Brenner-Nordzulauf: Rosenheimer Kreistag für überwiegend unterirdische Trasse

Brenner-Nordzulauf
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Züge, wie der Meridian, die durch den Raum Rosenheim fahren, sind von einer Trassenführung betroffen.
  • Norbert Kotter
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Der Rosenheimer Kreistag hat einen einstimmigen Beschluss im Raumordnungsverfahren zum Brenner-Nordzulauf gefasst. Vorangegangen war allerdings eine Unterbrechung der Sitzung.

Rosenheim - Mit einem einstimmigen Votum hat sich der Kreistag des Landkreises Rosenheim im Raumordnungsverfahren für den Nordzulauf zum Brennerbasistunnel zu Wort gemeldet. Unter anderem werden im Falle eines Trassenneubaus größtmögliche unterirdische Streckenführung und optimaler Lärmschutz gefordert.

Mangelhafte Grundlagen?

Geprüft werden soll nach dem Willen des Landkreises auch, ob notwendige Verknüpfungsstellen unterirdisch angelegt werden können. Als Prüfauftrag des Landkreises an die Regierung von Oberbayern ergeht auch die Forderung, ob das Verfahren wegen mangelhafter Grundlagen nicht gestoppt werden muss.

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Freie Wähler forderten Verfahrensstopp

Ursprünglich waren die Freien Wähler mit der Forderung nach einem Verfahrensstopp in die Debatte gegangen. Um ein möglichst breitgefächertes Votum des Gremiums nicht zu gefährden, einigte sich die Fraktion in einer Sitzungsunterbrechung mit Landrat Otto Lederer auf diese Vorgehensweise.

Sitzung unterbrochen, dann wieder aufgenommen

In der Pause wurde letztlich auch eine Einigung darüber erzielt, wie Änderungswünsche anderer Fraktionen in ein gemeinsames Positionspapier integriert werden können, das vom gesamten Gremium mitgetragen werden kann. Das war die Grundlage für das einstimmige Votum.

Änderungsanträge für Beschlussvorlage

Landrat Otto Lederer will versuchen, Änderungsanträge der Grünen, Freien Wähler, Parteiunabhängigen und AfD mit Zusatzforderungen von CSU und aus den Reihen der SPD in die vorbereitete Beschlussvorlage einzuarbeiten.

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Sie enthält im Wesentlichen bereits bekannte Forderungen. Unter anderem Lärmschutz und eine größtenteils unterirdische Streckenführung.

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Landrat Lederer über die Gründe

In einer ersten Stellungnahme gegegnüber den OVB-Heimatzeitungen sagte Landrat Otto Lederer: "Ich denke dass die Unterbrechung der Sitzung und der vorherige Verlauf - mit einer intensiven Diskussion - ein wichtiger Schritt war, um zu einer möglichst von breiter Mehrheit getragener Konsenslösung zu kommen."

Bernd Fessler, Bürgermeister von Großkarolinenfeld und Sprecher der Bürgermeister im Landkreis Rosenheim, begrüßte die Entscheidung des Gremiums: "Es war ein kleines Kunststück von Landrat Otto Lederer, hier auch alle Interessen unter einen Hut zu bekommen." Es sei aus seiner Sicht ein gutes Ergebnis, wenn man derartige Themen einvernehmlich angehe.

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