Kulturschätze der Region bewahren

Junge Talente fördern und gleichzeitig den kulturellen Reichtum der Region verbreiten, das sind die Ziele der Veranstalter und Organisatoren des Maxlrainer Kultursommers 2011, darunter Sepp Ranner (Dritter von rechts), Vorstand des Kulturfördervereins Mangfalltal in Maxlrain. Foto Aerzbäck
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Junge Talente fördern und gleichzeitig den kulturellen Reichtum der Region verbreiten, das sind die Ziele der Veranstalter und Organisatoren des Maxlrainer Kultursommers 2011, darunter Sepp Ranner (Dritter von rechts), Vorstand des Kulturfördervereins Mangfalltal in Maxlrain. Foto Aerzbäck

Wenn hunderte Menschen sich um 6 Uhr zum Tanzen treffen und der Diakon zahlreiche Besucher durch die heiligen Gänge des Klosters führt, dann ist er wieder da: der Maxlrainer Kultursommer. "Ein großartiges Programm, von der Region für die Region", schwärmte gestern Sepp Ranner, Vorsitzender des Kulturfördervereins Mangfalltal in Maxlrain, bei der Vorstellung des aktuellen Veranstaltungskalenders.

Maxlrain - Zu einem Publikumsmagnet hat sich der Maxlrainer Kultursommer seit seiner Premiere vor elf Jahren entwickelt. Dass die Veranstalter mit ihrem Programm den Nerv der Kulturinteressierten treffen, beweisen die steigenden Besucherzahlen. "Als wir angefangen haben waren es ein paar Hundert Leute, im letzten Jahr schon rund 4000", betonte Ranner. Er hofft auf ähnlich große Begeisterung für das neue Programm.

Dessen Bandbreite mit 14 Veranstaltungen reicht vom Kindertheater bis zur Oper, für jeden Geschmack soll etwas dabei sein. "Wir haben wieder junge Talente für unser Programm gewonnen und können deshalb den Besuchern einen wahren Schatz an heimatlicher Kultur anbieten", sagte Ranner gestern im Maxlrainer Bräustüberl zusammen mit weiteren Verantwortlichen.

Der Kulturförderverein Mangfalltal wolle mit dem aktuellen Programm der Anonymität in der heutigen Welt, in der jeder nur noch still und allein vor seinem Computer sitze, den Kampf ansagen. Schließlich sei die heimatliche Kultur der wichtigste Botschafter der christlichen Werte. "Wir tragen diesen Reichtum hinaus in die wunderbaren Kirchen und Schlösser unserer Region", waren sich der ehemalige Landtagsabgeordnete Ranner und die weiteren Organisatoren und Unterstützer der Veranstaltungsreihe einig.

Einen großen Wert auf den gesprochenen Dialekt beim Kultursommer legt Fritz Mayr, langjähriger Volksmusik-Chef beim Bayerischen Rundfunk. Er stellte unter anderem die Veranstaltungen "Matthias - ein Wildererdrama" und "Stift Beyharting und die frommen Moosdabber" vor. Bei letzterer führt Diakon Josef Hilger durch das Kloster und die Pfarrkirche in Beyharting mit seinen historischen Fresken. Passend dazu erzählt Mayr allerlei Wallfahrtsgeschichten und Legenden, die sich einst auf dem Pilgerweg nach Birkenstein über Dettendorf, Auerberg und Elbach zugetragen haben sollen - darunter auch von Wundern, Mord und Totschlag. Im Dialekt wirke diese Erzählungen am besten und somit erlebe dieses einzigartige Kulturgut eine Renaissance.

Peter Iberle vom Stadltheater Bruckmühl-Heufeld und Heidi Heynen vom Kindertheater machten zudem Geschmack auf deren Vorführungen im September in der Reithalle am Schloss Maxlrain. Ursprünglich als Kindertheater betitelt, erfreue sich der "Kleine Vampir" inzwischen solch großer Beliebtheit, dass Erwachsene ihre Kinder nur noch als Alibi mitnähmen, weil sie selbst unbedingt die Vorstellungen sehen wollen, wie Iberle ergänzte.

Der Startschuss zum Maxlrainer Kultursommer fällt bereits im März. Den Auftakt bildet der Liederabend "Winterreise" von Franz Schubert mit Matthias Ludwig (Bariton) und Herbert Gietzen (Klavier) im Kurhaus in Bad Aibling. Zum "Nachdenken und Kraft tanken" sollen das Schlosshofkonzert in Maxhofen, die Schloss-Serenade in Vagen, das Konzert der Holzkirchener Symphoniker in Bad Aibling sowie die Oper Iphigenie auf Tauris in der Reithalle am Schloss Maxlrain inspirieren.

Seit Jahren ein Anziehungsmagnet ist das Morgentanzl im Biergarten des Bräustüberls "schon in aller Herrgottsfrüh". Ab 6 Uhr treffen sich mittlerweile mehrere Hundert Tanzbegeisterte auf und neben der Bühne. Darüberhinaus wird es Wirtshaus- und Mariensingen, einen Jazzfrühschoppen sowie ein Konzert der Regensburger Domspatzen geben. Den winterlichen Abschluss des Kultursommers bildet dann das Weihnachtsoratorium I bis III von Johann Sebastian Bach.

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