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LANDGERICHT TRAUNSTEIN

25-Jährige zündelt im Bezirkskrankenhaus Gabersee – Haftstrafe und Unterbringung in Psychiatrie

Weil sie in eine andere Klinik verlegt werden wollte, hat eine 25-jährige Frau im Bezirksklinikum Gabersee ein Feuer gelegt.
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Weil sie in eine andere Klinik verlegt werden wollte, hat eine 25-jährige Frau im Bezirksklinikum Gabersee ein Feuer gelegt.
  • VonMonika Kretzmer-Diepold
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Eine psychisch kranke Frau legte im Bezirkskrankenhaus Gabersee bei Wasserburg einen Brand, weil sie in eine andere Klinik verlegt werden wollte. Die 25-Jährige wurde nun vor dem Landgericht Traunstein zu 15 Monaten Freiheitsstrafe und einer weiteren Unterbringung in einer Psychatrie verurteilt.

Traunstein/Wasserburg – Eine psychisch erkrankte Patientin, die im August im Bezirksklinikum Gabersee in einer geschlossenen Normalstation untergebracht war, wollte unbedingt in die Forensik eines anderen Krankenhauses verlegt werden. Deshalb verursachte sie ein Feuer in einem Badezimmer, drohte weitere Brandanschläge an und verletzte in einer anderen Klinik in Wasserburg eine Krankenpflegerin.

Vorsätzliche Körperverletzung

Die Sechste Strafkammer am Landgericht Traunstein verurteilte die 25-jährige Frau jetzt wegen versuchter Nötigung in sechs Fällen und vorsätzlicher Körperverletzung zu 15 Monaten Freiheitsstrafe und ordnete die weitere Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung an. Das Gericht mit Vorsitzender Richterin Jacqueline Aßbichler vernahm zu den einzelnen Vorfällen zahlreiche Zeugen.

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Unter ihnen war eine Krankenschwester, die am 19. September Nachtdienst hatte und gerade im Aufenthaltsraum weilte. Gegen 23 Uhr hörte sie eine Patientin ihren Namen schreien. Sie folgte den Rufen. Die Frau erklärte ihr bei der Ankunft, die 25-Jährige habe im Bad Feuer gelegt. Man habe schon versucht, es zu löschen, das aber nicht geschafft.

Starke Rauchentwicklung

Die Schwester sah eine starke Rauchentwicklung im Bad und bekam kaum mehr Luft wegen der Rauchgase. Sie verdeutlichte im Zeugenstand: „Ich konnte kaum noch atmen. Es bestand für uns jedenfalls Gefahr durch den Rauch.“ Kurzentschlossen versperrte die Zeugin die Badtüre und löschte anschließend den Brand eines Lakens auf den Fliesen.

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Letztlich gab es keinen relevanten Schaden. Auch die Gefahr eines Übergreifens der Flammen auf Mobiliar und Gebäude war sehr gering. In den Folgetagen wollte die 25-Jährige durch verschiedene Drohworte die Verlegung erzwingen. Sonst werde sie „die ganze Station abfackeln“, kündigte sie zum Beispiel an. Die Beteiligten nahmen die Drohungen durchaus ernst, wie mehrere Zeugen betonten.

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Zwei psychiatrische Sachverständige, Dr. Verena Klein aus Taufkirchen und Oberarzt Rainer Gerth aus Gabersee, sahen bei der 25-Jährigen eine erhebliche Wiederholungsgefahr für vergleichbare Taten und damit auch eine Gefahr für die Allgemeinheit. In der Frage der Unterbringung deckten sich die Anträge von Staatsanwalt Wolfgang Fiedler und Verteidiger Harald Baumgärtl aus Rosenheim mit dem Urteil der Sechsten Strafkammer. Nur bei der Höhe der Freiheitsstrafe gab es kleine Unterschiede.

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