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Kurze, aber heftige Unwetter

Starke Gewitter und Sturm über Rosenheim: Zwei Kühe sterben durch Blitze - Wassersportler geraten in Seenot

Bootsbergung Chiemsee Foto Polizei
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Bootsbergung Chiemsee
  • Alexandra Schöne
    VonAlexandra Schöne
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  • Heidi Geyer
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Auch am Sonntag ist über die Region wieder ein zerstörerisches Unwetter gezogen. Die Bilanz des kurzen, aber heftigen Gewitters mit starken Windböen: zwei getötete Kühe, ein gefällter Maibaum sowie Wassersportler in Seenot.

Rosenheim – Nicht nur im Tal haben Sonntagabend Regen, Blitz und Wind gewütet – sondern auch in den Bergen. Im Bereich der Waller Alm am Oberen Sudelfeld sind beim Unwetter am vergangenen Sonntag zwei Kühe vom Blitz getroffen und getötet worden.

Elke Robl bewirtschaftet mit ihrer Familie das Berggasthaus Waller Alm, ihr Verpächter kümmert sich um die Tiere. Die Kühe hätten auf freier Fläche gestanden, als der Blitz sie traf, sagt sie. „Es ist das erste Mal, dass mir so etwas passiert.“ Die Tiere würden mit einem Anhänger abtransportiert. Anschließend kämen sie in eine Tierverwertungsanlage in der Region, wo sie verbrannt werden.

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Laut Kreisbäuerin Katharina Kern, die ebenfalls am Oberen Sudelfeld eine Alm bewirtschaftet, gibt es solche Vorfälle beinahe jedes Jahr. „Die Kühe stehen oft entweder unter Bäumen, in die der Blitz einschlägt, oder am Bach“, sagt sie. In den Bergen entluden sich Gewitter oft noch heftiger als im Tal, wo die Landschaft ausgedehnt sei. So ein Unwetter wie am Sonntag „habe ich schon lange nicht mehr erlebt. Da hat nur noch gekracht und gescheppert“, berichtet Katharina Kern.

Aufwendiger Transport

Werden Kühe in unwegsamen Gelände vom Blitz getroffen, müssen sie mithilfe eines Hubschraubers ins Tal transportiert werden. Ansonsten kommt laut Kern ein Bulldog und eine Seilwinde zum Einsatz. Während diese Art von Einsätzen relativ kostengünstig ist, sei eine Bergung per Hubschrauber sehr teuer. Hilfe gibt es durch einen staatlichen Tierschutz-Fond, sagt die Kreisbäuerin. Versicherungen gegen Blitzschlag gebe es auch, diese seien aber sehr teuer.

Maibaum fällt auf Gebäude

Wie teuer der Schaden hingegen an einem landwirtschaftlichen Anwesen im Bergener Ortsteil Holzhausen sein wird, ist noch offen. Dort hatte eine starke Windböe den Maibaum, den die Dorfgemeinschaft aufgestellt hatte, brechen lassen. Der obere Teil des Baumes krachte auf das Dach der Scheune des Anwesens. Personen kamen laut Polizei nicht zu Schaden. Die Reparaturkosten am Gebäude taxierten die Ermittler in einer ersten Schätzung auf einen dreistelligen Betrag.

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Dass ein Maibaum einfach abbrechen kann, damit hat Bergens Bürgermeister Stefan Schneider (Grüne) nicht gerechnet: „Der Maibaum wurde 2017 aufgestellt und wird jährlich kontrolliert.“ „Wir haben unsere Versicherung kontaktiert und die wird jemanden beauftragen, der schaut, woran es liegt“, so Schneider. In erster Linie sei er erleichtert, dass die Feuerwehr so schnell reagiert habe und sich der Schaden in Grenzen halte.

Stark gefordert waren am Sonntagabend aber nicht nur die Feuerwehren, sondern auch die Wasserwachtler in der Region. Gemeinsam mit der Wasserschutzpolizei waren die Rettungsdienste am Chiemsee mit vier weiteren Booten im Einsatz, um die Besatzungen von havarierten Segel- und Elektrobooten in Sicherheit zu bringen. So strandete laut Polizei im Bereich der Mühlner Bucht eine mit vier Personen besetzte Segelyacht, nachdem der Sturm das Segel zerfetzt hatte und der Hilfsmotor nicht stark genug war.

Katamaran-Fahrer leicht verletzt

Auch drei Personen, die östlich der Krautinsel mit kleinen Mietelektrobooten unterwegs waren, brachte die Wasserschutzpolizei ans sichere Ufer. Leichte Verletzungen erlitt dagegen ein Wassersportler, dessen Katamaran rund eineinhalb Kilometer vor Chieming gekentert war. Die Polizei rettete den Leichtverletzten und dessen Begleiter aus dem Wasser und brachte ihn ans Land.

Am Simssee herrschte dagegen – trotz Unwetters – ruhige Lage für die Wasserretter. Das berichtet Michael Baumann, technischer Leiter der Ortsgruppe Rosenheim der Wasserwacht. Die Regatta „Simssee-Rund“, die am Sonntag auf dem See stattfand, sei schon gegen 15.30 Uhr beendet gewesen. Zum Glück, wie Baumann sagt. „Sonst wäre das ein Einsatz für die Kreiswasserwacht gewesen. 27 Schiffe zu retten, wäre zu viel für uns gewesen.“

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Eine Sturm-Vorwarnung habe die Wasserwacht gegen 17 Uhr abgesetzt, die Hauptwarnung dann rund eine Viertelstunde später. „Ich bin schon vorher mit dem Boot rausgefahren und habe die Leute darauf hingewiesen, dass da was Großes im Anmarsch ist“, berichtet er. Seine Bilanz: zwei freiwillige Hilfeleistungen. Einen Mann, der mit seinem Kind auf einem Stand-Up-Paddle in Richtung Ecking unterwegs war, nahm Baumann auf seinem Boot mit, da es schon zu blitzen begonnen hatte. Und einen aufblasbaren Katamaran, der nicht von der Stelle kam, schleppte er bis zum Ufer ab.

Baumann ist froh, dass vor Beginn des Unwetters auf dem See alles geregelt war. „Die Wellen waren zwischen einem halben und einem Meter hoch“, sagt er. „Bei dem Wetter will keiner von uns mehr raus. Auch aus Eigenschutz.“

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