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Rosenheimer sagt bei Prozess in München aus

Kein Interesse am Sport-Programm: Darum mischte ein Rosenheimer Gastronom dennoch beim Pay-TV-Betrug mit

Das Unternehmen Sky ist unter anderem mit seinem Sportprogramm-Angebot erfolgreich. Ein Gastronom (45) aus Rosenheim hatte sich hingegen auf eine Betrugsmasche eingelassen, um die bosnischen Heimatkanäle in seinem Betrieb zeigen zu können.
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Das Unternehmen Sky ist unter anderem mit seinem Sportprogramm-Angebot erfolgreich. Ein Gastronom (45) aus Rosenheim hatte sich hingegen auf eine Betrugsmasche eingelassen, um die bosnischen Heimatkanäle in seinem Betrieb zeigen zu können.
  • Nina Gut
    VonNina Gut
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Das Pay-TV-Unternehmen Sky zieht vor allem durch sein Sport-Programm die Kundschaft an. Für einen Gastronomen (45) aus Rosenheim spielte jedoch ein anderes Angebot eine entscheidende Rolle. Wieso er beim Pay-TV-Betrug mitgemischt hat, verriet er jetzt im Prozess gegen einen 31-jährigen Bosnier.

München/Rosenheim – Im Prozess gegen einen Bosnier (31), der im Großraum Rosenheim illegal kostenlose Sky-Zugänge verkaufte, sagte jetzt am Landgericht München II ein Rosenheimer Gastronom (45) aus. Diesem wurde bereits am Amtsgericht Rosenheim der Prozess gemacht. Er schilderte, dass die meisten Kunden die Sky-Zugänge gar nicht wegen Sky, sondern wegen der Heimatkanäle abonnierten.

So hatte es auch der Gastronom gemacht. Er übernahm 2015 ein kroatisches Lokal und machte eine Shisha-Bar daraus. Dabei übernahm er auch gleich die manipulierten Receiver, die in der Wirtschaft standen. Mit diesen Receivern des Angeklagten war es möglich, über sogenannte Card-Sharing-Server verschlüsseltes Bezahl-TV entschlüsselt zu empfangen. Juristisch gesehen handelt es sich dabei um Computerbetrug.

Der Gastronom betonte, dass es ihm dabei nicht um Sky, sondern um die bosnischen Heimatkanäle und um MTV ging. Die konnte man nämlich auch auf diesem Wege empfangen. „Ich habe Sky nicht gebraucht.“ Es gebe auch bei einem anderen Sender bosnischen Fußball und Champions League. „Aber ich wusste, dass Sky dabei ist. Das kann man nicht bestreiten.“

Plötzlich war die Kripo am Telefon

Bei ihm im Lokal lief vor allem „Deluxe-Musik“, betonte er. Er wisse nicht mehr, wie viele Bildschirme er 2015 hatte, derzeit seien es fünf. Eigentlich habe er sich aber für die Receiver nicht interessiert, ein Mitarbeiter habe sich um die Verträge und deren Verlängerung gekümmert. 2018 rief dann die Polizei bei ihm an. „Ich dachte erst, jemand macht Spaß mit mir, als es hieß, hier ist die Kriminalpolizei“, sagte er. Aber es war tatsächlich die Polizei. Sie kam und beschlagnahmte fünf Boxen.

Laut Anklage versorgte der Angeklagte acht Lokale und Wettbüros mit den manipulierten Receivern – in Rosenheim, Grafing, Waldkraiburg, Memmingen und Traunreut. Außerdem 630 Privatpersonen. Er verlangte für manipulierte Receiver zwischen 150 und 500 Euro. Daneben forderte er von seinen Kunden ein jährliches Entgelt von 150 Euro pro Zugang für einen Receiver.

Insgesamt entstand der Sky Deutschland GmbH ein Gesamtschaden von rund 127.000 Euro. Durch die Taten erzielte der Angeklagte insgesamt Einnahmen in Höhe von mehr als 144.000 Euro. Der Prozess dauert an.

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