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Seltener Fall

Schechenerin zweimal mit Corona infiziert, doch beim 2. Mal schlägt Warnsoftware keinen Alarm

Testen vertieft das Wissen über Corona. Aber das Virus ist immer auch für Überraschungen gut.
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Testen vertieft das Wissen über Corona. Aber das Virus ist immer auch für Überraschungen gut.
  • Michael Weiser
    VonMichael Weiser
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Sie infizierte sich mit Corona, überstand es gut – und musste sich schon ein paar Wochen später bescheinigen lassen, sich erneut infiziert zu haben. Andrea Löffler-Kaspar hatte aber noch mehr Grund, sich zu wundern.

Schechen– Andrea Löffler-Kaspar nimmt‘s mit Galgenhumor. „Wir machen schon dauernd Witze, dass wir ein Wettbüro einrichten sollten“, sagt die 60-jährige Frau aus Schechen über den Ausgang ihres nächsten Corona-Tests. Der dürfte auch Menschen interessieren, die gar nicht wetten, einfach aus wissenschaftlicher Neugier heraus. Denn Andrea Löffler-Kaspar ist ein Spezialfall. Sie gehört zu den wenigen Menschen in Deutschland, die sich gleich zweimal mit Corona infiziert haben.

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Interessant ist ihr Fall aber auch deswegen, weil sie mit ihrer zweiten Infektion offenbar die Software des Gesundheitsamtes aufs Glatteis geführt hat. Am 1. Februar war sie positiv getestet worden. Doch das Gesundheitsamt meldete sich nicht. Kein Anruf mit einer höflichen Aufforderung zur häuslichen Isolation kam, eine Woche verging, da griff Andrea Löffler-Kaspar selbst zum Telefon.

Andrea Löffler-Kaspar

Sie meldete sich beim Gesundheitsamt. Immerhin erhielt sie die zu Hause verbrachte Zeit angerechnet. „Drei Tage Quarantäne noch für mich und meine Kontaktpersonen, das war‘s“, sagt sie. „Ich wusste aber ohnehin schon, dass ich nicht vor die Haustüre darf.“ So hatte sie sich einfach selbst isoliert. Ganz ohne Aufforderung.

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2. Infektion Problem für Meldeprogramm?

Aber warum meldete sich das Gesundheitsamt nicht von selber? Offenbar schließt die Registrierungs- und Melde-Software des Gesundheitsamts ein erneutes Auftreten einer Corona-Infektion aus. Mit der ersten Corona-Infektion Ende Dezember hatte das System offenbar seinen Haken hinter den Namen der 60-Jährigen gemacht.

Die zweite Eingabe wurde nicht mehr registriert. So habe zumindest ein Mitarbeiter des Gesundheitsamtes die Panne erklärt, berichtet sie den OVB-Heimatzeitungen. Vonseiten des Landratsamtes gab es eine andere Version der Geschichte: Infektionsschutzmaßnahmen seien angeordnet worden, ein Gespräch mit dem Arzt habe stattgefunden. Ja, sagt Andrea Löffler-Kaspar, das stimmt – allerdings mit einer Woche Verspätung.

Experten über Corona-Doppelinfektion

Darüber hinaus ist die schnelle Abfolge der Infektionen ein Rätsel. Ende Dezember war Andrea Löffler-Kaspar im Testzentrum an der Loretowiese positiv getestet worden. Zwei Wochen später hatte sie die Infektion überwunden, wie auch ein Test bestätigte. Doch ein weiterer Test am 1. Februar zeitigte erneut ein positives Ergebnis, ebenso ein weiterer Test bei ihrem Hausarzt am 4. Februar. „Es gibt schon Menschen, die über Wochen hinweg positiv getestet werden, weil sie noch irgendwelche Fragmente von Viren mit sich herumtragen“, erklärt Dr. Thomas Schulzki. Laborleiter und Geschäftsführer des Medizinischen Labors Rosenheim.

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An ihn hatte sich Andrea Löffler-Kaspar in ihrer Verunsicherung gewandt. Dr. Schulzki kennt daher auch Details. „In diesem Fall sind die CT-Werte der Proben so, dass man von einer Reinfektion ausgehen muss.“ Ein seltener Fall, wie er bestätigt, „mir ist hier in dieser Region sonst keiner bekannt.“

Zweimal Corona, zweimal ohne Symptome

Besonders sind Andrea Löffler-Kaspars Fälle auch deswegen, weil sie offenbar folgenlos blieben. „Ich hatte keinerlei Symptome“, sagt sie, „und angesteckt habe ich auch niemanden, nicht mal in meinem Haushalt. Und darüber bin ich besonders froh“

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Ob ihre Widerstandskraft an der Lebensweise liegt? Nicht jeden Tag Fleisch, alles mit Maß, auch beim Sport – so beschreibt sie sich. Am Montag will sie´s wieder wissen, und auch ihr Hausarzt ist angemessen gespannt, welche Haken der Virus schlägt. Und wenn Sie selber wetten müsste? „Ich würde auf wieder positiv setzen“, sagt sie.

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