Kritik am Krisenmanagement: Corona trägt Unruhe in den Wirtschaftlichen Verband Rosenheim

Der Christkindlmarktgehört zu den Großveranstaltungen, die der WV alljährlich organisiert. Schlecker
  • Norbert Kotter
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Im Wirtschaftlichen Verband (WV) für die Stadt und den Landkreis Rosenheim rumort es. Hinter vorgehaltener Hand mehren sich die Stimmen, die dem Vorsitzenden Reinhold Frey keine glückliche Hand im Umgang mit den Folgen der Corona-Krise für den Verband attestieren.

Rosenheim – „Die halbe Welt agiert im Krisenmodus, und bei uns ist Corona kein Thema. Kein Infobrief, keine Hilfestellung, keine Handlungsempfehlung für die Unternehmen, die Mitglied im Verband sind. Das geht einfach nicht“, macht einer der Unzufriedenen im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen seinem Unmut Luft. „Man hat das Gefühl, unser Verband verschläft das Thema völlig“, bestätigt ein anderes Verbandsmitglied. Die offene Auseinandersetzung in der Öffentlichkeit wollen die Kritiker (noch?) nicht unbedingt suchen.

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Vorsitzender Reinhold Frey zeigt sich erstaunt über derlei Töne aus den eigenen Reihen und hat auch kein Verständnis für die Kritik. Die Satzung und der Vereinszweck des Wirtschaftlichen Verbandes regelten genau, dass der WV mit Wirtschaft an sich und Beratung der Unternehmen nichts zu tun habe. „Unsere Aufgabe ist die Durchführung von Veranstaltungen, um auf diese Weise die Region zu unterstützen“, sagt Reinhold Frey im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen.

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Musterbeispiele hierfür seien die Organisation des Rosenheimer Herbstfestes oder des Christkindlmarktes in der Rosenheimer Innstadt, die der Wirtschaftliche Verband alljährlich übernehme. Mit den Erlösen dieser Großveranstaltungen unterstütze man dann soziale und kulturelle Zwecke.

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Noch ein Argument, warum sich der Verband in der aktuellen Krise nicht um die Unterstützung von Unternehmen kümmert, zählt Reinhold Frey in diesem Zusammenhang auf. „Wir sind eine Institution mit rund 850 Mitgliedern. Da sind nicht nur Firmen dabei, sondern auch Verbände und Einzelpersonen. Wir haben sogar Mitglieder, die aus dem benachbarten Österreich kommen. Bei dieser Struktur machen Forderungen nach Unterstützung für die Mitgliedsfirmen in dieser Krise keinen Sinn“, sagt der Vorsitzende. Einen triftigen Grund, seinen eingeschlagenen Kurs jetzt zu ändern, sehe er aus besagten Gründen deshalb derzeit nicht.

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