Letzter Erbauer verstorben: Das Kampenwandkreuz erstrahlt für Paul Kink

  • Anton Hötzelsperger
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Vor 70 Jahren wurde auf der Kampenwand das Chiemgauer Gedenkkreuz für die Gefallenen, Vermissten und Verstorbenen der beiden Weltkriege aus den Landkreisen Rosenheim und Traunstein errichtet. Nun ist der letzte noch lebende Erbauer verstorben.

Aschau – Weithin sichtbar ist das Kreuz, wenn es beleuchtet ist. Im Jahr 1950 wurden Lampen installiert, die von ehemaligen Kriegsfahrzeugen stammen – so wie das zwölf Meter hohe und 56 Zentner schwere Kreuz aus Überbleibseln des Zweiten Weltkrieges zusammengetragen und auf dem Gipfel errichtet worden ist.

Vor 17 Jahren auf Solarenergie umgestellt

Nachdem die Lampen bei schweren Gewittern immer wieder Schaden erlitten, wurde vor 17 Jahren auf Solarenergie umgestellt. Die Initiative zur Erstellung eines Chiemgau-Kreuzes kam 1948 von Kriegsheimkehrer und Schreinermeister Franz Schaffner aus Höslwang.

Paul Kink

Bis heute haben er, sein gleichnamiger Sohn und Enkel mitsamt vielen weiteren Freunden aus Höslwang und dem Chiemgau dafür Sorge getragen, dass das Kampenwandkreuz immer in einem guten Zustand ist.

Kamerateam bei letzter Wartung dabei

Der letzte noch lebende Mann, der selbst beim Bau des Kreuzes mit Fertigstellung 1950 mit dabei war und Hand anlegte, war Paul Kink senior aus Höhenberg bei Aschau. Kink verstarb in diesen Tagen und zwei Tage vor seinem 90. Geburtstag. Ihm zu Ehren wird am Mittwoch, 9. September – dem Abend, an dem für ihn das Rosenkranzgebet in der Aschauer Pfarrkirche gebetet wird – das Licht des Kampenwandkreuzes erleuchten.

Manfred Haider und Georg Antretter bei den Wartungsarbeiten am Chiemgauer Gedenkkreuz auf der Kampenwand. Hötzelsperger/re

Erst vor wenigen Tagen machten sich Franz Schaffner und Leonhard Hinterholzer von Chiemsee Solar zusammen mit weiteren Helfern aus Höslwang sowie mit einem Kamerateam auf den Weg zum 1659 Meter hohen Gipfel der Kampenwand, um die Wartungsarbeiten an Kreuz und Beleuchtung vorzunehmen. Dazu erläutert Leonhard Hinterholzer: „Grund für den Einsatz der Solartechnik waren nicht nur die Schäden, sondern der Aufwand mit fünf Liter Benzin zum Gipfel zu steigen und in der Abenddämmerung das Aggregat zu starten.

Beleuchtung auf LED umgestellt

Seit dem Umbau kann es bequem per Funk aus Höslwang oder aus Bernau eingeschaltet werden. Inzwischen wurden die Leuchtmittel auf LED umgestellt. Am Wochenende haben wir noch die Verkabelung und die Verbindungen in den einzelnen Lampen erneuert da diese teilweise korridiert beziehungsweise verrostet waren“.

Rubriklistenbild: © OVB Heimatzeitungen

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