoch von Woche zu Woche unterschiedlich: „Von 14 bis 28 Dosen pro Arzt.“

Wurde der Beitrag der Hausärzte zum bayernweiten Impffortschritt zwar bereits wiederholt gelobt, so seien die Chancen dieser Einbindung noch nicht optimal genutzt. Dr. Ihler meint hierzu: „Die Kapazitäten sind noch lange nicht ausgeschöpft.“ Man lasse sich jedoch nicht demoralisieren. „Trotz der Unsicherheit, wie viel Impfstoff nächste Woche wirklich kommt, sind die Kolleginnen und Kollegen äußerst motiviert.“

Die Redaktion stellte Dr. Ihler auch die Frage, welche Möglichkeiten es gebe, derzeit an einen Termin für eine Erstimpfung zu kommen. Einen direkten Geheimtipp gebe es nicht, meint der Vorstand des Ärztlichen Kreisverbandes Rosenheim, aber: „Man sollte sich im engeren Umkreis vielleicht bei den Ärzten anmelden, die sonst auch die Urlaubsvertretung machen. Und bitte absagen, wenn man woanders geimpft wurde. Ein Impftourismus von München nach Rosenheim ist nicht sinnvoll. Vielleicht hilft auch der Betriebsarzt.“

Bei den Impfungen sei auch laut Dr. Ihler aktuell etwas Geduld gefragt: „Wir haben jetzt eine niedere Inzidenz, also keine hohe Ansteckungsgefahr. Mit den Impfungen geht es voran.“ Wer sich von dem Wunsch nach der Impfung mit dem Wirkstoff von BionTech lösen kann, habe hier einen Vorteil: „Vielleicht könnte man sich doch mit AstraZeneca oder Johnson & Johnson impfen lassen, wenn es noch vor dem Urlaub sein soll. Gerade Johnson & Johnson benötigt nur eine Impfung.“ Dr. Ihler bestätigt hierbei noch, was viele Hausärzte der Region bereits in der Vergangenheit bemängelten: „AstraZeneca wird von den meisten Patienten abgelehnt.“

mda

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