Erinnerungen an einen Besuch 2018

Joe Biden als weltoffener US-Präsident: In Oberbayern hofft man auf gute Zusammenarbeit

Als Laudator in München: Joe Biden (links) zusammen mit Ilse Aigner (Zweite von links), Cindy McCain und Wolfgang Ischinger (rechts) bei der Sicherheitskonferenz 2018.
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Als Laudator in München: Joe Biden (links) zusammen mit Ilse Aigner (Zweite von links), Cindy McCain und Wolfgang Ischinger (rechts) bei der Sicherheitskonferenz 2018.
  • Korbinian Sautter
    vonKorbinian Sautter
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Die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner aus Feldkirchen-Westerham hofft durch die Wahl von Joe Biden zukünftig auf eine bessere Zusammenarbeit zwischen Bayern und USA. Ihr erstes Aufeinandertreffen mit dem neuen US-Präsidenten hat sie noch in guter Erinnerung.

Rosenheim – Als Ilse Aigner, die Präsidentin des Bayerischen Landtags aus Feldkirchen-Westerham, bei der Münchner Sicherheitskonferenz 2018 mit Joseph Robinette „Joe“ Biden ins Gespräch kam, kam er nicht ansatzweise in den Sinn, dass er der nächste amerikanische Präsident werden könnte. Zwei Jahre später ist sie erleichtert über seinen Wahlsieg und hofft, dass er die Verbindung zwischen Bayern und den Vereinigten Staaten in einigen Bereichen wiederherstellen kann.

Ein „Gentleman“ wird Präsident

„Ich habe ihn als wahren Gentleman kennengelernt. Er ist ein Mann des Ausgleichs und geht offen auf andere Menschen zu“, erinnert sich Aigner im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen, die Biden damals noch als stellvertretende bayerische Ministerpräsidentin empfing. Damaliger Anlass war die Ehrung des kurze Zeit später verstorbenen US-Senators John McCain, dessen Frau Cindy damals den Ewald-von-Kleist-Preis entgegennahm.

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Biden hielt eine Rede auf McCain, die auch dem Rosenheimer Landtagsabgeordneten Klaus Stöttner (CSU) gut in Erinnerung blieb. „Ich war damals dabei, als Biden seine bewegende Laudatio hielt. Er ist ein Politiker mit einem feinen Stil, der wichtige Zusammenhänge sofort erkennt.“

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Für eine gewisse Offenheit des ehemaligen Vizepräsident spricht demnach, dass er als Demokrat die Rede zu Ehren von Republikaner McCain hielt. Biden verband eine enge Freundschaft mit dem ehemaligen Senator aus dem eigentlich gegnerischen politischen Lager. Stöttner hofft daher, dass das hohe Verantwortungsbewusstsein und die soziale Kompetenz des designierten US-Präsidenten auch den Zusammenhalt mit Bayern wieder stärken werden. Dadurch, so hofft Stöttner, könnte wieder „mehr Sicherheit für beide Seiten entstehen“.

Auch Ilse Aigner traut es dem 77-Jährigen Joe Biden zu, die unter Trump teilweise vernachlässigten Kontakte wiederherzustellen. „Als Vizepräsident hat er über viele Jahre bewiesen, dass er einen fairen Umgang mit den Verbündeten und Freunden pflegt. Das ist für uns Europäer wichtig“, sagt sie.

Bayern wichtiger Handelspartner

Gleichzeitig weiß die bayerische Landtagspräsidentin aber auch, dass es einiger Pflege bedürfen wird, um gerade die so wichtigen wirtschaftlichen Verbindungen zwischen den USA und Bayern wieder aufzunehmen. Denn laut Aigner hat Bayern als engagiertes Exportland in den letzten Jahren schwer unter der „America-first“-Strategie gelitten.

Sie rechnet dementsprechend damit, dass auch Biden beispielsweise bei den Regelungen von Zöllen die amerikanischen Interessen vertreten und durchsetzen wollen wird. „Mit einer neuen US-Administration unter ihm wird es aber wieder möglich sein, Probleme auf dem Verhandlungsweg zu lösen“, gibt sich Aigner zuversichtlich.

Biden und Harris als positives Signal

Sie glaubt daran, dass der Laudator von 2018, zusammen mit seiner Vizepräsidentin Kamala Harris, ein wichtiges Signal der Hoffnung nicht nur in Bayern und den USA, sondern auch auf der ganzen Welt senden kann.

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