Landkreis Rosenheim: Lederer legt den Amtseid ab

Kreisrat Josef Baumann (mit dem Rücken im Bild) nahm Landrat Otto Lederer den Amtseid ab. Im Hintergrund Dr. Wolfgang Hierl, der Leiter des Gesundheitsamtes.

Bei der konstituierenden Sitzung des Kreistages in der Turnhalle des Bruckmühler Gymnasiums legte der neugewählte Landrat Otto Lederer (CSU) seinen Amtseid ab. Die AfD scheiterte mit einem Antrag, die Zahl seiner Stellvertreter zu reduzieren.

von Norbert Kotter

Bruckmühl/Rosenheim – Josef Baumann stand für einen kurzen Moment im Rampenlicht. Als ältestem Mitglied des Gremiums blieb es dem Kreisrat aus Wasserburg vorbehalten, Lederer die Eidesformel abzunehmen. Kaum hatte er mit Gottesbezug den gesetzlich vorgeschriebenen Text nachgesprochen, folgte ein leidenschaftlicher Appell an die Mandatsträger. „Sie haben ein wunderbares Ehrenamt erlangt. Unser aller Auftrag ist, die Geschicke des Landkreises gut zu lenken und ihn voranzubringen.“ Lederer bot seine Bereitschaft zu „einer guten und kollegialen Zusammenarbeit“ an.

Vier Stimmen waren ungültig

Als sich das Gremium eine Geschäftsordnung gegeben hatte, wurde der Babenshamer Bürgermeister Josef Huber (CSU) wie erwartet in seinem Amt als geschäftsführender Stellvertreter des Landrats bestätigt. Er blieb ohne Gegenkandidat und erhielt 62 von 69 abgegebenen Stimmen. Vier waren ungültig. Zwei Kreisräte votierten für den CSU-Landtagsabgeordneten Klaus Stöttner, einer schrieb den Namen von Georg Reinthaler, Fraktionssprecher von Bündnis 90/Die Grünen, auf den Stimmzettel. Lederer hatte für die Wahl seines Parteifreundes unter anderem die Tatsache ins Feld geführt, dass er bereits in den vergangenen knapp zwei Jahren das Landratsamt als Vertreter von Wolfgang Berthaler hervorragend geführt habe. Wie berichtet, war dieser nach einem Dienstunfall zur Amtsausübung nicht mehr in der Lage.

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Keine Überraschungen gab es auch bei der Wahl der weiteren vier Landrat-Stellvertreter. Ihnen wurde vom Kreistag im Gegensatz zu Huber, dessen Wahl schriftlich erfolgen musste, per Akklamation das Vertrauen ausgesprochen. Im Vorfeld dieser Personalentscheidungen scheiterte die AfD mit einem Antrag, die Zahl der weiteren Landrat-Stellvertreter von vier auf drei zu reduzieren. Andreas Winhart hatte den Antrag damit begründet, dass es dem Kreistag gerade in Zeiten der Corona-Krise nicht schlecht zu Gesicht stünde, Sparsamkeit an den Tag zu legen. „Es geht zwar nur um 550 Euro im Monat, aber wir könnten ein Zeichen setzen“, sagte er.

Letztlich blieb die AfD mit ihrem Vorstoß allein auf weiter Flur, nur der Landrat nahm vor der Ablehnung des Antrags dazu Stellung. Er verwies darauf, dass der Landkreis in Bezug auf die Einwohnerzahl der zweitgrößte in Bayern sei und auch flächenmäßig zu den größten im Freistaat gehöre. „Jeder der vier weiteren Stellvertreter hat im vergangenen Jahr zwischen 100 und 150 Terminen wahrgenommen. Wir sollten deshalb an der Zahl von vier Stellvertretern festhalten“, sagte er und bat letztlich erfolgreich um Ablehnung des AfD-Antrags.

Hofer statt Kannengießer

Gewählt wurde schließlich das Quartett, über dessen Namen die OVB-Heimatzeitungen bereits zu Wochenbeginn exclusiv berichtet hatten: Andrea Rosner aus Kolbermoor (Bündnis 90/Die Grünen, zwei Gegenstimmer), Marianne Loferer aus Riedering (CSU, drei Gegenstimmen), Alexandra Burgmaier aus Raubling (SPD, vier Gegenstimmen) sowie Sepp Hofer aus Halfing (Freie Wähler, 15 Gegenstimmen). Hofer ist neu in der Riege. Für ihn musste Fraktionssprecher Dieter Kannengießer von den Parteiunabhängigen weichen, der das Amt zwölf Jahre innehatte. Die Gruppierung stellte zwar keinen Gegenkandidaten, votierte aber gegen Hofer. Dadurch erklärt sich dessen im Vergleich mit den anderen Bewerbern deutlich höhere Zahl an Gegenstimmen.

Der Landrat hatte zuvor betont, er wolle bei der Stellvertreter-Auswahl auf Kontinuität setzen, hatte sich aber dennoch nicht für Kannengießers Wiederwahl starkgemacht. Seine Begründung für das Plädoyer zugunsten von Hofer: Die Freien Wähler seine drittstärkste Kraft im Kreistag, Hofer säße auch im Bezirkstag und habe von allen Bewerbern, die nicht auf der CSU-Liste kandidierten, bei der Kreistagswahl die meisten Stimmen bekommen.

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