Kommentar: Ludwig Simeth sieht in Desinformation ein großes Problem der Coronakrise

Die Coronakrise verändert das Leben von OVB-Redakteur Ludwig Simeth und seiner Familie. Er sorgt sich aber auch um Fakenews, die in der aktuellen Situation besonders gefährlich ist.

Ich habe eine Mutter in Rosenheim. Am Mittwoch ist sie 84 geworden. Dieses Mal hat sie keinen Kuchen gebacken. Denn es ist niemand gekommen, um ihr persönlich zu gratulieren.

Ich habe eine Tante in Niederbayern. Letzten Sommer ist sie krank geworden. Seither haben die Ärzte mehrmals ihr Immunsystem heruntergefahren. Es geht ihr wieder besser, aber ein Virus ist jetzt das Letzte, was ihr Körper gebrauchen kann.

Ich habe einen Bruder. Er ist Mitglied im Krisenstab einer großen Rosenheimer Firma, die derzeit wie viele andere Unternehmen alles dafür tun, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen.+++

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Und ich habe einen Zugang zum weltweiten Netz. Dort hat sich vor Jahren eine andere Pandemie verbreitet, das wird an Tagen wie diesen leider deutlich. Denn im weltweiten Strom seriöser Beiträge und Appelle zum Corona-Virus schwimmt eine so große Menge an Fake-News, Lügen und Schwachsinn, die zuweilen fassungslos macht.

Brandstifter, Verharmloser, Ewiggestrige, Hetzer, Verschwörungsphantasten, Brunnenvergifter, Extremisten, Panikmacher, Fanatiker, Schwarzmaler, Menschenhasser und Egoisten – sie alle sind nicht neu. Sie alle hat es immer schon gegeben. Nur, dass sie in der neuen digitalen Welt millionenfach viral gehen. Niemand kann sie gebrauchen, schon gar nicht in schwierigen Zeiten. Deshalb sollten wir gegen diese Pandemie langsam immun sein.

Jetzt sind Taten und nicht Worte gefragt. Hände waschen, Abstand halten, daheim bleiben. Aus Solidarität. Damit die Geburtstage bald wieder gefeiert werden können. Der 85. ist noch dazu ein Runder.

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