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Ende der kostenfreien Corona-Tests

Keine PCR-Tests mehr in der Region Rosenheim: Zum Abstrich nach Kufstein über die Grenze?

Seit heute müssen die Meisten für den Corona-Abstrich bezahlen.
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Seit dem 11. Oktober müssen die Meisten für den Corona-Abstrich bezahlen.
  • Korbinian Sautter
    VonKorbinian Sautter
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Seit dem 11. Oktober trägt der Staat in den meisten Fällen nicht länger die Kosten für eine Corona-Testung. In der Region Rosenheim sind inzwischen gar keine PCR-Tests mehr ohne besonderen Grund möglich. Eine Möglichkeit, die bleibt: der Weg nach Österreich - beispielsweise nach Kufstein.

Rosenheim – Aufwendig, teuer und schwer zu kriegen: Um in der Region an einen Corona-Test zu gelangen, muss man künftig einiges in Kauf nehmen. Im Rosenheimer Testzentrum auf der Loretowiese (Stadt und Landkreis) fallen PCR-Testungen ohne besonderen Grund ab sofort weg). Wer dennoch die sichere Testvariante benötigt, muss sich auf eine längere Anfahrt zu privat betriebenen Teststationen oder den umständlicheren Weg über den Hausarzt einstellen. Für jeden, der nicht geimpft und genesen ist, kann es zudem teuer werden.

Mindestens 70 bis 80 Euro

„Bei einem PCR-Test kommen auf den Getesteten jetzt die kompletten Laborkosten zu, weshalb man mit mindestens 70 bis 80 Euro rechnen muss“, sagt Dr. Fitz Ihler, Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbands Rosenheim. Nach dem Termin beim Hausarzt dauere es außerdem zwischen zwölf und 24 Stunden, bis das Ergebnis vorliege.

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Da der Test anschließend 48 Stunden gültig ist, müsste man also beispielsweise für einen Diskothekenbesuch rund drei Tage vorher anfangen zu planen. Nach Ansicht von Ihler ist das eine hohe Hemmschwelle für jeden, der sich bisher auf der Loretowiese kostenlos testen lassen konnte.

Nachfrage stark rückläufig

„Ein gleichzeitiges Angebot von kostenlosen und kostenpflichtigen PCR-Tests in einem kommunalen Testzentrum wurde der Stadt Rosenheim vom Bayerischen Gesundheitsministerium untersagt“, berichtet Christian Schwalm, Pressesprecher der Stadt Rosenheim. Allein am ersten Tag der neuen Regelung musste man daher am Testzentrum auf der Loretowiese rund 100 Leute abweisen. Allerdings befinde man sich in Kontakt mit verschiedenen Anbietern, um eine kostenpflichtige Teststation anbieten zu können. Bis dahin blieben laut Schwalm die Hausärzte die einzige Anlaufstelle.

Nach seiner bisherigen Erfahrung rechnet der Kreisverbandsvorsitzende jedoch nicht damit, dass es durch die Einschränkungen im Rosenheimer Testzentrum nun einen großen Ansturm auf die Ärzte in der Region geben wird. Dafür sei die Nachfrage in den vergangenen Monaten zu sehr gesunken. Gleichzeitig hofft Ihler, dass das geringere Angebot und die hohen Kosten einen Anreiz schaffen, sich impfen zu lassen.

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Laut dem Bayerischen Gesundheitsministerium ist das ausreichende Impfangebot der Grund, warum kommunal betriebene Testzentren nicht mehr für sogenannte Selbstzahler zur Verfügung stehen. Für bestimmte Personengruppen soll es jedoch weiterhin kostenlose Tests geben. Zu diesen gehören Schwangere, Kinder, Jugendliche und Studenten sowie Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Auch wer Symptome auf eine Corona-Infektion aufweist, wird von den Kosten befreit.

Angebote in Traunstein

Inwieweit sich die neue Regelung auf die Zahl der privaten Testbetriebe auswirkt, kann man laut dem Bayerischen Gesundheitsministerium noch nicht sagen. Die zukünftige Entwicklung von Angebot und Nachfrage wolle man allerdings dem freien Markt überlassen. Für PCR-Tests in der Region bedeutet das aktuell neben dem Angebot der Hausärzte beispielsweise eine Fahrt bis nach Traunstein. Dort bietet das Bayerische Rote Kreuz PCR-Tests für 69 Euro an. Auch in Österreich kann man, wenn auch sehr umständlich, beispielsweise bei Apotheken einen Labortest absolvieren.

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Einmal schnell nach Kufstein und zurück, um sich kostenlos testen zu lassen? Ganz so einfach funktioniert es nicht, wie Eva Schmid von der Festungsapotheke auf Anfrage erklärt. „Einen kostenlosen PCR-Test können wir nur bei Personen machen, die eine österreichische Krankenversicherung haben.“ Für einen Test in einer der staatlichen Einrichtungen bräuchte man außerdem einen Wohnsitz in Österreich, zu dem man sich bei einem positiven Testergebnis begeben müsste.

Probleme bei ausgedünntem Angebot

Zwar gibt es in Österreich auch die Möglichkeit, an privaten Stellen wie in der Apotheke einen PCR-Test für rund 35 Euro machen zu lassen. Allerdings bräuchte man zuvor einen gültigen Schnelltest, um überhaupt von Deutschland nach Österreich einreisen zu können. Schmid empfiehlt daher, den PCR-Test lieber in Deutschland zu absolvieren, selbst wenn es dort ein wenig umständlicher ist.

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Für Diskotheken, Bars und Restaurants, die sich für das 3G-plus-Regel (geimpft, genesen, PCR-getestet) ausgesprochen haben, könnte das ausgedünnte Testangebot in der Region zu Problemen führen. Dehoga-Kreisvorsitzende Theresa Albrecht geht daher davon aus, dass viele Betreibe bei der bisherigen 3G-Regel, bei der nur ein Schnelltest notwendig ist, bleiben werden.

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„Für die meisten wird sich dadurch nichts ändern und die bisherigen Hygieneregeln haben ja auch gut funktioniert“, ist sie überzeugt. Sie findet es dennoch schade, dass es nun weniger Möglichkeiten gibt, sich testen zu lassen. Denn die Gefahr, dann mögliche Symptome wegen des großen Aufwands zu ignorieren und trotzdem auf eine private Party zu gehen, würde dadurch steigen.

Forschung an PCR-Schnelltests

Franz Fischer, Inhaber des Rosenheimer Nerdz-Clubs, reagiert gelassen auf den erschwerten PCR-Zugang. „Das waren bisher vielleicht fünf Leute am Abend, die noch auf einen solchen Test angewiesen waren und das auch nur, weil ein paar noch auf ihre zweite Impfung warten mussten“, meint er. Große Einbußen erwartet der Clubbetreiber kurz nach der Wiedereröffnung daher nicht, zumal er den Eindruck hat, dass die Leute, die wirklich weggehen wollten, sich auch von den strengen Auflagen nicht abschrecken ließen.

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Eine einfachere Variante für einen PCR-Test wird es laut Dr. Ihler so bald nicht geben. Auch wenn das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit aktuell damit befasst ist, die Studie bezüglich eines PCR-Schnelltests auszuwerten, ist der Rosenheimer Arzt skeptisch. „Selbst wenn der PCR-Test dann innerhalb einer Stunde ausgewertet ist, kann es gut sein, dass der dann auch das Doppelte kostet.“ Die aufwendige und teure Testvariante wird dementsprechend erst einmal bestehen bleiben.

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