Jede dritte Einrichtung mit neuen Fällen

Kein Ende der Maskenpflicht an den Schulen in der Region in Sicht: Zu viele Corona-Fälle

Präsenzunterricht soll so lange wie möglich stattfinden, die Maskenpflicht an den Schulen der Region bleibt aber.
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Präsenzunterricht soll so lange wie möglich stattfinden, die Maskenpflicht an den Schulen der Region bleibt aber.
  • Anna Hausmann
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Die Meinungen zum Schulgipfel sind gespalten. Vielen Eltern ist die Maskenpflicht ein Dorn im Auge. Doch sie wird vorerst bleiben. Denn in über einem Drittel aller Grundschulen in Stadt und Landkreis Rosenheim sind in den vergangenen Wochen Corona-Fälle nachgewiesen worden.

Rosenheim – An den Schulen in Stadt und Landkreis Rosenheim ist vorerst kein Ende der Maskenpflicht in Sicht. Und das, obwohl beim Bayerischen Schulgipfel der bisherige Stufenplan außer Kraft gesetzt wurde. Auch die Verantwortung, ob und wann Schulen coronabedingt schließen, soll weiter in den Kommunen entschieden werden. Der Unterricht soll so lange wie möglich vor Ort stattfinden.

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Im Sinne der Regierung von Oberbayern

Ab Montag bleibt die Maskenpflicht für Schüler auch an den Grundschulen bestehen. Das teilte das Rosenheimer Gesundheitsamt mit. Dies sehe insbesondere auch die Regierung von Oberbayern so. Hintergrund sei unter anderem, dass in über einem Drittel aller Grundschulen in Stadt und Landkreis Rosenheim in den vergangenen Wochen positiv getestete Personen nachgewiesen wurden.

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Schulamt: Viel habe sich nicht verändert

Viel habe sich nicht verändert, findet der Schulamtsdirektor Edgar Müller auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen. Die Gesundheitsämter hätten bislang bereits über die Schulschließungen und die Schutzmaßnahmen entschieden. Der Hygieneplan des Freistaats habe lediglich den Rahmen vorgegeben. Der Schulamtsleiter geht davon aus, dass es im Freistaat einen neuen Rahmenhygieneplan geben wird.

„Ich bewerte es positiv, dass am Schulgipfel sachlich miteinander diskutiert wurde.“ Er teilt die Ansicht von Kultusminister Michael Piazolo, dass die Schulen so lange wie möglich offen bleiben und Präsenzunterricht angeboten werden soll.

Weiterhin Stufe drei des Rahmenhygieneplans

Im Landkreis und der Stadt sollen sich die Schulen nach wie vor an Stufe drei des Rahmenhygieneplans orientieren, der Unterricht erfolgt in den Jahrgangsstufen eins bis zehn im Klassenverband ohne Durchmischung der Schüler. Sollte das nicht funktionieren, gilt Mindestabstand. Ansonsten müssen die Schüler zwischen Präsenz- und Distanzunterricht wechseln. Ab der elften Jahrgangsstufe ist durchgehend Mindestabstand angesagt.

Schulgemeinschaft steht vor Herausforderungen

Walter Baier, Schulleiter des Gymnasiums Bruckmühl und Landesvorsitzender der Vereinigung der Direktorinnen und Direktoren der Bayerischen Gymnasien, sieht im Ergebnis des Schulgipfels einen Fortschritt: „Der Stufenplan könnte so eh nicht mehr weitergeführt werden, bei den aktuellen Zahlen müssten sonst alle Schulen schließen.“ Jetzt sei eine Schulschließung nicht mehr abhängig von den Zahlen in den Kommunen.

Nun stehe die Schulgemeinschaft vor Herausforderungen: „Am Freitag werden wir schulintern besprechen, welche zusätzlichen Hygienekonzepte wir brauchen.“ Diese beträfen vor allem den Sport- sowie den Wahl- und Religionsunterricht, wo sich normalerweise die Klassen durchmischen. „Es ist schon schwer genug, wenn man nur an die Pausen denkt.“ Die Schulen fahren vorerst auf Sicht, bis die nächste Vorschrift des Gesundheitsamts kommt: „Wir werden uns 14-tägig durch den Winter hangeln.“

Sorgen der Eltern bleiben bestehen

Nicht gegen die Maskenpflicht durchsetzen konnten sich ihre Skeptiker, allen voran das Bündnis Rosenheimer Eltern: „Maskenpflicht für unsere Kinder an den Schulen ohne wissenschaftlich basierte Grundlagen, dass diese gesundheitlich unbedenklich ist, ist ein Verrat an unseren Kindern“, teilte eine Sprecherin gegenüber der OVB-Heimatzeitungen mit.

Die Eltern hatten sich sowohl an Oberbürgermeister Andreas März (CSU) sowie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder gewandt und die Abschaffung einer Maskenpflicht gefordert. Zudem baten sie um Antworten rund um die Effizienz der Mund-Nase-Bedeckung. Das Bündnis Rosenheimer Eltern wird nach eigenen Angaben alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, damit es in dieser Sache Klärung gibt.

„So funktioniert Pädagogik nicht“

„Uns sind einfach die Hände gebunden“, meint auch Barbara Prasch aus Nußdorf, die gemeinsam mit Mareike Melain eine Unterschriftenaktion gegen die Maskenpflicht an Grundschulen und Kitas gestartet hat. In einem offenen Brief mit etwa 50 Unterschriften wandten sie sich an Landrat Otto Lederer. „Es ist schrecklich, wie die Politik mit unseren Familien umgeht, so funktioniert Pädagogik nicht.“

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