Aus dem Kreisausschuss

Landkreis Rosenheim schielt nach Fairtrade-Zertifikat – Start aber frühestens in einem Jahr

Fair gehandelter Kaffee ist ein Produkt, das für den Erhalt des Fairtrade-Zertifikats hilfreich ist.
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Fair gehandelter Kaffee ist ein Produkt, das für den Erhalt des Fairtrade-Zertifikats hilfreich ist.
  • Norbert Kotter
    vonNorbert Kotter
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Es steht zwar nicht oben auf der Prioritätenliste, dennoch möchte der Landkreis Rosenheim den Wunsch, sich sein Bekenntnis zu einem weltweit fairen Handel zertifizieren zu lassen, nicht aus den Augen verlieren. Das machten die Mitglieder des Kreisausschusses jetzt in einem einstimmigen Votum deutlich.

Rosenheim – Der Kreisausschuss kann sich gut vorstellen, dass sich der Landkreis Rosenheim an der bundesweiten „Fairtrade-Kampagne“ beteiligt und sich sein Bekenntnis zu einem weltweit fairen Handel zertifizieren lässt. Ganz oben auf der Prioritätenliste möchte er dieses Ansinnen, das Kreisrat Dr. Klaus Rosellen (Linke) in einem Antrag formuliert hatte, jedoch nicht platziert wissen. Deshalb sprach sich das Gremium zwar einstimmig für eine Zertifizierung aus, ebenso einstimmig aber auch für die Zurückstellung des Anliegens um mindestens ein Jahr.

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Landrat Otto Lederer (CSU) verwies zur Begründung auf die hohen Zusatzbelastungen, die die Corona-Pandemie derzeit für die Verwaltung mit sich bringt. „Da sollten wir nicht noch etwas draufsatteln“, so der Landrat. Eine Sichtweise, die Fraktionssprecher Georg Reinthaler von Bündnis 90/Die Grünen teilte. „Ich habe mit der Verschiebung überhaupt kein Problem. Es ist begrüßenswert, wenn sich der Landkreis dieses Themas annimmt.“ Reinthaler betonte, die Zeitspanne könne auch dafür genutzt werden, um die Voraussetzungen zu eruieren, die für eine Beteiligung des Landkreises an der Kampagne gegeben sein müssen.

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In einer Stellungnahme geht die Verwaltung davon aus, dass der Landkreis bereits jetzt die Voraussetzungen für eine entsprechende Zertifizierung erfüllt. Unter anderem müssten sich in der Region 37 Einzelhandelsgeschäfte und 19 Gastronomiebetriebe finden, die Fairtrade-Produkte verwenden. Außerdem müsste der Nachweis erbracht werden, dass mindestens zwei Schulen, zwei Kirchengemeinden und zwei Vereine über fairen Handel informieren und auch Bildungsaktivitäten zu diesem Thema anbieten.

Beteiligung an Aktivitäten

Verwiesen wird in der Vorlage der Verwaltung auch darauf, dass sich der Landkreis bereits jetzt über seine Beteiligung an den Aktivitäten des Vereins zur Förderung der Regionalentwicklung im Raum Rosenheim e. V. intensiv für regionale Produkte und die Direktvermarktung einsetzt. So gebe er beispielsweise bei Ausschreibungen für die Vergabe von Schulverpflegungen die Ausrichtung an ökologischen Kriterien und den Einsatz von Bioprodukten vor.

Die Kampagne Fairtrade-Town wurde 2001 in Großbritannien ins Leben gerufen. In Deutschland wird sie von dem Kölner Verein TransFair getragen.

Er hat den Titel seit 2009 an rund 700 Städte in Deutschland vergeben.

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