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Kurz nach dem Jahrestag: Gedenkort des erschlagenen Afrikaners in Kolbermoor verwüstet

20 Jahre lag die Gedenktafel des erschlagenen Afrikaners hier: Waltraud Giese hat sie damals gestiftet – in Absprache mit Alt-Bürgermeister Ludwig Reimeier. I. Weinzierl

Unbekannte haben am Alten Friedhof in Kolbermoor einen Gedenkort für den vor 20 Jahren erschlagenen Afrikaner Carlos Fernando verwüstet und eine Gedenktafel gestohlen. „Sie haben keinen Respekt vor der Würde des Menschen“, geht Bürgermeister Peter Kloo mit den Tätern hart ins Gericht.

Kolbermoor – Waltraud Giese kann es nicht glauben: „Ich bin fassungslos“, sagt sie, als sie neben dem großen Kreuz auf dem Alten Friedhof der Stadt Kolbermoor steht. „Hier lag die Gedenktafel.“ Sie war an zwei kleine Steine gelehnt, die am Fuße des Kreuzes standen.

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Seit letzter Woche ist die Marmor-Platte zum Gedenken an den im Sommer 1999 erschlagenen Carlos Fernando aus Mosambik verschwunden. „Die Friedhofsgärtner fanden den Ort verwüstet vor“, sagt Kolbermoors Bürgermeister Peter Kloo gegenüber den OVB-Heimatzeitungen. Umgehend haben die Gärtner die Verwüstung behoben –  die Blumen hergerichtet, die Grablichter aufgestellt.

Wer dahinter steckt, kann der Rathauschef nicht sagen. Nur soviel: „Sie haben keinen Respekt vor der Würde des Menschen“, sagt er. Die Stadt hat mittlerweile Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

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Der Tag des Angriffs auf Fernando hatte sich am 15. August zum 20. Mal gejährt. Robert M. (Namen von der Redaktion geändert) schlug ihm vor einer Bar an der Schuhmannstraße zu Boden. Als sein Opfer schon wehrlos dalag, trat Robert M. ihm mit dem Fuß ins Gesicht. Sechs Wochen später starb Fernando im Krankenhaus Vogtareuth.

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Daraufhin fand in Kolbermoor eine Gedenkfeier in der katholischen Kirche statt – „sie war bis auf den letzten Platz besetzt“, erinnert sich Giese. Der von ihr im Anschluss initiierten Lichterkette von der Kirche bis zu Fernandos Zuhause, in einer der Neubauten südlich der Mangfall, folgten hunderte Menschen. Kurze Zeit später stellte Giese dann die Gedenkplatte auf. „Das, was damals passiert ist, dürfen wir nie vergessen“, sagt sie heute.

Initiatorin appelliert an die Täter

Seitdem stand die Gedenktafel an Ort und Stelle. Nei sei etwas passiert. Giese hofft nun, dass die Tafel wieder auftaucht: „Vielleicht stellt der Täter sie so heimlich wieder hin, wie er sie entwendet hat.“ Daran glaubt Kloo allerdings nicht: „Sie wird nicht wieder auftauchen“, ist er überzeugt. Sollte dem so sein, steht für Giese fest: „Ich werde einen Antrag stellen, damit eine neue Gedenktafel der verschwundenen folgt.“ Ines Weinzierl

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