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Kriminalpolizei ermittelt Täter

Doris Laban
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Doris Laban

"Unsere akribische Puzzle-Arbeit war von Erfolg gekrönt", sagt Pressesprecher Markus Weßner vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd. Anfang April, kurz nach der Kommunalwahl, hatte ein bislang Unbekannter gegen die frischgekürte Bürgermeisterin Doris Laban sowie gegen die neu in den Marktgemeinderat Bad Endorf gewählten Vertreter Curt Wiebel junior und Theo Busch (alle Aktionsbündnis für Bad Endorf) Morddrohungen verschickt (wir berichteten mehrfach).

Nun hat die Polizei den Täter ermittelt.

Bad Endorf /Landkreis - Der 74-jährige Mann aus dem Landkreis Rosenheim ist nach Aussage von Polizeisprecher Weßner "umfangreich geständig". Es gebe keine Hinweise, dass weitere Personen in die Sache verwickelt seien. Der Geständige sei derzeit nicht in Untersuchungshaft.

Unter Hochdruck hatte seinerzeit die Polizei die Ermittlungen aufgenommen. Wie berichtet, hatte Kurt Wiebel junior am 3. April die erste Morddrohung in seinem Briefkasten in Bad Endorf entdeckt. In dem anonymen, handschriftlich verfassten Brief waren handfeste Morddrohungen gegen ihn selbst und seine Familie, aber auch gegen Doris Laban und Theo Busch geäußert worden. Laban hatte sich kurz zuvor in der Stichwahl als Bürgermeisterin für Bad Endorf durchgesetzt.

In den beiden Drohungen war der Rücktritt der Bürgermeisterin sowie der beiden Marktgemeinderäte Busch und Wiebel gefordert worden. "Wir geben dir zehn Tage Zeit, auf Laban zu verzichten. Nach fruchtlosem Ablauf wirst du getötet", heißt es in einem der beiden Drohschreiben. Im zweiten Brief, der nur drei Tage später verfasst wurde, wird der Absender konkret: "Du und Laban wirst von einem beauftragten Mafiosi-Killer erschossen. Dieser Killer hat uns viel Geld gekostet. Er wird Euch lautlos mit Schalldämpfer aus nächster Nähe töten. Ihr könnt Euch unter Polizeischutz stellen, aber er wird Euch töten. Er ist ein Profi seiner Zunft", heißt es wörtlich in dem zweiten Schreiben.

Sofort sei Curt Wiebel junior damit zur Polizei vor Ort gegangen, die wiederum den Fall sogleich an die Kriminalpolizei Rosenheim abgegeben habe.

In enger Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landeskriminalamt wurden umfangreiche Ermittlungen in Gang gesetzt, so der Polizeisprecher. Denn zu keinem Zeitpunkt habe die Polizei die Angelegenheit auf die leichte Schulter genommen, betonte Weßner.

Zeitgleich seien im Landeskriminalamt Spezialdienststellen miteingebunden worden, insbesondere das "Sachgebiet 205", die Experten für Handschriften. "Mit ihrer großen Erfahrung konnten detaillierte Erkenntnisse über den möglichen Täter herausgezogen werden", so Weßner. Zusammen mit umfangreichen Vernehmungen in Bad Endorf und kriminaltechnischen Untersuchungen brachten sie den Durchbruch.

"Aufgrund der erdrückenden Beweislast, die akribisch und aufwendig zusammengetragen wurde, zeigte sich der 74-Jährige schließlich geständig. Er hat in einem großen Umfang ein Geständnis abgelegt", so die Polizei. Weitere Personen seien allem Anschein nach nicht in die Tat verwickelt, erklärte der Sprecher weiter.

Gemeinderat Theo Busch und Bürgermeisterin Doris Laban zeigten sich gestern im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen erleichtert. Sobald Curt Wiebel junior aus dem Urlaub zurück ist, wollen sie ein gemeinsames Statement abgeben. "Ich bin froh, dass es nun vorbei ist", erklärte Busch. Das dritte, sogenannte Entschuldigungsschreiben, des Täters, sei in seinen Augen eine müde Rechtfertigung gewesen. Er hoffe nun, dass "die betroffene politische Gruppierung mit dieser Person ihre Konsequenzen zieht".

Auch Laban ist "glücklich, dass die Situation nun entschärft" ist. Sie hatte lange ein "mulmiges Gefühl" wegen der Morddrohungen. Gegenüber den OVB-Heimatzeitungen betonte sie, dass sie "die Sache nicht politisch ausschlachten" wolle. Die jüngsten Sitzungen stimmten sie positiv, sie wolle das Verhältnis im Rat "nicht belasten". "Wir wollen weiterhin gut zusammenarbeiten", sagte sie.

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