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Falschaussage der Eltern?

Verfahren wegen Körperverletzung: 21-jähriger Angeklagter überwirft sich mit seinem Pflichtverteidiger

Gericht (Symbolbild)
+
Der Pflichtverteidiger wirft hin.
  • VonChrista Auer
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Ein 21-jähriger Rosenheimer muss sich vor dem Jugendschöffengericht Rosenheim wegen vorsätzlicher Körperverletzung verantworten. Die Verhandlung musste allerdings unterbrochen werden, weil sich der Verteidiger und er Angeklagte nicht über ihre Verteidigungsstrategie einigen konnten.

Rosenheim – „Deal or no Deal“, diese nicht ganz einfache Frage erhitzte kürzlich die Gemüter und führte schlussendlich vor dem Rosenheimer Jugendschöffengericht zum Zerwürfnis zwischen dem 21-jährigen Angeklagten und seinem vom Gericht beigeordneten Pflichtverteidiger. Für den bereits vorgeahndeten Rosenheimer, der aktuell wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt ist, steht einiges auf dem Spiel. Im Falle eines Schuldspruchs würde eine Bewährungsstrafe aus 2019 in das Strafmaß miteinbezogen.

Doch auch für die Zeugen ist der Einsatz hoch. Die Belastungszeugen sind der Geschädigte und seine Ehefrau, die Entlastungszeugen sind die Eltern des Angeklagten. Bei einer Falschaussage drohen empfindliche Strafen.

Angeklagter mit Strafe nicht einverstanden

Aufgrund der schwierigen Beweislage hatte der erfahrene Rechtsbeistand deshalb eine Verständigung angeregt und im Falle eines Geständnisses mit der Staatsanwaltschaft und dem Jugendschöffengericht eine Einheitsjugendstrafe zwischen einem Jahr und vier Monaten und einem Jahr und sechs Monaten für seinen Mandanten ausgehandelt. Doch damit war der Angeklagte und wohl auch seine Familie nicht einverstanden. Dementsprechend ging es vor dem Gerichtssaal kurzzeitig hoch her.

Lautstark machte der Angeklagte deutlich, dass er zu keinem Schuldeingeständnis bereit sei, währenddessen Angehörige bereits telefonisch nach einem neuen Anwalt suchten. Letztlich half kein gutes Zureden und der Verteidiger legte sein Mandat nieder. „Sie machen einen großen Fehler“, versuchte auch die Bewährungshelferin auf den 21-Jährigen einzuwirken, aber ohne Erfolg.

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Richter Dirk Dombrowski führte dem Angeklagten nochmals vor Augen, dass das Strafmaß ohne Geständnis deutlich höher ausfallen könne. Zudem erging der rechtliche Hinweis, dass auch eine Verurteilung wegen vorsätzlicher Körperverletzung in Tateinheit mit Sachbeschädigung in Betracht komme.

Außerdem erwarte die Eltern ein Verfahren wegen Falschaussage, falls die Aussagen des Geschädigten glaubhaft seien. Im Falle des Vaters sei dies dann mit einer hohen Haftstrafe verbunden. „Damit gehen Sie ein hohes Risiko ein“, so der Richter.

Nase blutig geschlagen

Laut Anklage soll der Angeklagte am 30. Mai vergangenen Jahres seinem Nachbarn nach einem Streitgespräch ohne Vorankündigung mehrfach mit der Faust ins Gesicht geschlagen und ihm dabei eine blutige Nase verpasst haben. Dabei soll auch das Brillengestell gebrochen sein. Der Schaden beträgt 3000 Euro.

Die Verhandlung wird am 6. Oktober mit einem neuen Pflichtverteidiger fortgesetzt, weil das Jugendschöffengericht während der Sitzung den Wahlverteidiger nicht erreichen konnte. Ein weiterer Aufschub kam für das Gericht nicht in Frage, weil der Verhandlungstermin schon so oft verschoben worden sei. Es steht dem Angeklagten aber frei, den gewünschten Münchner Anwalt als Wahlverteidiger hinzuzuziehen. ca

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